Firma Kaltband investiert in die Zukunft
02.07.2020 Reinach131 Meter lang, 102 Meter breit und bis zu 16 Meter hoch: Das sind die Eckdaten der neuen Produktionshalle, welche die Firma Kaltband AG im Reinacher Moos bauen wird. Die Investitionen dürften sich voraussichtlich auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Bemerkenswert: Rund ...
131 Meter lang, 102 Meter breit und bis zu 16 Meter hoch: Das sind die Eckdaten der neuen Produktionshalle, welche die Firma Kaltband AG im Reinacher Moos bauen wird. Die Investitionen dürften sich voraussichtlich auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Bemerkenswert: Rund 1000 Tonnen Stahl werden für die Konstruktion der neuen Halle verbaut. Auf den Dächern des Neubaus und der bestehenden Bauten wird eine 18’000 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage montiert. Dieses Sonnenkraftwerk vermag den Strombedarf der Kaltband AG bis zu 25 Prozent abzudecken.
msu. Im kürzlich publizierten Baugesuch der Firma Kaltband AG Reinach sind die Kosten für das neue Industriegebäude, das an der Unterwerkstrasse, zwischen den bestehenden Gebäuden und der «Hündelerhütte» oberhalb des Reinacher Griensammlers zu stehen kommt, noch mit rund 5,5 Millionen Franken beziffert. Mittlerweile liegen bezüglich der Investitionen verbindlichere Zahlen vor. Auf die anfänglichen Baukosten angesprochen, kann sich Firmenchef Michael Lüthi ein ansatzweises Lächeln nicht verkneifen. «Das wird vermutlich plus/ minus die Hälfte sein.» Allein das Land (Arealgrösse rund 11’500 Quadratmeter) schlage mit 3,75 Mio. Franken zu Buche. Heute geht man von Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe aus.»
Vorgängige Ein- und Auszonungen
Um das Bauprojekt und die damit verbundene Betriebserweiterung der Kaltband AG Reinach überhaupt erst zu ermöglichen, mussten vorgängig drei in der Landwirtschaftszone liegende Parzellen eingezont werden. Die eine gehörte der Gemeinde, die beiden andern einer Privatperson. Die Einzonungsfläche im Landwirtschaftsgebiet wird zu mehr als der Hälfte durch Auszonungen in der Standortgemeinde kompensiert. Für die in der Gemeinde nicht kompensierbaren Flächen erfolgte ein Zugriff auf den regionalen Siedlungsgebietstopf, so dass die Waage zwischen Landwirtschaftsfläche und Industrie- respektive Baugebiet wieder in der Balance ist.
115 Mitarbeitende – Wertschöpfung von bis zu 30 Mio. Franken
Die Firma Kaltband AG in Reinach gehört zu den wenigen handverlesenen Industrieperlen im Oberwynental. Die aktuelle Corona-Pandemie hat im Industriebetrieb bisher glücklicherweise kaum Spuren hinterlassen. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 115 Mitarbeitende, welche eine Wertschöpfung generieren, die sich jährlich auf 25 bis 30 Millionen Franken beläuft. «An dieser Zahl messen wir uns», sagt Michael Lüthi. Man verfolge nicht das Ziel, immer zu neuen Rekorden zu «fliegen». Das bisher beste Jahr war 2018, als das Unternehmen eine Wertschöpfung von rund 34 Mio. Franken erzielte. Rund zwei Drittel der Produkte, welche die Kaltband AG herstellt (Schwerpunkt Bänder für die weltweite Sägeindustrie), werden im Exportmarkt abgesetzt – ausserhalb von Europa vor allem in Amerika und Fernost.
Mehr Nähe zum Endprodukt als strategisches Ziel
Mit der angestrebten Betriebserweiterung will die Kaltband AG in erster Linie ihre Wertschöpfung vertiefen. Das heisst: Man möchte als Industriebetrieb näher zum Endprodukt kommen und damit die Wertschöpfung weiter vertiefen Lüthi präzisiert: «Nicht das Endprodukt selber ist das Ziel, sondern die schrittweise Verfeinerung des Produktionsprozesses und der Verfahrenstechnik.» Auf diese Weise wäre es möglich, mit den weltweiten Abnehmern längerfristige Verträge abzuschliessen. Ohne das neue Bauvorhaben liessen sich diese strategischen Ziele jedoch nicht umsetzen. Im Augenblick wäre der dafür notwendige Platz gar nicht vorhanden.
