Digitales Vergnügen auf grosser Leinwand
04.04.2024 Reinach«Jedes Experiment ist ein Fortschritt», findet Stefan Jablonski, der zu den Leitenden des Kinos im TaB gehört. Immer auf der Suche nach neuen Ideen hat sich der Gelegenheitsgamer irgendwann gefragt, wie das Spiel auf Kinoleinwand wirken würde. Der nächste Schritt ...
«Jedes Experiment ist ein Fortschritt», findet Stefan Jablonski, der zu den Leitenden des Kinos im TaB gehört. Immer auf der Suche nach neuen Ideen hat sich der Gelegenheitsgamer irgendwann gefragt, wie das Spiel auf Kinoleinwand wirken würde. Der nächste Schritt war die Kontaktaufnahme mit Meinrad Dörig und der GameBox vom Onderwerch. Was daraus entstanden ist, zeigte ein Besuch vor Ort.
grh. Wer dachte, Gamer sind wortkarge Jugendliche, die jede freie Minute mit stierem Blick auf den Bildschirm starren, konnte seine Vorurteile an diesem Tag komplett revidieren. Kaum durch die Türe gekommen, hörte man schon das Gelächter aus dem ersten Stock. Aber bevor sich die Neuankömmlinge dazugesellen konnten, mussten je nachdem Ausweise vorgelegt werden, um mit dem passenden Bändchen ausgestattet zu werden. Lukas Hofmann, einer der Helfer der GameBox des Onderwerch, erklärte: «Wir halten selbstverständlich die jeweiligen Altersbeschränkungen der Spiele ein, darum die Kontrolle.»
Selbst Moderation fehlte nicht
Dann konnte es losgehen. Wer wollte, spielte sich an einem Laptop oder Konsolen im Foyer warm oder man startete direkt im Turnier. Moderator Dominik Hofmann sorgte für die richtige Stimmung. «Prinzessin Peach pflegt gerade einen riskanten Fahrstil. Aber ob es ihr so gelingt, Mario hinter sich zu lassen, muss sich zeigen. Denn da ist immer noch Luigi.» Der das Rennen auch tatsächlich gewann. Applaus aus dem Publikum. Dominik Hofmann macht sein Job sichtlich Spass. «Ich habe mit ganz einfachen Videos über die Spiele angefangen», erzählte er. «Dabei geht es um eine Mischung aus Beobachtungsgabe und spontanen Reaktionen. Die Menschen sollen sich amüsieren.» Diesem Anspruch ist er auf jeden Fall gerecht geworden.
Fortsetzung ist in Planung
Auch Erwachsene fanden an jenem Samstagabend den Weg ins TaB. Unter ihnen war Martin Heiz. «Ich habe von dem Anlass gelesen und war neugierig. Gerade wenn man vielleicht keinen direkten Zugang zu dem Hobby hat, ist doch ein Kennenlernen umso interessanter.» «GameOn!» ging nicht wie geplant bis nachts um 2 Uhr, da wenige Spieler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren gekommen waren. Das tat jedoch der allgemeinen Zufriedenheit keinen Abbruch. Den jugendlichen Helfern aus der GameBox hat das Miteinander in der ungewöhnlichen Umgebung Spass gemacht. «Wenn Termin und drumherum passen, bin ich gerne wieder mit dabei», sagte Lukas Hofmann in Bezug auf die Fortsetzung im November.»
«Dann soll der Anlass ausserdem um ein Podiumsgespräch am Folgetag erweitert werden», verrieten Stefan Jablonski und Meinrad Dörig. Gaming sei aktuell eines der wichtigsten Hobbies bei Jugendlichen, da gelte es Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. «So kann der trainierte Durchhaltewillen eines Gamers durchaus von Vorteil im Berufsleben sein», gab Stefan Jablonski ein Beispiel. «Es geht nur darum, das gemeinsam wertefrei zu eruieren.» Die beiden Männer sind sich einig: «Wir haben auf jeden Fall einen guten Start hingelegt.»


