Turbulente Komödie um die Postraub-Beute
07.05.2026 Michelsamt, SchwarzenbachDas Theater Schwarzenbach ist bekannt für seine erfrischenden Inszenierungen. Und hält auch unter neuer Führung am Bewährten fest.
Seit vergangenem Herbst hat die Theatergruppe Schwarzenbach einen neuen Präsidenten. Der junge Philippe Hochstrasser übernahm das Präsidentenamt von Markus Rast. Hochstrasser hält aber wohlweislich am Bewährten fest. Vereinsziel ist nach wie vor die jährliche Inszenierung einer gelungenen Theaterproduktion. In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Komödie «Mission Million – Die Million im Ehebett», im Original von Hans Gmür, nach einer Neubearbeitung von Atréju Diener. Sehr zum Vergnügen des Premierenpublikums am vergangenen Samstag.
Wo ist die Million?
Der Vorhang geht auf, und man ist im Wohnzimmer von Lisa und Jakob Morf. Niemand ist zu sehen. Aus dem Radio erklingt Musik eines Regionalsenders. So weit, so ruhig. Doch dann kommt nicht etwa der Hausherr aus dem Schlafzimmer, sondern der Postbeamte Benno Stierli (gespielt von Bruno Stadelmann), der gerade ein Schäferstündchen bei Lisa (Edith Isenegger) genoss und deshalb die Radiomeldung verpasste, wonach seine Poststelle am Nachmittag überfallen und um eine Million Franken erleichtert worden sei. Schon steht Jakob Morf (Philippe Hochstrasser) vor der aufwändig gesicherten Tür – die Wohnung des Fachmanns für Sicherheitsanlagen ist natürlich mit allerlei technischen Einrichtungen ausgestattet. Wie soll Benno dem gehörnten Ehemann seine Anwesenheit erklären. Die Lage wird richtig verzwickt, als der ermittelnde Kommissar Hubacher (Markus Rast), seine übermotivierte Polizei-Aspirantin Sturzenegger (Christina von Atzigen), der Posträuber (Simon Fankhauser), die gesprächige und sehr neugierige Nachbarin (Ruth Bühlmann), Morfs Freundin (Sabrina Muff) sowie die Grillpoulet-Verkäuferin (Martina Beer) alle in der Wohnung der Morfs auftauchen. Dass sich auch die Beute aus dem Postraub im Raum befindet, sorgt bei jenen, die davon wissen, für zusätzliche Aufregung.
Erfahrene Truppe am Werk
Um es kurz zu machen: Die Inszenierung des Theaters Schwarzenbach wusste sehr zu gefallen, wie auch die vielen Komplimente aus dem Publikum belegen. Die Schauspielenden wirkten glaubwürdig und sicher in ihren Rollen. Die Handschrift von Regisseur Beat Furrer, der gerne aufs Tempo drückt, war zu spüren. Zusätzlich liess er seinem Ensemble freie Hand, wenn es den Text mit eigenen, teils eindeutig zweideutigen Bemerkungen ergänzte. So entstand ein sprudelndes Feuerwerk an Pointen, Gags und Ideen, die das Publikum kaum zu Atem kommen liessen. Einen wichtigen Teil zum Erfolg steuerte auch das Team hinter den Kulissen bei, das mit einem mit viel Technik ausgestatteten Bühnenbild, punktgenau getimten Ton-Einspielern und sogar herunterbröckelndem Putz, als sich ein Schuss in die Zimmerdecke verirrte, ebenfalls viel Herzblut offenbarte.
Auch der Rahmen passt
Nicht, dass es dessen bedurft hätte … aber mit der schönen Tombola hielten die Schwarzenbacher Theaterleute sogar in der Pause die Spannung hoch. Und wer seinen Energietank wieder auffüllen wollte, wurde von den Mitgliedern der Guggemusig Bräntetätscher kulinarisch verwöhnt. Auch diese Zusammenarbeit ist eingespielt und klappt ausgezeichnet. Rundum ein gelungener Abend. Wer diesen verpasst hat, findet kommenden Freitag und Samstag zwei weitere Gelegenheiten und die nötigen Infos dazu auf der Website theater-schwarzenbach.ch
Roland Marti


