Über 100 junge Erwachsene waren eingeladen zur Jungbürgerfeier der Gemeinden Reinach, Zetzwil und Leimbach. Nur gerade 12 folgten der Einladung. Doch dieses Dutzend erlebte einen abwechslungsreichen Abend.
Vielleicht liegt es daran, dass Jungbürgerfeiern in ...
Über 100 junge Erwachsene waren eingeladen zur Jungbürgerfeier der Gemeinden Reinach, Zetzwil und Leimbach. Nur gerade 12 folgten der Einladung. Doch dieses Dutzend erlebte einen abwechslungsreichen Abend.
Vielleicht liegt es daran, dass Jungbürgerfeiern in der betreffenden Generation einen eher «stieren» Ruf geniessen. Langweilige Reden, förmliches Getue der Gemeindeoberen, womöglich noch eine getarnte Lektion in Staatskunde und als Tüpfelchen auf dem i noch das Absingen der Nationalhymne ...
Nichts von alledem gabs aber am vergangenen Freitagabend im Regionalen Freizeithaus Onderwerch in Reinach, wo die drei Gemeinden ihre jungen Erwachsenen zu einer gemütlichen Feier empfingen. Nach einer ultrakurzen Begrüssung durch Franziska Goldenberger, Gemeinderätin in Reinach, übernahm ihre Amtskollegin Esther Schütz aus Zetzwil und führte ein kleines Quiz durch, bei dem es galt, via Smartphone Fragen zu den drei Gemeinden zu beantworten. Beispielsweise ging es darum, die drei Orte nach deren Einwohnerzahl zu ordnen, schon etwas kniffliger war die Frage nach der Anzahl Nachbargemeinden.
Nach diesem Spiel gingen die Jungbürgerinnen und Jungbürger in zwei Gruppen auf die Erkundung der Lokalität. Betriebsleiter Mich Wyser und Fachbereichsleiterin Jessica Zybach führten ihre Gruppen durch die einzelnen Räume und erklärten die unzähligen Nutzungsmöglichkeiten, die Jungen und Junggebliebenen unkompliziert und zu sehr günstigen Konditionen offenstehen.
Zurück in der grossen Eventhalle wurde es nun Zeit, die knurrenden Mägen zu beruhigen. Das feine Buffet liess keine Wünsche offen und so wurde gespiesen und dazu eifrig diskutiert. Berührungsängste gab es kaum − die Namensschilder aller Anwesenden zeigten nur den Vornamen, und so war man ungeachtet der Funktion in der Gemeinde von Anfang an mit allen per du. Hier fiel auch die Frage, warum nur so wenige Jungbürgerinnen und Jungbürger diesen Anlass besuchten. Vor und nach dem Dessert nutzten viele der Anwesenden die Möglichkeit, das Angebot des Onderwerch auf eigene Faust zu erkunden. Die modern ausgerüsteten Gaming-PCs fanden rasch ihre Nutzer, andere zog es in die Keller-Bar, wo beim Töggele mit oder gegen Reinachs Gemeindeammann Jules Giger der eine oder andere sehenswerte Treffer gelang. Andere testeten die Verstärker im Projektraum und produzierten gleich ein Video für die eigenen Social-Media-Kanäle. Auch das grosse Tanz-Atelier mit der Spiegel-Wand fand seine Fans. Und die Karaoke-Anlage lief dank Stars wie Elton John, den Beatles, Marianne Rosenberg, Rihanna, respektive ihren talentierten Doubles, heiss. Mit Polo Hofers «Alperose» wurde gemeinsam und lautstark ein Song intoniert, in dem wohl mindestens so viel nationale Identität steckt wie im Schweizerpsalm.
Jedenfalls blieben fast alle bis zum Schluss, halfen gar noch beim Aufräumen. Und wäre die Jungbürgerfeier nicht ein Anlass, zu dem man nur ein einziges Mal eingeladen wird, die zwölf Teilnehmenden würden wahrscheinlich im Folgejahr wieder kommen.
Roland Marti