«Von euch habe ich gelernt, wie Gott wirkt»
09.07.2026 MichelsamtMit grosser Dankbarkeit, tosendem Applaus und vielen persönlichen Worten verabschiedeten die fünf Michelsämter Pfarreien am Sonntag ihre langjährige Pastoralraumleiterin Theres Küng-Bachmann. Im Mittelpunkt der bewegenden Feier stand nicht nur ihr Wirken der ...
Mit grosser Dankbarkeit, tosendem Applaus und vielen persönlichen Worten verabschiedeten die fünf Michelsämter Pfarreien am Sonntag ihre langjährige Pastoralraumleiterin Theres Küng-Bachmann. Im Mittelpunkt der bewegenden Feier stand nicht nur ihr Wirken der vergangenen elf Jahre, sondern auch ihre Botschaft: Gemeinsam lasse sich jede Herausforderung angehen.
Es lag eine besondere Stimmung in der Luft, als sich die Pfarrkirche in Rickenbach vergangenen Sonntagmorgen mit zahlreichen Gottesdienstbesuchenden füllte. Die Kirchenchöre Beromünster, Neudorf und Rickenbach, unter der Leitung von Henryk Rihm, sangen ihre Melodien, bis Pfarreiseelsorgerin Maria Gadenz dazu einstimmte, zur Ruhe zu kommen.
Franziska Kaufmann
Mit der offiziellen Verabschiedung von Theres Küng-Bachmann stand eine besonders emotionale Gottesdienstfeier bevor. Seit dem 1. Oktober 2015 leitete sie die fünf Michelsämter Pfarreien St. Stephan Beromünster, St. Agatha Neudorf, St. Mauritius Pfeffikon, St. Margaretha Rickenbach sowie Peter und Paul Schwarzenbach. Mit der Errichtung des Pastoralraums Michelsamt übernahm sie im November 2017 zusätzlich dessen Leitung. Während der vergangenen Dekade hat Theres Küng den Pastoralraum tatkräftig mitaufgebaut und weiterentwickelt, sodass man nun gestärkt in die Zukunft schreiten kann. Dass sie mit ihrer Menschlichkeit, ihrem grossen Engagement und ihrem Gottvertrauen viel Gutes bewegt hat, spiegelte sich im grossen Interesse am Gottesdienst wider, zu dem die Kirchenräte und Pfarreimitarbeitenden mit einem «Vergelt’s Gott» eingeladen hatten. Zahlreiche Gäste aus den umliegenden Pfarreien sowie der Don Bosco Bruderschaft nahmen ebenfalls an der Feier teil, durch die Pater Bruno Oegerli gemeinsam mit Maria Gadenz führte.
Ein Joch hilft, Last gemeinsam zu tragen
Doch die Eröffnung des Gottesdiensts wurde dann Theres Küng zuteil. Dabei griff sie die bekannte Joch-Analogie aus der Bibel auf und übertrug sie auf ihre Zeit im Michelsamt. Ein Joch sehe zwar schwer aus, erleichtere aber die Arbeit, weil es die Last auf mehrere Schultern verteile. Genauso habe sie die vergangenen Jahre erlebt: Auch grosse Herausforderungen seien dank der Zusammenarbeit nie zur Last geworden, sondern gemeinsam bewältigt worden. «Ein Joch alleine zu tragen, macht wenig Sinn», resümierte Theres Küng in gewohnt humorvoller Manier. «Das macht nur ein Ochse oder ein Esel.»
Nebst den gebündelten Kräften, mit denen man gemeinsam ein Joch trägt, habe sie in den vergangenen elf Jahren immer wieder die Kraft Jesu gespürt – in Gesprächen, Begegnungen und in herausfordernden Zeiten, die sie als Seelsorgerin mit den Menschen teilte. «Von euch habe ich gelernt, wie Gott wirkt», sagte Theres Küng und dankte damit herzlich für das ihr entgegengebrachte Vertrauen der Kirchgemeindemitglieder. Gott sehe sie dabei als wichtigstes Teammitglied.
«Abschied vom Team schmerzt»
Sichtlich gerührt verabschiedete sich Theres Küng-Bachmann von «ihren» Pfarreien. «Der Abschied vom Team schmerzt, doch ich habe meine Arbeit getan.» Sie schaue dankbar zurück auf das, was im Pastoralraum geackert wurde und gekeimt ist. Einerseits sehe sie Blüten und Knospen, andererseits gebe es Stellen, die noch brach lägen. Nun sei es an der Zeit, diese mit neuen Impulsen anzugehen. «Das Wirken Gottes hier im Michelsamt in Worte zu fassen – dafür bin ich eingestanden. Nicht mehr und nicht weniger.»
