Der Funken ist gesprungen
25.10.2019 ReinachDer «Theaterfunken» ist ein Festival für Kinder aller Stufen der Aargauer Volksschule. Bereits zum vierten Mal nehmen von Oktober bis Dezember mehrere Theaterproduktionen und alleine in «Aargau Süd» 1800 Schülerinnen und Schüler teil. Eine ...
Der «Theaterfunken» ist ein Festival für Kinder aller Stufen der Aargauer Volksschule. Bereits zum vierten Mal nehmen von Oktober bis Dezember mehrere Theaterproduktionen und alleine in «Aargau Süd» 1800 Schülerinnen und Schüler teil. Eine Erfolgsgeschichte auch für das Theater am Bahnhof.
rc. Clo Bisaz und Thomy Truttmann begrüssen gut 120 Kinder, die sich in den engen Vorraum des Theaters gequetscht haben und führen sie geordnet in den Theatersaal. Die beiden sind sehr erfahren, was die Organisation und das Theaterspiel angeht. «Ungefähr 500 Mal haben wir das Stück ‹Mad & Bad & Sutherland› gespielt», verrät Theaterleiter Bisaz.
Zum Stück: Eigentlich heissen sie Mäder und Bader. Aber das ist ihrem Boss, dem Geisterbahnbesitzer von New Castle, zu kompliziert. Weil aber beide kaum englisch sprechen können, nimmt Miss Sutherland, eine leidenschaftliche Besucherin der Geisterbahn, die beiden unter ihre Fittiche, um ihnen Sprache und Manieren beizubringen. Hier beginnt der Lerneffekt für das junge Publikum, das auf diese Weise nicht nur eine Fremdsprache mitbekommt, sondern auch, wie das Theater Bereiche des Lebens ganz anders beleuchtet, als der Blick ins Smartphone, in dem alles wegwischbar ist.
Geschätzt wird, dass Theater «echt» ist
Die Reinacher Kinder waren voll dabei und sangen beim «Happy Birthday» mit, was eher ungewöhnlich sei, sagte Miss Sutherland, gespielt von Charlotte Wittmer. Noch etwas ist ihr aufgefallen: «Es war für mich eine eher unruhige Vorstellung, aber dann habe ich einfach etwas resoluter meinen Text gesprochen, dann ging es wieder». Das Theater ist also nicht nur Sprachund Kulturschule, sondern auch Lebensschule. Clo Bisaz ergänzte, er fände es schön, wenn die Kinder gut mitmachen und am liebsten weiter gesungen hätten.» Lobende Worte erhielt die Klasse auch von Lehrerin Lea Maire, die erst kürzlich als Aushilfe in Reinach angefangen hat: «Ich habe den einen oder anderen eher lauten Schüler, aber heute im Theater waren alle hoch konzentriert»
Das freut auch Chrege Lehmann, die den Theaterfunken im ganzen Aargau koordiniert. «Zusammen mit dem Kanton sind wir in verschiedenen Häusern. Wir achten darauf, gute Stücke auszusuchen. Dabei berücksichtigen wir auch das Alter und das Umfeld des Publikums. 1800 Kinder kommen so in den Genuss von Kultur». Persönliche Rückmeldungen gäbe es von den Schulen nicht so viele, «die Auswertung des Kantons und die Tatsache, dass die Schulen alle Jahre wieder mitmachen» sind aber gute Zeichen», ergänzt Bisaz, gerade wenn man bedenke, dass die Schulzeit immer kürzer und der Schulstoff intensiver wird. «Für die Kinder» weiss Lehmann abschliessend zu berichten, «ist dieses Theaterangebot sicher auch interessant, weil es eben echt ist, und nicht wegwischbar wie Dinge auf dem Smartphone»



