An der ordentlichen Generalversammlung der SVP Holziken wurde Jacqueline Hächler als Bezirksrichterin für die Nomination durch die Bezirkspartei Kulm bestätigt und Christina Eicher als in stiller Wahl bestimmte Friedensrichterin vorgestellt. Landstatthalter Jean-Pierre ...
An der ordentlichen Generalversammlung der SVP Holziken wurde Jacqueline Hächler als Bezirksrichterin für die Nomination durch die Bezirkspartei Kulm bestätigt und Christina Eicher als in stiller Wahl bestimmte Friedensrichterin vorgestellt. Landstatthalter Jean-Pierre Gallati erläuterte die aktuelle Lage im Gesundheitswesen und bei der Landesverteidigung.
(Eing.) Gegen 50 Personen folgten der Einladung zur Versammlung, die drei Teile beinhaltete. Im ersten Teil wurden die statutarischen Geschäfte der Partei abgewickelt, der zweite Teil gehörte dem Vorsteher des Departementes Gesundheit und Soziales, Regierungsrat Jean-Pierre Gallati und für den dritten Teil blieb Zeit für Geselligkeit und Gespräche. Für die anstehende Ersatzwahl ins Bezirksgericht Kulm schlägt die SVP Holziken Jacqueline Hächler der SVP Bezirkspartei zur Nomination vor.
Kostenwachstum ist enorm
Landstatthalter Jean-Pierre Gallati ist bekannt für Offenheit und Transparenz. So waren es insbesondere beeindruckende Zahlen, die er zum Gesundheitswesen im Kanton Aargau aufzeigte. Beim Anliegen zur Abgabe von Medikamenten durch Hausärzte kam er schnell auf Funktion, Hausärztemangel, Tarif und Rahmenbedingungen zu reden. Der «Tablettenkrieg» wütet im Aargau seit 2013, seither sind alle politischen Vorstösse gescheitert. «Die Selbstdispensation ist nicht der entscheidende Hebel gegen Hausärztemangel», ist Gallati überzeugt. Im Kanton Aargau werden Hausärzte auf verschiedene Arten unterstützt. Bei den Spitälern unterstrich Gallati die Notwendigkeit des Ertrages zur Bildung von Reserven für Investitionen. «Was in Baden gelang, ist in Aarau gescheitert.» Noch vor Beginn des Neubaus «Dreiklang» in Aarau drohte Insolvenz und der Kanton stand mit 240 Millionen Franken zur Seite. Der Neubau des KSA ist mit 756 Millionen Franken und die Inbetriebnahme 2027 geplant. Gallati zeigt sich zuversichtlich.
Bis 2035 werden 1500 Pflegeplätze fehlen
Bei der Pflegeversorgung bestehen besondere Herausforderungen. Einerseits fehlt es an Infrastruktur und Personal, andererseits steigen die Restkosten des nichtfinanzierten Aufwandes für die Versorgung Pflegebedürftiger rasant an. Diese sind zu einem grossen Teil von den Gemeinden zu tragen. Ein Drittel der neuausgebildeten Pflegefachkräfte verlassen ihren Beruf wieder. «Gründe sind gemäss Umfrage schlechte Werte bei Vereinbarkeit und Privatleben sowie beim Lohn», begründete Gallati. So sind als Massnahme Spitäler, Pflegeheime und Spitex-Organisationen zur Ausbildung von Fachpersonal verpflichtet. Dazu kommen auch hier verschiedene weitere Fördermassnahmen zur Anwendung. Die grösste Sorge des Gesundheitsdirektors: «Das Kostenwachstum im Gesundheitswesen ist enorm».
Der Blick des Militärdirektors
Sozusagen als Zugabe nahm Jean-Pierre Gallati, der in seinem Departement auch für Militär und Bevölkerungsschutz zuständig ist, die Sicherheitslage der Schweiz ins Visier. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges ist auch der Schweiz bewusst, dass Kriege in Europa möglich sind. «Die Schweiz ist nicht vorbereitet. Weder strategisch, noch personell und schon gar nicht bei der Rüstung.» Als Massnahmen findet er rasche Aufrüstung, die Prüfung der Schutz-Wirkung der Neutralität und von Verteidigungsbündnissen wichtig. «Die Verteidigungslücke dürfte bis 2050 dauern und bis dahin ist die Schweiz nicht verteidigungsfähig», mahnte Gallati.