Wie könnte man den Birrwiler Märt einem Ortsunkundigen beschreiben? Ganz einfach: Man stelle sich ein fröhliches Familienfest an der frischen Luft vor.
grh. Pokemon-Karten, Puzzles, Puppen, Lego, Bilderbücher – für dieses Sortiment haben viele ...
Wie könnte man den Birrwiler Märt einem Ortsunkundigen beschreiben? Ganz einfach: Man stelle sich ein fröhliches Familienfest an der frischen Luft vor.
grh. Pokemon-Karten, Puzzles, Puppen, Lego, Bilderbücher – für dieses Sortiment haben viele junge Verkäuferinnen und Verkäufer ihre Zimmer ausgemistet. Warum der Aufwand? «Zum Sackgeld aufbessern», erklärte Silas. Er wirkte ziemlich zufrieden. «Ja, ich habe schon das eine oder andere verkauft», antwortete er, «und der Märt ist ja noch nicht vorbei.» Recht hatte er, als er sich aufmachte, das Angebot seiner Alterskollegen zu studieren.
«So viele Kinder wie heute waren noch nie unter den Verkäufern», erklärte Barbara Härri, Präsidentin des Vereins Märtgruppe Birrwil. Sie finde es spannend, wie der Handelsnachwuchs mit den ungewohnten Herausforderungen umgehe. «Die erste Frage beim Aussortieren ist doch, was ist mir ein Gegenstand wert? Wie steht es mit meiner Verhandlungsbereitschaft?» Praktische Aspekte müssten geklärt werden. Auf welche Art wolle man seine Sachen präsentieren? Oder wie viel Wechselgeld sei überhaupt nötig? «Und kaum hat man etwas verdient, lockt vielleicht schon das Angebot eines Kameraden zwei Decken weiter. Es ist eine Lebensschule – ganz nebenbei.»
Unterwegs auf einer Harley
Bei den Kleidern verliefen Tausch und Verkauf leiser. Aber hinter dunklen Jeans- oder Lederwesten, geschmückt mit Harley-Davidson-Adlern steckt selbstverständlich eine Geschichte. Die habe ich als Töfffahrerin», verriet Silvia Delizer. «Aber das ist eine Weile her.» Als die heute über 70jährige mit ihrem Mann auf den Bauernhof gezogen ist, war keine Zeit mehr für die Touren. «Aber ich habe das Fahrgefühl geliebt. Auf dem Motorrad erlebt man die Landschaft so intensiv wie niemals sonst.» Silvia Delizer strahlte bei ihren Schilderungen. Diese Kleidungsstücke werden bestimmt auch künftigen Besitzern Glück bringen.
Die Krönung des gemütlichen Rundgangs lag für die einen beim Kaffee und süssen Leckereien. Die anderen freuten sich auf die würzigen Bratwürste von Hans Blindenbacher, in Kombination mit herrlich frischem Kartoffelsalat. Nicht zu vergessen die Gespräche, für die man sonst nie wirklich Zeit hat.
Wer endlich mal einen Berbuer Märt einplanen will, kann sich am 22. Juni über Jugendvereine aus der Region informieren oder am 6. Juli Musik von Zbyni und Jacqueline Steiner geniessen. Flohmärt und Kleidertausch gibt es nach der Sommerpause wieder. «Genauer gesagt am 31. August», verriet Barbara Härri.