Ein Provisorium für den Kindergarten
19.05.2022 UnterkulmVon den insgesamt 1975 Unterkulmer Stimmbürgern nahmen 39 an der Gemeindeversammlung teil. Sie hiessen sämtliche Traktanden gut, womit nun ein dringend benötigtes Provisorium für den Kindergarten gebaut werden kann. Zustimmung erhielt auch die Neuanschaffung eines ...
Von den insgesamt 1975 Unterkulmer Stimmbürgern nahmen 39 an der Gemeindeversammlung teil. Sie hiessen sämtliche Traktanden gut, womit nun ein dringend benötigtes Provisorium für den Kindergarten gebaut werden kann. Zustimmung erhielt auch die Neuanschaffung eines Kommunalfahrzeuges für den Technischen Betrieb.
hg. Bevor er die Gemeindeversammlung offiziell eröffnete, gab Gemeindeammann Emil Huber seiner Freude darüber Ausdruck, dass man sich wieder ohne Auflagen begegnen und nach der Gmeind endlich wieder einmal beim Apéro austauschen kann. «Doch ist die Gemeindeversammlung, wie wir sie heute kennen, in der Zukunft überhaupt noch gewünscht, oder tauschen wir uns künftig nur noch digital aus?», stellte er die Frage in den Raum. «Üben konnten wir das ja in der Coronazeit zur Genüge. Aber Hand aufs Herz, es ist doch viel schöner, wenn man von Angesicht zu Angesicht miteinander diskutieren kann». Dass die Zukunft immer digitaler geprägt sein wird, daran wird kein Weg vorbeiführen. «Doch heute halten wir die Botschaft zur Gemeindeversammlung noch in Papiervorlage in den Händen», leitete der Gemeindeammann zum geschäftlichen Teil über.
Erfreuliches Rechnungsergebnis
Von den insgesamt 1975 Unterkulmer Stimmbürgern waren 39 in der Mehrzweckhalle anwesend. Nach Protokoll und Rechenschaftsbericht ging es darum, die Jahresrechnung 2021, welche mit einem Ertragsüberschuss von 1’215’541 Franken abgeschlossen werden konnte, abzusegnen. Gegenüber dem Budget bedeutete dies ein um rund 1,385 Millionen Franken besseres Ergebnis. «Auf Grund der Corona-Pandemie wurde defensiv budgetiert», hielt Emil Huber fest. Auch hat die Bevölkerungsentwicklung stärker zugenommen als erwartet, was mehr Steuereinnahmen bedeutete. Was aber zu denken gibt, sei, dass die durchschnittliche Steuerkraft pro Einwohner bei 1750 Franken liegt, so der Gemeindeammann. «Damit liegen wir 38 Prozent unter dem kantonalen Schnitt. Die grossen Steuerzahler konnten wir leider noch nicht nach Unterkulm locken». Nichtsdestotrotz darf sich das Rechnungsergebnis zeigen lassen. Der Bilanzüberschuss (ohne Spezialfinanzierungen) wächst auf 11,6 Mio. Franken an. Das erfreuliche Jahresergebnis ist hochwillkommen, um die in naher Zukunft anstehenden grossen Investitionen im Bereich der Schulliegenschaften sowie der Kantonsund Gemeindestrassen finanzieren zu können.
Was die Eigenwirtschaftsbetriebe betrifft, so hat die Wasserversorgung einen Ertragsüberschuss von 49’474 Franken erwirtschaftet. Deren Nettovermögen beläuft sich auf 1’378’595 Franken. «Das ist zwar erfreulich, wenn man aber bedenkt, was in nächster Zeit noch alles ansteht, wird man sich Gedanken darüber machen müssen, wie es mit den Gebühren weitergeht», gab Emil Huber zu bedenken. Im Auge behalten müsse man auch die Abfallwirtschaft, welche mit einem Aufwandüberschuss von 105’474 Franken schloss. Eine allfällige Gebührenerhebung habe keine Eile, die Lage müsse aber gut beobachtet werden, so der Gemeindeammann. Alles im grünen Bereich ist bei der Abwasserbeseitigung.
Die Jahresrechnung 2021 der Einwohnergemeinde Unterkulm wurde schliesslich einstimmig angenommen.
