Sozialdienst und Regionalpolizei ziehen um
15.10.2026 Menziken, ReinachZur Mitte des nächsten Jahres verlassen sowohl der Regionale Sozialdienst Oberwynental als auch die Regionalpolizei Aargau Süd ihre Standorte in Menziken respektive Reinach. Beide Institutionen verfügen an ihren neuen Standorten über bessere Platzverhältnisse und ...
Zur Mitte des nächsten Jahres verlassen sowohl der Regionale Sozialdienst Oberwynental als auch die Regionalpolizei Aargau Süd ihre Standorte in Menziken respektive Reinach. Beide Institutionen verfügen an ihren neuen Standorten über bessere Platzverhältnisse und können ihr Sicherheitskonzept anpassen.
Die Reise geht sowohl für den Sozialdienst wie auch für die Polizei nach Menziken. Der Regionale Sozialdienst Oberwynental (RSDO) bleibt im Dorf, zieht jedoch aus dem Business Center aus und bezieht Räumlichkeiten im Neubau südlich des Alu-Hochhauses (heute «Menzolit»). Die Regionalpolizei Aargau Süd (Repol) wechselt den Standort vom Wynenhof im Zentrum von Reinach, ins Business Center Menziken. Das Wynentaler Blatt konnte diese Woche mit Tanja Reinli, Stellenleiterin des RSDO und Daniel Kretz, Polizeichef der Repol über die Umzugspläne sprechen. Für beide gilt: «Einfach so» kann man diese wichtigen Stellen nicht zügeln. Beide Institutionen arbeiten im Auftrag der Gemeinden und müssen einen Standortwechsel ausreichend begründen. Die Planung zieht sich über Jahre hinaus. Für beide bietet der Umzug einen wichtigen Vorteil: Es kann ein modernes Sicherheitskonzept umgesetzt werden.
Remo Conoci
Der RSDO ist heute im Business Center angesiedelt. «Für unsere 35 Mitarbeitenden wird am neuen Standort, südlich des Alu-Hochhauses, mehr Platz geschaffen», hält Tanja Reinli einleitend fest. «Wir werden sogar bis zu 47 Arbeitsplätze anbieten können». Verteilt sind diese ab Mitte 2027 auf drei Etagen «Ursprünglich waren die Räume im zweiten Stock als Wohnungen konzipiert, doch wir werden dort unsere Büroräume einrichten können.» Dies erlaube es, ein dreistufiges Sicherheitskonzept einzuführen: «Es gibt einen öffentlichen Bereich im Erdgeschoss, wo sich auch die Beratungszonen und damit Gespräche stattfinden können. Im ersten und zweiten Geschoss befinden sich abgetrennt vom öffentlichen Bereich unsere Büros». Heute ist es so, dass vertrauliche Gespräche oft an gewöhnlichen Arbeitsplätzen geführt werden müssen. «Gerade wenn Eltern Kinder dabeihaben, sind wir aktuell nicht gut eingerichtet. Auch in diesem Bereich können wir alles entflechten und haben künftig ein Familien-Beratungszimmer mit einer Spielecke für die Kinder.» Tanja Reinli führt weiter aus, dass man sich mit dem zusätzlichen Raum für die Zukunft rüstet: «Es ist absehbar, dass die Arbeit zunehmen wird, am alten Standort im Business Center ist ein Ausbau nicht möglich.»
«Wir helfen den Menschen»
Die Stellenleiterin vermeidet es im Gespräch, Begriffe wie «Sozialfälle», «Fallführung» und «Klienten» zu verwenden. «Ich spreche lieber von Menschen, denen wir helfen. Unsere Arbeit ist so vielfältig, jede Begegnung erzählt eine ganz andere Geschichte.» Leider kämen die Hilfesuchenden erst zu ihnen, wenn die Schulden zu hoch, die Sorgen zu gross sind. «Zu unseren Stärken gehören auch Beratungen im präventiven Bereich», hält die Stellenleiterin fest. Dazu kommt nicht einfach die Vermittlung von Sprachkursen, wie man sich das typischerweise vorstelle, sondern PC-Kurse oder Beratungen zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben.
Seit bald 10 Jahren ist Tanja Reinli im Sozialbereich tätig, seit 2023 führt die den RSDO als Stellenleiterin und hat immer wieder neue Ideen, Arbeitsabläufe zu optimieren. «Ich lebe diesen Beruf mit Herzblut, komme mit Freude zur Arbeit, weil wir nicht einfach Fälle abhandeln, sondern eine echte Hilfe anbieten können und das ist ein gutes Gefühl.»
