Regenrennen boten am Samstag Spektakel

Do, 22. Aug. 2024
Andreas Kunz und Kenneth Lukas Soller von der Burg erreichten bei dieser Zeitmessung die neuntschnellste Laufzeit. (Bilder: Vreni Schenk)

Mit «Meh Dräck» erfand Chris von Rohr vor 20 Jahren ein geflügeltes Wort. Dass es manchmal auch «zu viel» Dreck gibt, mussten die Organisatoren des Motocross Schmiedrued-Walde anerkennen. Ausgerechnet am Wochenende legten sich die ersten grossen Regenwolken seit langer Zeit über das Ruedertal und es konnte nur am Samstag gefahren werden.

rc. Und dieser Samstag hatte es in sich, denn auch an diesem ersten Renntag wurde es so richtig schmutzig – was durchaus seinen Reiz hat, wie Vreni Schenk aus Uerkheim weiss. Die Fotografin stellte sich mit ihrer Kamera an den Pistenrand auf der Nütziweid, um die Actionszenen einzufangen. «Natürlich auch um meinen Sohn und meinen Enkel bildlich einzufangen», lacht die 74-Jährige, «vor allem aber, weil mich seit einigen Jahren in Sachen Fotografie weitergebildet habe.»

Vreni Schenk versteht ihr Handwerk. Am ersten Tag des diesjährigen lizenzfreien Motocross entstanden besonders spannende Bilder, auch weil es durch die nassen Terrainverhältnisse zu akrobatischen Einlagen und viel herumfliegenden Dreck gekommen ist. «Mein Ziel ist es immer, den perfekten Ausschnitt zu treffen um die Bilder danach nicht mehr gross bearbeiten zu müssen.»

Für die Actionszenen auf der Piste waren rund 300 Teilnehmende verantwortlich. Obwohl es um Rundenzeiten und Preisgelder ging, so lag die Herausforderung darin, das Motorrad aufrecht zu halten. Immer wieder blieben die Fahrer im Schlamm stecken oder brachten ihr Gerät nach einem Sturz kaum mehr auf die Räder, weil das Aufstellen auf dem glitschigen Untergrund kaum möglich war. Dennoch gelangen den zahlreichen einheimischen Fahrern auch ein paar schnelle Runden: Unter den Enduro-Fahrern war der Reinacher Kevin Bürki der Schnellste, unter den Seitenwagen-Fahrern setzten sich das Moosleerber/Reinacher Duo David Bolliger / William Leutwyler durch. Auch bei den grossen Maschinen über 250cc gewann ein Fahrer aus der Gegend: Joel Herren aus Staffelbach. Die schnellste Runde des Tages erreichte Simon Eichenberger aus Buchrain, der mit seiner KTM im «Open»-Rennen die Strecke in 2:03:762 Minuten hinter sich liess.

«Zu den spektakulärsten Momenten gehören sie Starts», erzählt Vreni Schenk weiter, die sich auch in der Portrait- und Landschaftsfotografie versteht und zeigt dem Wynentaler Blatt einige ihrer Bilder. «Besonders schön ist es, einen Moment festzuhalten, der eine ganze Geschichte erzählt.» Natürlich gelänge nicht jeder Schuss, erzählt die Uerknerin weiter: «Vom Motocross am Samstag habe ich 1038 Bilder gemacht, manchmal muss man einfach Glück haben, den richtigen Moment zu treffen.»

Am Sonntag war dann aber nichts mehr zu machen, was die Rennen anging. Durch die Fahrten am Samstag wurde der Boden laut den Veranstaltern zusätzlich verdichtet und es hatte praktisch die ganze Nacht geregnet.

Aus diesem Grund blieb den Organisatoren nichts anderes übrig, als die Zuschauer, die noch auf ein paar schmutzige Runden gehofft hatten, via Lautsprecher zu verabschieden: «Die Sicherheit geht vor, leider können heute keine Rennen mehr stattfinden, chömet guet hei.»

Einerseits eine Enttäuschung für das OK des Motoclub Ruedertal, auf der anderen Seite konnte man auch in diesem Jahr wenigstens am Samstag den Zuschauern ein Spektakel bieten.

Wie immer war alles perfekt organisiert, von der Zufahrt über die Parkplatzsituation, von der Verpflegung und Unterhaltung bis hin zur attraktiven Rennpiste war wie jedes Jahr alles perfekt vorbereitet – diesmal leider nur mit «halbem Wetterglück».

Kategorie: 

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage soll automatisierten Spam verhindern und überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses

Trending

1

Regierungsrat hat entschieden - Hier soll das neue Depot für die WSB hinkommen

Nachdem die WSB-Werkhallen nicht in der Schöftler Hegmatte gebaut werden können, musste sich die Bahn auf die Suche nach einem neuen Standort machen. Jetzt hat der Regierungsrat zwei Vorschläge veröffentlicht: Schöftland bleibt im Rennen, Reinach AG kommt als Alternative dazu.