Zustimmung und Applaus zum Start der Analyse
18.06.2026 Seetal, Leutwil, DürrenäschZwei Gemeindeversammlungen mit jeweils fünf Traktanden, wobei eines auf beiden Listen vertreten war: Der Projektierungskredit in Höhe von 80’000 Franken für die Fusionsabklärungen. Ein Abend wurde zur Grundlage.
«Die Zahlenpräsentation ...
Zwei Gemeindeversammlungen mit jeweils fünf Traktanden, wobei eines auf beiden Listen vertreten war: Der Projektierungskredit in Höhe von 80’000 Franken für die Fusionsabklärungen. Ein Abend wurde zur Grundlage.
«Die Zahlenpräsentation zur Jahresrechnung ist kompakt konzipiert», versprach der Leutwiler Gemeindeammann Lukas Spirgi. «Mir ist bewusst, dass ein anderes Traktandum interessanter sein könnte.» Doch über den Ertragsüberschuss in Höhe von Fr. 9003.16 statt des Defizits von 197’100 Franken haben sich die 64 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger selbstverständlich gleichermassen gefreut.
Positive Mehrerträge
Abweichungen vom Budget sind unter anderem in der Verwaltung entstanden. «Das Verpflichten eines externen Gemeindeschreibers ist nicht günstig.» Auch im Ressort Gesundheit sind grössere Kosten entstanden, da die Beiträge zur Pflegefinanzierung von seiten des Kantons schlecht planbar sind. Die IT-Umstellung wurde vollzogen. Positiv zeigten sich Mehrerträge bei Finanzen und Steuern. Die Jahresrechnung wurde angenommen, ebenso wie der Rechenschaftsbericht.
Anschliessend konnte man zum vierten Traktandum schreiten. Lukas Spirgi beschrieb den Sachverhalt analytisch: «Betrachtet man die aktuelle Situation der beiden Gemeinden, sieht man, dass unsere Herausforderungen sich ähnlich sind.» Es sei schwierig, die politischen Stellen zu besetzen. Der Anteil in der Verwaltung nehme durch gesetzliche Vorschriften immer mehr zu. Und in regionalen Verbänden könne man seine Anliegen durch die geringere Einwohnerzahl nicht immer ausreichend geltend machen.
«Was Dürrenäsch betrifft, arbeiten wir schon an vielen Stellen zusammen. Wir kennen einander und das ist doch eine gute Grundlage für weitere Abklärungen», sagte Lukas Spirgi. Er stellte die Projektorganisation und den Zeitplan vor, nicht zu vergessen die finanzielle Unterstützung vom Kanton an Gemeinden, die sich mit einer Fusion befassen. «Aktuell stehen wir gut genug da, um uns sorgfältig mit einer allfälligen Fusion zu befassen. In fünf, sechs Jahren könnte das ganz anders aussehen.» Die 64 Anwesenden teilten Lukas Spirgis Meinung. Der Projektierungskredit wurde einstimmig angenommen und das Ergebnis erntete gutgelaunten Applaus.
Dürrenäsch
Die Gemeindeversammlung in Dürrenäsch war rekordverdächtig kurz. 84 Dürrenäscherinnen und Dürrenäscher behandelten fünf Traktanden innerhalb von 31 Minuten. In schnellem Tempo wurden die ersten beiden Traktanden, das Protokoll und der Rechenschaftsbericht genehmigt. Dass auch die Jahresrechnung 2025 bewilligt wurde, überraschte niemanden, schliesslich gab es einen Ertragsüberschuss von 7’686’535.62 Franken. Grund für diesen Überschuss war der Verkauf des Elektrizitätswerks.
Logisch und naheliegend
Das vierte Traktandum befasste sich mit dem Kredit zur Fusionsabklärung mit dem Nachbardorf Leutwil. «Wir hatten am 20. Mai eine Infoveranstaltung», erklärte Gemeindeammann Josef Willi (das Wynentaler Blatt berichtete). «Das Vertrauen ist da», betont er in Bezug auf Leutwil und nannte das Nachbardorf «eine logische und naheliegende Partnerwahl.» Weiter betonte Willi, dass es sich hier nur um eine Abklärung handle. Ein positiver Entscheid zur Abklärung sei nicht automatisch ein positiver Entscheid zur Fusion, sondern sorge dafür, dass das Vorhaben detailliert analysiert werden könne.
«Momentan sind die Fusionszahlen alle mit einem Steuerfuss von 118 % gerechnet», führte Willi weiter aus. Somit würde sich für Dürrenäsch nichts ändern. Nachdem ein Anwesender noch einige klärende Fragen stellte, wurde über den Kredit abgestimmt. Mit 53 Ja- zu 13 Nein-Stimmen nahm der Souverän den Kredit an. Da es im Anschluss keine weiteren Wortmeldungen mehr gab, war die Gemeindeversammlung nach diesem Entschluss fertig.
Graziella Jämsä
Melanie Köchli
Alle Entscheide unterliegen dem fakultativen Referendum.

