«Kultur für alle» steht als Zusatz im Logo des Saalbaus in Reinach. Das Konzert von Peter Reber mit Special Guest Nina wurde diesem Anspruch vollauf gerecht. Das Berner Multitalent und seine Tochter überzeugten mit ihrem über zweistündigen Programm alle Anwesenden.
rms. Peter Reber kommt ohne grosse Showeffekte aus. Die wenigen Instrumente stehen bereit, als der 75-Jährige die Bühne betrat. Mit seinen ersten Werken aus der Jugendzeit, in der sich Reber von den Berner Troubadours inspirieren liess, ging es los, und schon hatte er das Publikum auf seiner Seite. Man kennt ihn und seine Hits, die uns schon seit Mitte der 1970er-Jahre begleiten und begeistern. Reber ist nicht nur ein begnadeter Komponist, Interpret und Produzent, er ist auch ein Poet, der es schafft, mit seinen Texten seine Botschaften auf amüsant verspielte Weise zu vermitteln. Zu seinen Liedern gabs meist auch eine kurze Anekdote – manche Lieder waren aber selbsterklärend, so beispielsweise das autobiografische «Drfür halt schampar Fröid» oder «Ds Täschli», eine Ode an die unendlichen Weiten einer Frauen-Handtasche. Nach wenigen Songs präsentierte Peter Reber seinen Special Guest, seine Tochter Nina, ebenfalls eine versierte Musikerin und seit rund 20 Jahren oft mit ihrem Vater auf der Konzertbühne. Die beiden harmonieren prächtig und entsprechend ergänzen sie sich musikalisch ideal. Nina Reber glänzte beispielsweise im Song «Sing Children», einem der erklärten Lieblingslieder aus der Ära der Band Peter, Sue & Marc, mit ihrem Gesang. Natürlich durften auch die Hits aus der Zeit, da Peter Reber zusammen mit seiner Frau Livia auf seiner Segeljacht über die Weltmeere kreuzte, nicht fehlen. Davon gibt es aber so viele, dass eine Auswahl dieser Songs in einem Medley nur kurz angespielt wurden. Die vergnügliche und äusserst kurzweilige erste Konzertstunde endete mit dem allseits bekannten Kinderlied «Ds Hippigspängschtli».
Rebers wissen, was den Fans gefällt
Im zweiten, nicht weniger unterhaltenden Teil nahm Peter Reber sein Publikum – wiederum mit einem Medley – mit auf die Bahamas, wo er nach seinen Segeltörns während sieben Jahren mit seiner Familie lebte. In dieser Zeit entstanden Hits wie «Bahamamama», «Nina» oder «I wünsche dir». Im Saalbau gaben Nina und Peter Reber nicht nur die altbekannten Lieder wieder, auch die Interpretation des Baschi-Songs «D Flügel uf» aus der letztjährigen Staffel von «Sing meinen Song» erfreute die Zuhörenden. Und im «House of the Rising Sun» von «The Animals» – auch zu diesem Stück hatte Peter Reber eine schöne Geschichte parat – stellte Nina Reber einmal mehr ihre grossartige Stimme unter Beweis. Mozarts «Die kleine Nachtmusik», gespielt auf einer Steel-Drum, sorgte für einen weiteren Farbtupfer im abwechslungsreichen Programm. So verging auch die zweite Konzerthälfte wie im Flug. Der Applaus und anschliessend der Andrang vor dem Tisch, an dem Peter Reber und Nina geduldig jeden Autogramm- oder Selfie-Wunsch erfüllten, waren riesig. Die Fans waren sich einig: Der Weg in den Saalbau hatte sich gelohnt. Ein Gast, der extra für dieses Konzert aus St. Gallen angereist war, meinte: «Es war mega mässig schön – halt einfach Peter Reber!»
Hoffen auf weitere Tourneen
Mit seinem umfassenden Musikschaffen hätte Reber wohl noch tagelang ohne eine einzige Wiederholung weitermachen können. Die Fans waren ihm dankbar, dass er mit seinen 75 Lenzen noch einmal auf Konzerttournee ging – zumeist übrigens vor ausverkauftem Haus. Der Titel des Konzerts, «Es Läbe voll Lieder» tönt indes etwas nach Abschluss, die gute Kunde kommt von Reber selbst: «Wir müssen realistisch sein. Viele in meinem Alter stehen nicht mehr auf der Bühne. Ich mach weiter, so lange es mir Freude bereitet und so lange Nina mitmacht. Das ist mir ganz wichtig, denn die Motivation ist viel grösser, wenn man etwas gemeinsam machen kann.» Die Fans dürfen also hoffen, dass dies nicht der letzte Auftritt der beiden im Wynental war.
Sehen Sie ein kurzes Interview mit Peter Reber und Nina auf unserem Youtube-Kanal.

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