Mit Worten zum 1. August brillierte der Uerkner Pfarrer Benjamin Rodriguez in Wiliberg. Damit wurde die Historie von nichtpolitisch orientierten Festreden erfolgreich fortgesetzt.
aw. «Es Schöns Daheim» und der «Weidbode Jutz» stimmte die ...
Mit Worten zum 1. August brillierte der Uerkner Pfarrer Benjamin Rodriguez in Wiliberg. Damit wurde die Historie von nichtpolitisch orientierten Festreden erfolgreich fortgesetzt.
aw. «Es Schöns Daheim» und der «Weidbode Jutz» stimmte die Bundesfeier Besuchenden auf eine bodenständige Festrede ein. Das anspruchsvolle Jodellied «Dini Seel ä chli lo bambälä la» schloss die «Tournee» des Reidner Jodlerklubs Heimelig in Wiliberg ab.
In der kleinsten Gemeinde des Kantons kommen heimatliche Gefühle schnell auf, das die Zusammengehörigkeit im Dorf noch mehr stärkt. Mit Benjamin Rodriguez Weber tat die Gemeinde einen Glücksgriff in die Schatulle potenzieller Festredner – noch dazu einer aus der Region. Als Vorbereitung recherchierte der Uerkner Pfarrer im Internet. Dabei fand er heraus, dass man mit der von Bundesräten meistgenutzten Anrede «Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger» nicht falsch liegt. Genauso sprach er seine gespannt dreinblickenden Zuhörer an. Selbstkritisch hinterfragte er sich, wieso ein jung und südländisch aussehender Mann mit auswärtig klingendem Namen an einem Schweizer Nationalfeiertag – wie er sich ausdrückte – auftreten dürfe.
Was macht «Swissness» aus
Im Kanton Aargau aufgewachsen, folgte er in jungen Jahren seinen Eltern nach Peru. Seine Muttersprache sei aber Schweizerdeutsch, obwohl er auch mit Spanisch, der Sprache seines Vaters, aufgewachsen sei. Mit dem, was «Swissness» und einen Schweizer ausmacht, setzte er sich detailliert auseinander. Es sei mehr als nur Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Pünktlichkeit. Als Pfarrer verspüre er bescheidenen Stolz, das Leben in der Schweiz mitgestalten zu dürfen. Den Stallgeruch eines reformierten Pfarrers wurde er nicht ganz los – feststellend, dass die Nationalhymne als Psalm konzipiert ist. Den Wilibergern las er diesen mit Freude vor und sang ihn auch mit.