Wer im Ruederertal und im Suhrental unterwegs ist kennt sie, gelegentlich ist sie auch im Wynental anzutreffen: Frieda Steffen – bekannt mit ihrem Kürzel «st.». Seit bald fünf Jahrzehnten berichtet sie mit grosser Neugier über das Leben in der Region. Heute ...
Wer im Ruederertal und im Suhrental unterwegs ist kennt sie, gelegentlich ist sie auch im Wynental anzutreffen: Frieda Steffen – bekannt mit ihrem Kürzel «st.». Seit bald fünf Jahrzehnten berichtet sie mit grosser Neugier über das Leben in der Region. Heute Donnerstag feiert die Journalistin aus Schlossrued ihren 80. Geburtstag.
Es gibt wohl kaum ein Vereinsfest, eine Gemeindeversammlung, ein Konzert oder eine Jubiläumsfeier zwischen Kulm, Zofingen und Aarau, an der Frieda Steffen nicht schon anzutreffen war. Und wenn sie doch einmal etwas später erscheint oder früher wieder verschwindet, weiss jeder warum: Der nächste Termin wartet bereits. Für Frieda Steffen war und ist Journalismus nie einfach ein Beruf, sondern eine Lebenshaltung. «Journalistin ist man 24 Stunden am Tag».
Mehr als eine Kollegin
Gelernt hat Frieda Steffen den Journalismus nie auf einer Schule. Ihre Ausbildung erhielt sie draussen bei den Menschen. Angefangen hat alles 1977 beim Titel «Euses Blättli» in Schöftland. Das Bauernpferderennen in Hitzkirch war ihre erste Reportage – und offenbar der Beginn einer bis heute ungebrochenen Leidenschaft. Im Herbst 2000 wechselte sie dann zum «Wynentaler Blatt». Eigentlich wollte sie etwas kürzertreten ‒ dass daraus nicht allzu viel wurde, überrascht rückblickend wohl niemanden.
Für die Journalisten Raphael Nadler (Landanzeiger) und Remo Conoci (Wynentaler Blatt) war Frieda Steffen weit mehr als eine geschätzte Kollegin. Sie hat beide über viele Jahre begleitet, unterstützt und mit ihrer Erfahrung geprägt. Generationen von Medienschaffenden profitierten heute noch von ihrem Gespür für Geschichten, ihrer Beharrlichkeit und ihrem unermüdlichen Einsatz. Wer mit Frieda unterwegs war, lernte schnell: Eine gute Geschichte liegt oft dort, wo andere achtlos vorbeigehen.
Mit 75 noch ein Haus gebaut
Stillstehen ist bis heute nicht ihre Haupttätigkeit. Während andere den Ruhestand geniessen, plante Frieda Steffen mit 75 Jahren noch einmal einen Hausbau. Direkt neben ihrem Zuhause in Schlossrued entstand ein Stöckli für ihre Tochter Christine. Das Projekt war für sie auch ein Beweis dafür, dass Alter keine Ausrede sein muss. Oder, wie sie damals sagte: «Wir beweisen, wozu wir Senioren fähig sind.» Neben ihrer journalistischen Leidenschaft war Frieda Steffen stets Familienmensch. Sie ist Mutter zweier erwachsener Töchter. Ihren Ehemann Paul, der 23 Jahre älter war als sie, pflegte sie während Jahren liebevoll zu Hause, bevor sie von ihm Abschied nehmen musste. Trotz aller Herausforderungen hat sie ihren Humor nie verloren. Wer nach der Rasse ihres Mischlingshundes fragt, erhält die trockene Antwort: «Ein saudi-arabischer Schlittenhund.» Und über ihr Alter spricht sie ohnehin nicht besonders gern. «Ein Bild in der Zeitung ist in Ordnung», sagte sie schmunzelnd, «aber das Alter hätte ich gerne verpixelt.»
Noch lange nicht am Ziel
Und doch ist die runde Zahl in diesem Fall ein Muss: Auch mit 80 Jahren ist Frieda Steffen keine Frau für den Lehnstuhl. Während andere Jubilare Geburtstagsgäste erwarten, schreibt Frieda Steffen lieber noch schnell einen Artikel fertig oder macht sich auf den Weg zum nächsten Anlass. Vielleicht ist genau das das Geheimnis ihres Erfolgs: ihre unstillbare Neugier auf die Menschen und ihre Geschichten.
Liebe Frieda, im Namen des «Wynentaler Blatts» und des «Landanzeigers» und wohl auch im Namen der Bevölkerung unserer schönen Region, wünschen wir dir von Herzen alles Gute zum 80. Geburtstag, beste Gesundheit und noch viele spannende Geschichten. Mögen dein Notizblock nie leer, deine Kamera immer griffbereit und dein Terminkalender auch künftig so voll sein, dass du weiterhin sagen kannst: «Es war ein ruhiges Wochenende – ich war nur an drei Anlässen.»
Raphael Nadler
Remo Conoci