Auf der Bühne, hinter den Kulissen, im Foyer, in der Organisation – Peter Eichenberger ist seit 1961 Mitglied der Theatergesellschaft und weiss, was zu tun ist. Bei dieser Produktion spielt er die Rolle des Gefängniswärters Enterich. Eine Vorschau der besonderen Art.
grh. 1704 in Krakau, August der Starke ist Kurfürst von Sachsen und König von Polen. Viele Polen wehren sich gegen die sächsische Herrschaft und sitzen darum festgenommen in der Zitadelle. Soweit der Hintergrund, vor welchem Oberst Ollendorf, Gouverneur von Krakau, Rache ausheckt. Hat ihn doch Komtesse Laura auf einem Ball öffentlich blossgestellt. Nun sollen ihm Student Symon Rymanowicz und Jan Janicki helfen, die Adlige zu blamieren.
Mit «Der Bettelstudent» bringt die Theatergesellschaft nach «Gasparone» ein zweites Werk von Carl Millöcker auf die Bühne. Warum hat man sich für diese Operette entschieden? «Sie birgt viele bekannte Melodien», erklärt Peter Eichenberger. «Auch wenn Zuschauer mit dem Gedanken kommen, sie hätten keine Ahnung, werden sie Vertrautes entdecken.» Gleichzeitig wolle man dem Publikum kein einfaches Bilderbuch bieten. «Das Bühnenbild ist auf einzelne Elemente, wie beispielsweise die Gitterstäbe im ersten Akt, reduziert. Da ist durchaus die Fantasie gefragt.»
Ein eingespieltes Team
Die Theatergesellschaft zählt gegenwärtig gut 60 Mitglieder. Beim «Bettelstudenten» sind mit Helferinnen und Helfern, Solisten, Musikern, Lichtexperten, Bühnentechnikern, Kostümverantwortlichen und vielen mehr tatsächlich weniger als 100 Leute im Einsatz. «Das geht nur, weil eigentlich jeder mehrere Aufgaben übernimmt», bestätigt Peter Eichenberger. «Wir sind ein gutes Team, aber selbstverständlich würde auch unser Verein sich über Nachwuchs freuen.» Er selbst ist von klein an dabei. «Mein Vater war Bühnenmeister, meine Mutter im Chor. Und als im Stück «Gräfin Mariza» ein Kinderchor auftrat, wurde er darauf angesprochen, ob ich nicht mitmachen wolle. So hat alles begonnen.» Auch im «Bettelstudent» stehen acht Kinder auf der Bühne. «Das Potential für die Zukunft ist also gegeben.»
Wie sieht es zwei Tage vor der Premiere mit Lampenfieber aus? Peter Eichenberger lacht, bevor er antwortet: «Ich habe wirklich schlimmes Lampenfieber. So schlimm, dass ich mich in jenen Momenten manchmal frage, warum es mich immer wieder auf die Bühne zieht. Aber sobald ich rausgehe, bin ich sowieso ein anderer. Und für diese Person spielt Nervosität keine Rolle.» Sein wichtigstes Bedürfnis vor dem Auftritt sei Ruhe. Andere würden singen, meditieren, lesen. «Nur das berüchtigte Glas Wein ist definitiv kein Thema. Alkohol vor einem Auftritt gibt es nicht, das ist für alle Darsteller Ehrensache.»
Das Geheimnis liegt im Miteinander
Bei seinen Schilderungen offenbart Peter Eichenbergers Blick, warum es ihn immer wieder auf die Bühne zieht. Auf den Zusammenhalt in der Theatergesellschaft angesprochen nickt er. «Unser Miteinander hat familiäre Züge. Es ist immer unser Projekt. Keiner würde einen anderen mit seinem Anliegen alleinlassen. Wir tragen Sorge zueinander» Diese Stimmung sei auch für viele Solisten der Grund, immer wieder gerne nach Beinwil am See zu kommen. «Sie fühlen sich bei uns gut aufgehoben», weiss Peter Eichenberger. «Es ist ein Stück Magie. Und die wollen wir unserem Publikum schenken.»
Mehr Infos www.operette-beinwil.ch


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