Neues Kommunalfahrzeug bewilligt
«Unser Kommunalfahrzeug Meili VM 7000 ist in die Jahre gekommen, ein Ersatz ist dringend», stellte Gemeinderat Markus Erismann sein erstes Geschäft an einer Gemeindeversammlung vor. Die Beschaffung des Fahrzeugs vom Typ «Reform Muli TX 10» mit HybridShift zum Preis von 273’000 Franken warf keinerlei Fragen oder Diskussionen auf und wurde vom Souverän grossmehrheitlich genehmigt.
Auch das nachfolgende Geschäft unterlag seinem Ressort – die Genehmigung eines Kredits über 341’000 Franken für die Erstellung eines Provisoriums für vier Kindergartenabteilungen. Das Bevölkerungswachstum, mehr Geburten und die sprachliche Vielfalt in Unterkulm lassen die Kindergarteninfrastrukturen an ihre Grenzen stossen. Aktuell werden an der Unterkulmer Schule drei Kindergartenabteilungen an zwei Standorten geführt. «Es ist so, dass wir auf das kommende Schuljahr 2022/23 eine vierte Abteilung führen müssen. Innert nützlicher Frist einen Neubau für den Kindergarten zu realisieren, ist schlichtweg nicht möglich», so Markus Erismann. Deshalb schlug der Gemeinderat den Stimmbürgern die Erstellung eines Provisoriums vor, sozusagen als Übergangslösung. Ein Neubauprojekt soll dann alle vier Kindergartenabteilungen an einem zentralen Ort zusammenfassen. Grobe Kostenschätzungen gehen hierzu von rund 4,5 Millionen Franken aus, welche die Gemeinde investieren werden muss. «Als Zielsetzung gilt die Realisierung des neuen Kindergartengebäudes bis August 2023, sodass das Schuljahr 2024 im Neubau gestartet werden kann», steht es in der Botschaft zu lesen. Bereits an der November-Gmeind wird man den notwendigen Kreditantrag traktandieren. Vorab ging es nun aber um die Erstellung des Provisoriums und diesem gaben die Stimmbürger grossmehrheitlich ihren Segen. Eine Unterkulmerin dachte dabei bereits einen Schritt weiter und merkte an, dass man sich im Hinblick auf die wachsenden Zahlen im Kindergarten auch Gedanken um die Schule machen müsse. «Dem sind wir uns durchaus bewusst, ein Raumplanungskonzept wird erarbeitet», fügte Emil Huber an.
Bald ist Jugendfest
Unter dem Traktandum Verschiedenes orientierte Gemeinderat Urs Schläpfer unter anderem über die aktuelle Situation der Ukraine-Flüchtlinge. «Derzeit sind elf Flüchtlinge aus der Ukraine hier, ein Kind wurde in der Schule integriert.» Vizeammann Manuela Basso lud dazu ein, sich das Wochenende vom 10. bis 12. Juni zu reservieren, dann findet in Unterkulm nämlich endlich wieder ein Jugendfest statt.
Originaltöne
«Ist die Gemeindeversammlung, wie wir sie heute kennen, in der Zukunft überhaupt noch gewünscht, oder tauschen wir uns künftig nur noch digital aus?»
Gemeindeammann Emil Huber gab sich nachdenklich.
«Die grossen Steuerzahler konnten wir noch nicht nach Unterkulm locken.»
Die durchschnittliche Steuerkraft pro Einwohner liegt in Unterkulm 38 Prozent unter dem kantonalen Schnitt.
«Unser Kommunalfahrzeug Meili VM 7000 ist in die Jahre gekommen, ein Ersatz ist dringend.»
Gemeinderat Markus Erismann warb für sein allererstes Geschäft an einer Gemeindeversammlung.
«Es ist so, dass wir auf das kommende Schuljahr 2022/23 eine vierte Kindergarten-Abteilung führen müssen. Innert nützlicher Frist einen Neubau für den Kindergarten zu realisieren, ist schlichtweg nicht möglich.»
Deshalb stellte Gemeinderat Markus Erismann die geplante Erstellung eines Kindergarten-Provisoriums vor.
«Dem sind wir uns durchaus bewusst, ein Raumplanungskonzept wird erarbeitet.»
Eine Stimmbürgerin merkte an, dass man in Anbetracht der wachsenen Schülerzahlen im Kindergarten künftig wohl auch an der Schule mehr Räumlichkeiten brauchen wird.
