Tatendrang hinter den Kulissen
25.06.2026 Michelsamt, RickenbachEinmal im Monat berichten die einzelnen Rickenbacher Gemeinderäte und der Geschäftsführer abwechslungsweise über Aktivitäten aus ihrem Tätigkeitsgebiet und informieren auf diese Weise die Bürgerschaft über persönliche Erfahrungen und ...
Einmal im Monat berichten die einzelnen Rickenbacher Gemeinderäte und der Geschäftsführer abwechslungsweise über Aktivitäten aus ihrem Tätigkeitsgebiet und informieren auf diese Weise die Bürgerschaft über persönliche Erfahrungen und Eindrücke. Den Juni-Beitrag liefert Adrian Häfeli, Gemeinderat Ressort Präsidiales.
Spüren Sie es auch? Es liegt etwas in der Luft. Ein kollektives Aufatmen, das sich von Tag zu Tag heimlich, still und leise ausbreitet. Die Tage sind lang, die Abende lau, und in den Terminkalendern der Gemeinderäte zeichnet sich langsam aber sicher eine ungewohnte Leere ab. Richtig, die Sommerpause steht vor der Tür. Die Zeit, die in den Medien gerne als «Sommerloch» betitelt wird und in der das öffentliche Leben gefühlt für ein paar Wochen den Atem anhält.
Wenn ich mich in diesen Tagen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Gemeinderat austausche, hört man oft den Satz: «Bald wird es wieder ruhiger.» Doch als Gemeinderat blicke ich mit einem ganz speziellen Gefühl auf die kommenden Wochen. Denn eines ist klar, die Sommerpause ist kein plötzlicher Stillstand, sie ist das wohlverdiente Luftholen vor den grossen Aufgaben, die im Herbst auf uns warten.
Die Ruhe vor dem Handwerkereinsatz
Man könnte meinen, wenn das Gemeindehaus seine Türen für die Ferienzeit öfters schliesst, passiere in unserer Gemeinde gar nichts mehr. Das Gegenteil ist der Fall. Während viele von Ihnen bald die Koffer packen, um an den Strand zu fahren, in die Berge zu reisen oder die freien Tage zuhause zu geniessen, geht es in unseren Schulhäusern erst richtig los.
Die anstehende Sommerpause ist das wichtigste Zeitfenster des Jahres für intensive Unterhaltsarbeiten. Sobald die Schulhäuser leer stehen, rücken Handwerker, Hauswarte und Reinigungskräfte an. Dringende Wartungsarbeiten werden genau jetzt terminiert. Das Ziel ist sportlich: Wenn der Alltag im August wieder hochfährt, muss alles bereit und sauber sein. Für die Liegenschaftsverwaltung bedeutet die Pause der Politik also vor allem eines: Ärmel hochkrempeln.
Aber der Sommer bringt natürlich noch andere, viel lebendigere Projekte mit sich. Während wir Erwachsenen noch die letzten Pendenzen vor den Ferien erledigen, packen die Kinder und Jugendlichen unserer Gemeinde bereits ganz andere Sachen: Schlafsack, Taschenlampe und die Vorfreude auf das absolute Sommer-Highlight: das Pfadilager. Für viele unserer Jüngsten steht mit dem Zeltlager das grosse Abenteuer des Jahres an. Ein riesiges Dankeschön gebührt schon jetzt den Leiterinnen und Leitern, die mit enormem ehrenamtlichem Engagement unvergessliche Wochen im Grünen organisieren. Dieses Lagerleben ist gelebte Gemeinschaft und zeigt, wie vital unsere Vereinswelt gerade in den Ferien ist.
Ein Ort der Würde
Ein Projekt, das uns in den kommenden Monaten besonders intensiv beschäftigen wird, betrifft einen Ort, der uns allen am Herzen liegt: unseren Friedhof. Die Bestattungskultur verändert sich spürbar, und damit wandeln sich auch die Erwartungen an eine würdige Ruhestätte. Um den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen unserer Bevölkerung gerecht zu werden, hat der Gemeinderat jüngst eine Studie zur Umplanung des Friedhofs in Rickenbach in Auftrag gegeben. Die bevorstehende Sommerpause nutzen wir nun aktiv, um dieses sensible Thema voranzutreiben. Wir werden die sitzungsfreie Zeit dazu verwenden, verschiedene Friedhöfe zu besichtigen, um wertvolle Impulse zu sammeln. Gleichzeitig ist es uns ein grosses Anliegen, den Dialog zu suchen. Wir werden uns mit verschiedenen Anspruchsgruppen austauschen, um sicherzustellen, dass die Neugestaltung sowohl den funktionalen Anforderungen als auch den emotionalen und spirituellen Bedürfnissen unserer Gemeinschaft entspricht.
Geniessen wir die Entschleunigung
Bevor die grosse Sommerruhe aber einkehrt, spüren wir alle noch die Hektik der «letzten Erledigungen». Alles muss noch schnell vor den Ferien fertig werden. Ich möchte Sie dazu ermutigen, schon jetzt einen Gang runterzuschalten. Freuen wir uns auf die Zeit, in der die Uhren gefühlt ein bisschen langsamer ticken.
Nutzen wir die kommenden Wochen für das, was im Alltag oft zu kurz kommt: den ungezwungenen Schwatz über den Gartenzaun, das spontane Feierabendbier mit den Nachbarn oder die langen Abende draussen, während die Kinder bis zum Einbruch der Dunkelheit spielen. Eine lebendige Gemeinde speist sich nicht nur aus Reglementen und Paragrafen, sondern vor allem aus der Lebensqualität und dem Miteinander ihrer Menschen.
Ich wünsche Ihnen allen schon jetzt eine wunderbare, erholsame und sonnige Sommerzeit, egal, ob Sie die Ferne suchen oder die Vorzüge unserer schönen Heimat geniessen. Tanken Sie Kraft! Wir im Gemeinderat tun es auch, damit wir im Herbst wieder voller Energie für Sie da sind.
Adrian Häfeli