US-Fertigung neu im Wynental
Vor kurzem ist es der Kaltband AG gelungen, die Produktionsanlagen eines renommierten US-Mitbewerbers zu übernehmen. Der bisher in Amerika am Markt tätige Betrieb hat seine gesamten Immobilien einem Hanfbauer verkauft … die wichtigsten Maschinen traten die Reise nach Europa, genauer in die Schweiz an. Während der Sommermonate 2020 werden nun die neuen Komponenten bei der Kaltband AG installiert und wenn nötig umgerüstet. Die neue Produktionslinie soll später im Neubau rund zwei Drittel der vorhandenen Fläche belegen. Damit lässt sich die Kapazität für Sägebänder mit einem Schlag praktisch verdoppeln. Ein Drittel der dazugewonnenen Betriebsfläche steht für «neue Ideen» und insbesondere auch als Lagerfläche für Rohmaterial zur Verfügung. Auf diese Weise lässt sich die heute etwas umständliche Lagerhaltung komprimieren und effizienter gestalten. Neue Ideen? «Die haben wir bereits, sie zielen Richtung Hartmetallsägen», erklärt Michael Lüthi, ohne weitere Details zu nennen.
Kunden fordern vermehrt CO2-neutrale Produktion
Dass die Firma Kaltband AG nicht nur die Sonnenseiten des Geschäftslebens kennt, will der Firmenchef nicht verschweigen. «Wir stehen unter einem gewissen Druck, weil zunehmend mehr Kunden und Abnehmer CO2neutrale Produktionsprozesse erwarten und auch fordern», bringt Lüthi den Sachverhalt auf den Punkt. Aus diesem Grund werden künftig auf praktisch allen sich eignenden Dächern der Firma Photovoltaik-Anlagen installiert. Dank dieser Investition lässt sich der Energiebedarf der Firma zu 20 bis 25 Prozent decken. Als Partner konnte ein führender aargauischer Energieversorger gewonnen werden. Dieser übernimmt die Investitionen, während die Kaltband AG im Gegenzug die Dachflächen für die Dauer von 30 Jahren vermietet. Nach dieser Zeit geht die gesamte Photovoltaik ins Eigentum der Kaltband AG über.
Gegenwart und Zukunft
msu./pd. 1966 wurde die Kaltband AG Reinach von Friedrich Lüthi sen. (1919 – 1990) gegründet. Mit viel Engagement und Enthusiasmus hat er die Firma erfolgreich geleitet. Seine Visionen und Werte gelten heute noch. 1979 hat mit Sohn Michael Lüthi die zweite Generation die Geschicke der Firma übernommen.
Auf dem Weltmarkt positioniert
Als Produzent von anspruchsvollen kaltgewalzten Produkten hat die Kaltband AG ihren Platz auf dem Weltmarkt gefunden. Bestmöglicher Preis, Qualität und Service sind das oberstes Gebot, um höchste Kundenzufriedenheit zu erlangen. Der nachhaltige Umweltschutz sowie die Arbeitssicherheit sind dem Unternehmen ein grosses Anliegen und Bestandteil der integralen Leistungserbringung. Die Kaltband AG kann auf eine ausgebildete Belegschaft zählen, die hochwertige Produkte herstellt.
30 neue Arbeitsplätze
Stetige Pflege der Beziehungen und überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit sollen die primären Ziele bleiben. Die Lieferanten werden fair und als Partner behandelt, was die langfristige Zusammenarbeit sicherstellt. Zukünftige Investitionen werden zielorientiert sowie umweltverträglich sein und tragen zur Qualitätssteigerung bei. Die heute 115 Mitarbeitenden werden laufend geschult und weisen durch gesicherte Arbeitsplätze wie auch zeitgemässe Entlöhnung eine hohe Motivation auf. Mit der geplanten Betriebserweiterung können rund 30 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.




