Der Bündner Comedian Rolf Schmid macht aus einer Lebensgeschichte ein amüsantes Erinnerungs-Spektakel. Am Samstag, 19. Oktober, präsentiert er sein (letztes?) Programm «Jetzt langt’s – Eine Lesung, die keine ist» im Reinacher Saalbau.
(Eing.) «Jetzt langt’s – Eine Lesung, die keine ist» heisst dein Programm, mit dem du am Samstag, 19. Oktober im Saalbau in Reinach gastierst. Was dürfen die Leute erwarten?
Wir nennen es auch «Ein Erinnerungs-Spektakel». Obwohl das Programm teilweise auf meinem Buch «I mag eifach nid» basiert, hat es mit einer Lesung nichts zu tun. Neunzig Prozent des Programms ist reine Comedy mit vielen Geschichten und Sprüchen, mit Spektakel und Musikeinlagen. Ich lese drei, vier kurze Passagen, damit der Wortwitz des Buches im Programm auch sein Plätzli bekommt.
Du hattest ein bewegtes Leben. Was hat rückblickend am meisten Spass gemacht? Und was am allerwenigsten?
Dass ich bereits mit zwölf Jahren in ein Knabeninternat abgeschoben wurde und mein Zuhause nur noch alle drei Monate sehen durfte, war definitiv ein Tiefpunkt. – Ein Höhepunkt war mein Befreiungsschlag mit 36 Jahren. Als Bäcker/Konditor tauschte ich die Backstube gegen die Bühne. Von heute auf morgen. Mit einer Familie und drei Kindern. Das brauchte sehr viel Mut. Gleichzeitig war da das grossartige Gefühl, sich einen Traum zu erfüllen.
Du blickst im Programm zurück – eher ein Stoff für ältere, lebenserfahrene Menschen?
Nein, überhaupt nicht! Die Themen sind aktuell oder einfach zeitlos: Mann und Frau, Beziehungen, komische Zeitgenossen, lustige Begebenheiten, Missgeschicke, überraschende Situationen. Diese Weisch-no-früener-Romantik war noch nie mein Ding. Ich finde das langweilig.
Was sind deine Comedy-/Show-Vorbilder? Oder gehst du ganz neue Wege?
Mit 65 bin ich ein älteres Semester, also mit dem Kabarett Rotstift und Emil aufgewachsen. Und natürlich mit den Filmen von Jerry Lewis. Das hat Lust auf Comedy gemacht. Vorbilder waren das aber keine. Wenn man auf der Bühne steht – das beobachte ich immer mehr – geht es, abgesehen von den Themen, letztlich ja vor allem um eins: authentisch zu sein, also sich selber. Nur so verbindet man sich mit dem Publikum, nur so springt der Funke über und es entsteht etwas: Ein Gemeinschaftserlebnis, ein unvergesslicher Abend. – Oder habe ich jetzt zu dick aufgetragen?
Kennst du Reinach? Hast du einen Bezug zur Gemeinde oder zur Region Wynental?
Aber sicher! An einen Auftritt im legendären Saalbau kann ich mich besonders gut erinnern. Sogar das exakte Datum weiss ich noch: Es war der 5. April 2019, mein runder 60. Geburtstag! Das Publikum hat mich extrem gefeiert und ich habe mich mit ein paar ganz speziellen Zugaben revanchiert. Einfach unvergesslich!

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