Zurück zum Umzugstermin des Regionalen Sozialdienstes Oberwynental, der in den Monaten Mai oder Juni 2027 zu liegen kommt. «Wir können die sensiblen Unterlagen natürlich nicht in Kartonschachteln zügeln, auch wenn der neue Standort nur wenige Hundert Meter weiter südlich liegt.» erklärt Tanja Reinli weiter. Der Umzug werde deshalb vom Büro «Raum und Design» begleitet, welches auch das Konzept für die Arbeitsräume entworfen hat. «Der Umzug erlaubt uns Arbeitsabläufe zu optimieren und auch ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Es ist kein Geheimnis, dass es im Sozialbereich eine hohe Stellenfluktuation gibt.» Mit dem Umzug schaffe man auch eine Grundlage für ein gutes Arbeitsklima.
Polizei wird sichtbarer
Die Regionalpolizei Aargau Süd ist für 10 Gemeinden der Region zuständig und ist heute im Wynenhof Reinach angesiedelt. Sie wird nach den Sommerferien 2027 ins Business Center Menziken ziehen. «Für die Polizei ist es wichtig, gut sichtbar zu sein», unterstreicht Polizeichef Lt Daniel Kretz im Gespräch mit dem Wynentaler Blatt. Das sei einer der Vorteile am neuen Standort im Business Center Menziken. «Wenn unsere geparkten Autos von der Hauptstrasse aus sichtbar sind, hat das einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf Leute, die Böses im Sinn haben», ist der Polizist überzeugt. Die neuen Räumlichkeiten werden sich im Obergeschoss befinden und folgen − wie beim Sozialdienst − einem dreistufigen Sicherheitskonzept. An einem öffentlichen Empfang wird das Publikum bedient und in einem abgetrennten Bereich können diskrete Gespräche oder Einvernahmen geführt werden. Die Büros der rund 20 Mitarbeitenden sind von diesen Bereichen getrennt. «Mehr Platz als im Wynenhof haben wir nicht, aber die Aufteilung der Räumlichkeiten bietet deutliche Vorteile».
«Wir sind für die Menschen da»
«Zu unseren Aufgaben gehört sehr wohl, dass wir in Notsituationen Einsatz leisten, oder Kontrollen im Auftrag der Gemeinden durchführen. Unsere Hauptaufgabe sehe ich jedoch darin, den Menschen im Tal ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln», erklärt Daniel Kretz weiter. Tatsächlich sieht man die Einsatzfahrzeuge immer wieder in der Nähe von Schulen und auf Patrouille. «Wir nehmen die Situationen, welche die Region immer wieder in die Negativschlagzeilen bringen, sehr ernst und passen unsere Arbeitsabläufe und Kontrollen entsprechend an. Wir sind für die Menschen da.» Dazu gehöre auch, Schulen zu besuchen, Vorträge zu halten. «Zusammen mit der Kantonspolizei verfügt der Kanton Aargau über das schweizweit kleinste Polizeikorps. Um so wichtiger ist es, mit unseren Präventionskampagnen zu vermeiden, dass es überhaupt zu Eskalationen kommt.» Zum Beispiel hat die Repol nach den Vorfällen in Menziken, als ein Mann mit einem Messer Schüler verunsicherte, rasch reagiert, ist zur Schule gegangen, und man habe über die Lage aufgeklärt. «Die Bevölkerung in unserer Region wächst sehr stark und man spricht in diesem Fall von einem ‹Agglomerationseffekt› der uns in Zukunft herausfordern wird. Dass wir im Oberwynental einen Posten haben, ist aus meiner Sicht auch ein Statement an die Bevölkerung, dass wir diese Herausforderung annehmen.»
Beim Umzug wird die Repol von der Technik der Kantonspolizei unterstützt. Auch hier gilt es, sensible Dokumente sicher zu transportieren. Dazu gehört auch das Einrichten der IT. «Seit etwa zwei Jahren arbeiten wir bei der Repol papierlos, was die Arbeitsabläufe und den schnellen Informationsaustausch bei Bedarf sehr unterstützt», sagt Kretz abschliessend. Zügeltermin ist Ende August 2027. Die Polizei wird die Bevölkerung rechtzeitig orientieren.



