Neben der Schliessung des Akutspitals der ASANA Spital Menziken hinterlässt vor allem die künftige Notfallversorgung die grössten Fragezeichen in der Bevölkerung.
Mit dem Ende des Akutspitals verlieren nicht nur 149 Mitarbeitende ihre Arbeit. Auch der ...
Neben der Schliessung des Akutspitals der ASANA Spital Menziken hinterlässt vor allem die künftige Notfallversorgung die grössten Fragezeichen in der Bevölkerung.
Mit dem Ende des Akutspitals verlieren nicht nur 149 Mitarbeitende ihre Arbeit. Auch der Wegfall des gewohnten 24 Stunden Notfalldienstes sorgt für tiefe Verunsicherung. Ist die Notfallversorgung für die über 30’000 Einwohnerinnen und Einwohner der Agglomeration Oberwynental künftig noch gewährleistet?
Das Wynentaler Blatt hat sich dieser Frage angenommen und direkt bei Sandra Lambroia, CEO des ASANA Spitals Menziken, nachgefragt. «Der Rettungsdienst wird auch nach dem Wechsel zum LUKS weiterhin Teil der Rettungsorganisation Aargau und für das ihm zugeteilte Einsatzgebiet – wie bislang auch – zuständig sein. Wird also die 144 angerufen, wird über diese Nummer wie gewohnt der Rettungsdienst aufgeboten», erklärt Lambroia.
Für Fragen sorgt derweil die geplante «Walk in Notfallstation», die bei gesundheitlichen Problemen ohne Anmeldung aufgesucht werden kann. Sie soll der Bevölkerung im Tagesbetrieb für Notfälle und sämtliche Facetten gesundheitlicher Beschwerden zur Verfügung stehen. Die genauen Öffnungszeiten sind allerdings noch nicht spruchreif. Eine andere Variante ist, dass man den Hausarzt oder Arzt mit Notfalldienst anruft und vorstellig wird.
Kreative Lösung für chirurgische Notfälle
Die erwähnte Rettungskette über die 144 steht für alle Fälle offen – vom schweren Herzinfarkt bis Sturz oder Platzwunde. Entscheidend ist, wie mobil und orientiert der Patient ist. Doch gerade das Zentrum für Orthopädie und Chirurgie ZOC Oberwynental in Reinach hat auf die Spitalschliessung und die Übernahme des Notfalls durch die LUKS Gruppe reagiert. Die Praxis bietet der Bevölkerung neu eine Anlaufstelle für chirurgische Notfälle während der üblichen Praxisöffnungszeiten an. Besonders bei kleineren Verletzungen wie Verstauchungen, verdrehten Kniegelenke oder Platzwunden ist das Aufbieten der Ambulanz oft unverhältnismässig.
Dr. med. Michael Kettenring und Dr. med. Bernd Heiniger blicken auf eine lange Erfahrung zurück: «Seit zwanzigeinhalb Jahren habe ich pro Monat im Durchschnitt rund zehn Dienste im Spital Menziken geleistet, manchmal waren es sogar fünfzehn bis zwanzig», erklärt Kettenring. Er war damit jahrelang der direkte Ansprechpartner oder auch Operateur für chirurgische Notfälle und stand Assistenzärzten Tag und Nacht beratend zur Seite. Diese eingespielte Struktur fällt ab November weg, da die neue Notfallpraxis an das LUKS angegliedert wird. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies längere Wege, da Überweisungen nach Sursee oder Luzern anstehen.
Das ZOC Reinach mit Dr. med. Michael Kettenring und Dr. med. Bernd Heinrich springt daher in die Bresche und versucht mit diesem Angebot, den Verlust des spitalinternen Notfalldienstes für die Region zumindest teilweise abzufedern.
Dominique Rubin