Dank Nachbarschaftshilfe vereitelt

Do, 08. Apr. 2021

Es sind Maschen, die immer mehr in Mode kommen: Unbekannte bestellen auf den Namen fremder Personen Waren und versuchen sie danach aus dem Briefkasten zu stehlen. Aber auch Trickdiebe tauchen vermehrt auf, die es auf Senioren abgesehen haben. Zwei Beispiele aus Muhen und Gränichen zeigen, dass Betrüger und Trickdiebe vermehrt ihr Unwesen treiben. Eine 14-Jährige konnte dingfest gemacht werden.

rc. Der Fall in Muhen wäre nicht so schnell aufgeflogen, wenn die Täterschaft etwas schlauer vorgegangen wäre. Eine 14-Jährige bestellte auf den Namen einer ihr nicht persönlich bekannten Mühelerin Waren bei Zalando: Gilet und Jacke von Lacoste sowie eine Trainerhose von Adidas, im Gesamtwert von über 500 Franken. Die grosse Dummheit beging die Jugendliche, als sie um Mitternacht bei der unwissenden Empfängerin der Ware klingelte und nachfragte, ob ein Paket von Zalando «irrtümlich» bei ihr eingetroffen sei. Überrumpelt vom nächtlichen Besuch verneinte diese und entliess die junge Frau.

«Die vermeintliche Empfängerin der Ware hat absolut richtig reagiert, indem sie danach die Polizei über Notruf 117 informiert hat», bestätigt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau den Vorfall auf Anfrage. Patrouillen der Polizei konnten in der gleichen Nacht jedoch keine Unregelmässigkeiten im Quartier feststellen.

Nachbarhilfe funktionierte

Tags darauf erschien die junge Frau erneut vor der Haustür der Familie, diesmal um 1 Uhr am Morgen. Inzwischen hatten sich die Nachbarn aber abgesprochen, stellten die junge Frau gemeinsam und alarmierten die Polizei erneut. «Binnen weniger Minuten waren zwei Patrouillen vor Ort und konnten die junge Frau festhalten», bestätigt Graser auch den weiteren Sachverhalt. Es sei ein Strafverfahren gegen die 14-Jährige und eine 36-jährige Irakerin eröffnet worden.

In diesem Fall half zwar einerseits die Dummheit der Betrügerin und die schnelle Reaktion der bereits sensibilisierten Polizei, aber auch dank der Nachbarschaftshilfe konnte der Betrugsfall vereitelt werden.

Gränichen: Von Bettel-Dieben bestohlen

Ein weiteres Beispiel aus Gränichen zeigt, dass Senioren wieder vermehrt mit Trickdieben rechnen müssen. Hier wurde eine 84-jährige Frau an ihrem Wohnort bestohlen. Die Seniorin war nach Angaben der Kantonspolizei auf dem Heimweg von der Kirche, als sie auf der Strasse von einer jungen Frau mit Kind angesprochen wurde. In gebrochenem Deutsch bettelte diese um Geld, worauf ihr die Betagte etwas gab. Gleichzeitig beantwortete sie auch die Frage nach ihrem Wohnort. Prompt erschienen Mutter und Kind am Folgetag an ihrer Haustüre und konnten sich durch aufdringliches Verhalten Zutritt verschaffen. Durch das Kind abgelenkt bemerkte die Bewohnerin nicht, wie die Mutter die Wohnung durchsuchte. Als die beiden dann verschwunden waren, erkannte die Seniorin, dass Schmuckstücke im Wert von mehreren tausend Franken fehlten. Sie hat inzwischen bei der Kantonspolizei Aargau Anzeige erstattet.

«Dieses Vorgehen entspricht einer Masche, wie sie die Polizei seit Jahren kennt.Waren solche Trickdiebstähle im letzten Jahr seltener geworden, zeigt dieses jüngste Beispiel, dass wieder vermehrt mit solchen Dieben zu rechnen ist», hält Bernhard Graser zu diesem Fall fest. «Betroffen sind in erster Linie ältere Menschen. Die Kantonspolizei Aargau mahnt zur Vorsicht und rät Betroffenen, sich nicht auf Gespräche einzulassen.»

Lieber einmal zu viel Nr. 117 anrufen

Graser hält abschliessend fest, dass bei verdächtigen Ereignissen jederzeit und ohne Zögern die Nr. 117 gewählt werden kann. Oft kann sie durch die Hinweise nämlich auch Muster erkennen. Bedenken, dass die Nummer 117 nur in dringenden Notsituationen gewählt werden darf, räumt der Sprecher der Kantonspolizei aus: «Rufen Sie lieber einmal zu viel an als einmal zu wenig. Oft können wir durch Hinweise aus der Bevölkerung Muster erkennen und Regionen genauer im Auge behalten, wie das zum Beispiel in Muhen passiert ist.»

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