Anfang August 2026 sind sechs der Werkstätten der Stiftung Lebenshilfe (Lh) ins Industriegebäude Voco eingezogen. Seither sind Hunderte Kisten und Materialen ausgepackt und Arbeitsplätze sowie Werkstätten eingerichtet worden. Philippe Crameri, Geschäftsleiter der ...
Anfang August 2026 sind sechs der Werkstätten der Stiftung Lebenshilfe (Lh) ins Industriegebäude Voco eingezogen. Seither sind Hunderte Kisten und Materialen ausgepackt und Arbeitsplätze sowie Werkstätten eingerichtet worden. Philippe Crameri, Geschäftsleiter der Lh im Interview zu Umzugsgründen und weiteren Schritten.
Wynentaler Blatt: Philippe Crameri, warum dieser Umzug? Welche Vorteile versprechen Sie sich davon?
Philippe Crameri: Der Umzug ist Teil der langfristigen Strategie der Lebenshilfe, basierend auf unserem modular aufgebauten Konzept im Bereich Arbeit. Dieses sieht eine Durchlässigkeit der Arbeitsangebote zwischen den stärker und weniger stark begleiteten Arbeitsplätzen der Lh vor. Im Voco sind nun sechs dieser Werkstätten unter einem Dach vereint, wodurch fliessende Übergange gefördert werden.
Der Hauptgrund für den Umzug ist jedoch das Schaffen moderner und barrierefreier Arbeitsplätze an zentralster Lage. Das fördert die Inklusion. Mit dem Weihermattpark entsteht hier etwas Grosses, und wir können Teil davon sein. Bereits bei der Planung des Umbaus konnten wir Einfluss auf die Ausgestaltung nehmen.
Ein weiteres Ziel war die Entlastung der Infrastruktur an unseren anderen Standorten.
Was ist speziell im Voco?
Besonders erfreulich sind die grosszügigen Platzverhältnisse in der Abteilung «Montagen und Verpackungen», in der wir externe Unternehmen bei Aufträgen unterstützen. Hier können nun effiziente und zugleich flexible Arbeitsstrassen eingerichtet werden. Auch der Gartenbau und -unterhalt profitiert von den neuen Räumlichkeiten: Bisher waren die benötigten Werkzeuge auf unterschiedliche Standorte verteilt. Weiter erhält unsere vor zwei Jahren geschaffene Werkstatt «Wald und Forst», die täglich in den regionalen Wäldern anzutreffen ist, einen geschützten Platz, wenn es aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, im Wald zu arbeiten.
Und dann freuen wir uns natürlich auf das öffentlich zugängliche Café, den Co-Working-Space und die Seminarräume, die einerseits attraktive Arbeitsplätze für die von uns begleiteten Personen bieten und andererseits Begegnungen und Integration fördern.
Gibt es weitere Ausbaumassnahmen? Wachsen Sie weiter?
Nein, in den Bereichen Arbeit und Wohnen wachsen wir schon länger nicht mehr. Wir verfolgen keine Wachstumsstrategie per se. Der Umzug ins Voco ist ein Zusammenzug und ein Nachvollzug der Entwicklungen der vergangenen Jahre. Insbesondere die «Heuwiese» kam mit der Infrastruktur an die Kapazitätsgrenzen und die «Gütschstrasse» bot keine Barrierefreiheit. Es gibt nun sicherlich Handlungsspielraum, das bestehende Angebot qualitativ und konzeptionell weiterzuentwickeln.
Was geschieht mit den freiwerdenden Räumen an anderen Standorten?
Die Mietliegenschaft an der Gütschstrasse haben wir gekündigt, diese wird dementsprechend künftig entfallen. Für die Räumlichkeiten in der «Heuwiese» läuft derzeit eine Bedarfserhebung. Gleichzeitig bestehen bereits erste Ideen, wie der freie Platz nachhaltig weitergenutzt werden kann.
Auch die zunehmende Zahl älterer und pensionierter Bewohnender, die von der Lh begleitet wird, war bei der Planung ein wichtiger Aspekt. Durch den Umzug der Seifenwerkstatt entsteht am Standort «Schoren» für sie künftig ein zusätzlicher Ort für Begegnung.
Roland Marti