Wie die Haifischzähne nach Staffelbach kamen

Di, 20. Aug. 2019
Ruedi Wirth vom Sandsteinmuseum gab über den Umbau des Taglöhnerhauses und natürlich über Sandsteinhöhlen Auskunft.

Lehrreiches und spannendes Wochenende in Staffelbach: unter der Schirmherrschaft des Kantons Aargau beteiligten sich an verschiedenen Standorten insgesamt zwölf Vereine und Organisationen, die sich mit dem Kulturerbe der Region befassen.

rc. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit der Region – so um 20 Millionen Jahre vor unserer Zeit – erklärt relativ einfach, wie Haifischzähne ins Suhrental geraten sind. Damals reichte eine Meerzunge durch das heutige Mittelland bis nach Österreich. Begrenzt wurde es im Norden durch den Schwarzwald, im Süden durch die Alpen. Dass sich in der Region Staffelbach besonders viele Haifischzähne finden lassen, hat mit der späteren Erosion zu tun, als Flüsse aus dem Napfgebiet eben nicht nur Sand in die Region spülten.

Dies und vieles mehr konnte man am Stand von «Haie, Rochen und Molasse» erfahren. Gleich daneben, beim Verein Sandsteinmuseum Staffelbach und bei vielen weiteren Aktionen rund um den Schulhausplatz Staffelbach, wurde das interessierte Publikum über die zahlreichen weiteren Besonderheiten informiert, welche diese Gegend verbirgt.

Vom Mittelalter bis in die Zukunft

Die Zeithorizonte, über die man hier teilweise spricht, sind unvorstellbar. «Die letzte Eiszeit hat so gesehen erst gestern stattgefunden», scherzte Hai-Spezialist Jürg Jost. Etwas weniger weit in der Vergangenheit, nämlich mit dem Mittelalter, befasst sich der MCA Sonnwendlig. MCA steht für «Medieval Combat Academy». Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die europäischen Kampfkünste des Mittelalters wieder zum Leben zu erwecken.

Eher in die Zukunft gerichtet geht der Blick des Vereins «IG Abenteuer Zeitreise». Silvia Aeschimann rettet dabei nicht nur ein Haus im Oberaargau mit einer Grundstruktur aus dem Jahre 1480, sie hat auch eine Vision: Sie will ein mittelalterliches Dorf nachbauen, das dazu dient, das Kulturerbe zu erhalten und zu vermitteln. Ein möglicher Standort dafür könnte die Region Aabach/ Hallwilersee sein, wie sie sagte. «Wir sind aber noch ganz am Anfang unseres Vorhabens. Wir sondieren noch, wer uns dabei unterstützen könnte» erklärte sie am Stand des Vereins weiter, an dem Haushuhn «Berta» freien Auslauf genoss und gelegentlich ein Ei legte – oder weil ja Sonntag war, auch mal zwei.

Ebenfalls konnte man sich – am besten per Pferdekutsche von Theo Bertschi – an die weiteren Standorte kutschieren lassen: Zum Hochstudhaus, wo Köstlichkeiten aus der spätmittelalterlichen Küche präsentiert wurden, oder zum Taglöhnerhaus, das von einer Bauruine in ein Sandsteinmuseum verwandelt wurde. Besonders viel Publikum lockte der Schlosshübel an, der unter dem Boden viel Geschichte verbirgt (siehe Bericht oben). Der Kulturerbe-Tag in Staffelbach brachte somit viel Altes und Neues zutage und bewies einmal mehr, dass Archäologie, Geschichte und Zeitreisen immer wieder spannend sind.

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