«Du hast immer wieder Brücken gebaut»
Auch Markus Schmid, Kirchenratspräsident Beromünster, würdigte im Rahmen des Gottesdienstes Theres Küngs wertvolles Schaffen der vergangenen fast elf Jahre stellvertretend für die Michelsämter Pfarreien. «Wir blicken dankbar auf die gemeinsame Zeit und sagen dir von Herzen: Vergelt’s Gott.» Besonders hob er ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Verlässlichkeit und ihre Nähe zu den Menschen hervor. Den Aufbau des Pastoralraums habe sie mit grosser Umsicht, Ausdauer und Herzblut vorangetrieben. «Du hast immer wieder Brücken gebaut – zwischen den Pfarreien und zwischen Menschen mit unterschiedlichsten Anliegen.» Lang hallte der zustimmende Applaus nach, begleitet von Standing Ovations, und Theres Küng-Bachmann liess sich davon berühren. Markus Schmid würdigte ihre mitfühlende Persönlichkeit auch in seinen Worten: «Vor allem aber, liebe Theres, bist du Seelsorgerin. Mit Herz und Seele und einem Glauben, der trägt.» So sei sie den Menschen in Freud und Leid stets zur Seite gestanden.
Blumen für die Seelsorgerin mit Leib und Seele
Theres Küng zieht nun weiter. Ihren reichen Erfahrungsschatz und ihre Fähigkeiten setzt sie künftig im Bistum Basel als Regionalverantwortliche der Bistumsregion St. Viktor ein. «Deine neue Aufgabe passt zu dem, wie wir dich erlebt haben», meinte Markus Schmid weiter. Der Abschied falle schwer, doch man blicke mit Dankbarkeit und Respekt auf die gemeinsame Zeit zurück und wünsche ihr für die Zukunft Kraft, Freude, Zuversicht und Gottes Segen.
Mit herzlichen Umarmungen, einem prächtigen Blumenstrauss und einer Geschenkstasche, gefüllt unter anderem mit einem Gutschein für einen Besuch im Gästehaus Kloster Bethanien in Kerns, setzte man einen würdigen Schlusspunkt unter die emotionale Verabschiedung.
Doch wer sich verabschiede, habe jeweils einen Wunsch frei, meinte Theres Küng abschliessend. So bat sie alle darum, in den nächsten Wochen jene Menschen zu besuchen, die Unterstützung und Zuversicht benötigen – denn sie schaffe es aufgrund der begrenzten Zeit nicht mehr. So blieb sie sich auch in ihren letzten Worten treu: eine Seelsorgerin durch und durch.
Gemeinsam liess man den Gottesdienst mit den Klängen des Kirchenchors ausklingen, bevor man im Pfarrgarten bei schönstem Sonnenschein einen Apéro genoss. Dazu erklangen feierliche Melodien, gespielt von einer Kleinformation der MG Beromünster. Dabei hatten viele Menschen Gelegenheit, sich auch persönlich von Theres Küng zu verabschieden.
Das Amt von Theres Küng-Bachmann übernimmt Daniel Unternährer. Die Einsetzungsfeier findet am Sonntag, 6. September um 10.15 Uhr in der Pfarrkirche St. Stephan, Beromünster statt.
Nach 18½ Jahren verabschiedet
Nicht nur Theres Küng-Bachmann wurde am Sonntag verabschiedet. Auch für Henryk Rihm endete mit dem Gottesdienst ein langjähriges Kapitel.
Der Dirigent leitete zur Feier des Tages die Kirchenchöre Beromünster, Neudorf und Rickenbach als Gemeinschaftschor und verabschiedete sich nach 18½ Jahren als Chorleiter des Kirchenchors Rickenbach.
Chorpräsident und Kirchenrat Christoph Marchal würdigte Henryk Rihms grosses Engagement und dankte ihm im Namen der Kirchenräte und Chormitglieder für die treue und stets angenehme Zusammenarbeit während beinahe zwei Jahrzehnten. Als Organist wird Henryk Rihm der Pfarrei weiterhin erhalten bleiben.
Mit einem Augenzwinkern richtete sich der Dirigent anschliessend an die Gottesdienstbesuchenden: «Ich bin der Meinung, dass man im Leben nicht alles probiert haben muss. Ich empfehle euch aber wärmstens, einmal einen Kirchenchor zu dirigieren.» Es sei phänomenal, wie Musik das Hier und Jetzt erlebbar mache. Gemeinsam mit einem Chor zu musizieren, sei ein Geschenk. Zum Schluss dankte er allen Sängerinnen und Sängern für ihre Treue und die vielen gemeinsamen Jahre. Über den grossen Geschenkskorb samt Spitzbub freute sich der Kirchenmusiker sichtlich.
Franziska Kaufmann





