Was passiert mit dem Schloss Trostburg?
15.10.2026 Wynental, TeufenthalDas Schloss Trostburg ist seit einiger Zeit Objekt eines Rechtsstreits. Zuletzt hob das Aargauer Verwaltungsgericht die Bewilligung für die geplante Umnutzung auf.
Es thront über Teufenthal und scheint darauf zu warten, dass es wieder Besucherinnen und Besucher ...
Das Schloss Trostburg ist seit einiger Zeit Objekt eines Rechtsstreits. Zuletzt hob das Aargauer Verwaltungsgericht die Bewilligung für die geplante Umnutzung auf.
Es thront über Teufenthal und scheint darauf zu warten, dass es wieder Besucherinnen und Besucher begrüssen darf. Aktuell befindet sich das Schloss Trostburg in einem unfreiwilligen Dornröschenschlaf. Schuld daran ist nicht, wie im Märchen eine Spindel, sondern die Einsprache eines Nachbarn.
2022 erhielt die Siesta-Immobilien AG aus Rüschlikon, der das Schloss gehört, vom Teufenthaler Gemeinderat die Baubewilligung für die nötige Nutzungsänderung. Geplant war, dass das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Es sollten Anlässe wie Seminare, Sitzungen, Apéros, Feiern und Trauungen stattfinden können. Zudem waren öffentliche Führungen durch das Schloss vorgesehen.
Doch trotz Bewilligung gestaltete sich die Zukunft des Schlosses nicht einfach, es gingen zwei Einsprachen aus der Nachbarschaft ein. Eine davon wurde kurz darauf wieder zurückgezogen. «Wir haben mit der betreffenden Partei gesprochen und konnten uns einigen», erklärt Bernath, Präsident der Siesta-Immobilien AG. Mit der anderen Partei konnte jedoch keine Einigung erzielt werden. Der Teufenthaler Gemeinderat wies die Beschwerden jedoch ab. Daraufhin zog der benachbarte Einsprecher die Sache an den Regierungsrat weiter.
Verwaltungsgericht sieht es anders
Auch dieser befasste sich mit der Sachlage und genehmigte im Mai 2025 die Umnutzung des Schlosses. Dieser Entscheid wurde daraufhin an das Verwaltungsgericht weitergezogen, das sich nun gegen den vorausgehenden Entscheid aussprach und die Beschwerde guthiess. Mitte August dieses Jahres hob es die Bewilligung der Gemeinde auf und forderte von der Siesta-Immobilien AG weitere Abklärungen und zusätzliche Dokumente.
Das Problem: Das Schloss Trostburg liegt zum Teil in der Landwirtschaftszone. In dieser gibt es für schützenswerte Bauten eine Ausnahmeregelung. Diese lässt landwirtschaftsfremde Nutzungen nur zu, wenn der Erhalt der geschützten Bauten anders nicht möglich ist. «Der Unterhalt des Schlosses ist nicht günstig», betont Bernath. Mit einer Umnutzung könne ein Teil der Kosten getragen werden. Der Regierungsrat sah dies zuvor ähnlich, während das Verwaltungsgericht nun weitere Abklärungen verlangt. So soll eine Kosten-/Nutzungsrechnung erstellt werden. Auch ein Nutzungs- und Verkehrskonzept wird verlangt. «Da sind wir jetzt dran», sagt Bernath.
Keine simultanen Veranstaltungen
Bernath weist aber auch mehrere Kritikpunkte zurück. Die Geräusche, die die Anlässe eventuell verursachen, welche im Verwaltungsgerichtsentscheid angesprochen werden, seien beim Grundstück des Beschwerdeführers gar nicht mehr zu hören. Zudem sei nicht geplant, Feste mit hunderten Feiernden anzubieten. «Wir haben 13 bewilligte Parkplätze. Wenn pro Auto fünf Personen kommen, dann sind es 65 Menschen, die auf dem Schloss feiern.» Viel grössere Feiern wolle man gar nicht anbieten. In den bisherigen Auflagen sind die Besucherzahlen nicht beschränkt. «Das werden wir nun machen. Es wird eine Höchstzahl geben», versichert Bernath. Simultane Events seien nicht geplant. Wenn ein Anlass auf dem Schloss stattfinde, dann jeweils nur ein einzelner und nicht mehrere gleichzeitig. Ebenfalls denke man nicht daran, mehrere Anlässe an aufeinanderfolgenden Tagen zu stattfinden zu lassen.
Zum Thema Schulwegsicherheit, welches vom Verwaltungsgericht ebenfalls angesprochen wurde, meint Bernath: «Die Anlässe werden grösstenteils am Wochenende stattfinden. Wenn einer unter der Woche stattfinden sollte, dann ist das eine Ausnahme.»
Gemäss Bernath bereitet die Siesta-Immobilien AG aktuell die nötigen Unterlagen auf, die vom Verwaltungsgericht gefordert werden. Ziel ist es, sich weiter für die Umnutzung des Schlosses einzusetzen und es so der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Melanie Köchli

