Seit Freitag steht in der Nähe des Kücheneingangs vom Löwensaal ein Kühlschrank. Was das Gerät an diesem aussergewöhnlichen Platz zu suchen hat und wer es nutzen kann, das erklärt David Stephan, Präsident des Anker-Vereins.
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Seit Freitag steht in der Nähe des Kücheneingangs vom Löwensaal ein Kühlschrank. Was das Gerät an diesem aussergewöhnlichen Platz zu suchen hat und wer es nutzen kann, das erklärt David Stephan, Präsident des Anker-Vereins.
«Das erste Mal habe ich im Gespräch mit einem Arbeitskollegen von «Madame Frigo» gehört», erzählt David Stephan. Das Konzept von einem öffentlichen Kühlschrank, in dem Obst, Gemüse, Brot, verschlossene Produkte und alkoholfreie Getränke für andere zugänglich gemacht werden, wenn man sie zuhause nicht mehr konsumiert, gefällt ihm. «Ich fand, ein Engagement gegen Food Waste würde zu den Anker-Aktivitäten passen. Geht es uns doch darum, das Miteinander in Böju zu stärken und zu gestalten.» Der Beschluss ist schnell gefasst: Der Gewinn der vergangenen Monate soll die Anschaffungskosten für den Kühlschrank decken.
«Für die Standortbestimmung sowie den längerfristigen Betrieb haben wir uns an die Gemeinde gewandt.» Deren schnelle, positive Rückmeldung habe alle sehr gefreut. «Auch weil es zeigt, wenn man sich engagieren möchte, ist vieles möglich.» Das Helferteam ist bald gefunden. «Total sind wir zehn Leute. Eine Person übernimmt eine Woche, in der sie mehrmals den Inhalt auf die Vorgaben prüft, für Ordnung und Sauberkeit sorgt. Es gibt einen nicht allzu dichten Turnus, damit sich niemand überfordert fühlt.»
Warum denkt er, macht «Madame Frigo» in Böju Sinn? «Der Einsatz gegen Food Waste ist generell wichtig.» Man habe sich schnell einmal beim Einkauf verschätzt. Die Arbeitspläne stünden plötzlich dem Kochen im Weg, ein Besuch falle aus … es gebe unzählige Gründe. «Die Lebensmittel dann anderen zur Verfügung zu stellen, indem man sie in den Kühlschrank bringt, ist doch ein «Win-Win» nach allen Seiten.» Bei «Madame Frigo» reinzuschauen, könne jenseits einer persönlichen «Haushaltslage» zur Grundhaltung werden. «Man kann das eigene Konsumverhalten weiterentwickeln. Und wenn das zusätzlich den einen oder anderen in einer finanzkritischen Lage unterstützt, umso besser.»
Graziella Jämsä
Mehr zum Projekt «Madame Frigo» auf www.madamefrigo.ch