«Eine nur, die ist die Echte»
23.01.2025 Seetal, Beinwil am SeeEine Liebesgeschichte vor 100 Jahren und dennoch sind die Fragen der Operette heute noch aktuell. Was ist eine standesgemässe Hochzeit wert? Was tut Frau, wenn ihr beruflicher Weg mit Vorurteilen behaftet ist? Glücklicherweise hat Emmerich Kálmán für seine ...
Eine Liebesgeschichte vor 100 Jahren und dennoch sind die Fragen der Operette heute noch aktuell. Was ist eine standesgemässe Hochzeit wert? Was tut Frau, wenn ihr beruflicher Weg mit Vorurteilen behaftet ist? Glücklicherweise hat Emmerich Kálmán für seine Zuschauer ein schwelgerisches Happy-End erschaffen.
grh. Sylva Varescu ist Chansonnière. Aber nicht irgendeine, sondern «die Chansonnière». Ihr Charisma begeistert das Publikum weit über Budapest hinaus. So will sie an diesem denkwürdigen Abend die Reise zu ihrer Amerikatournee antreten. Der Wiener Fürstensohn Edwin Lippert-Weylersheim tut alles, um sie aufzuhalten. Die Liebe seines Lebens will er sich nicht vom Standesdünkel seiner Eltern vermiesen lassen. Es sieht gut aus, bis sich Edwins Freund Boni einmischt und die Geschehnisse ordentlich durcheinanderbringt. Doch natürlich siegt die Liebe in der «Csárdásfürstin».
Weltenwechsel
Zu Beginn ist der Löwensaal mit der Kulisse des Varietés verschmolzen. Die Kostüme des «Bühnenpublikums» waren mehr als glamourös - Jugendstilroben mit Perlen und Pailetten bestickt, Haarschmuck, Hüte, Handtaschen. Die Tänzerinnen trugen Korsagen und Federschmuck in knalligen Farben. Man konnte sich kaum sattsehen. Beeindruckend auch, wie der Wechsel der Szenerie nach Wien gestaltet war. Wenige Möbel und dezente Farben weckten neue Assoziationen. Bühnenbildner Ueli Binggeli, Bühnenmalerin Valerie Bartholdy und Kostümdesignerin Brigitte Fries haben ganze Arbeit geleistet.
Ebenso üppig war die klangliche Gestaltung der Operette. Der musikalische Leiter Andres Joho und Chorleiter Chasper-Curò verschafften Profis wie geübten Laien den perfekten Auftritt. Die Mitglieder der Theatergesellschaft zeigten, wie vielseitig Spielfreude aussehen kann. Jeder Mensch in seiner Rolle, mit strahlendem Gesicht – oder tollpatschiger Schönheitsschwärmerei, man denke an Leopold Maria, Fürst von und zu Lippert-Weylersheim (Peter Eichenberger).
Es ist schier unmöglich, alle Mitwirkenden für ihre Leistungen zu würdigen. Seien es die von Choreographin Regina Bucheli geweckten Charleston-Talente oder die Ideenlieferanten für den schweizerischen Humor. Bei verschiedensten Gelegenheiten fragte Boni alias Fabio De Giacomi seine Gegenüber: «Möchtest du ein Ricola?
Ist gefüllt mit Gänseleber und Speck.» Das Innere der angebotenen Köstlichkeiten variierte allerdings.
Es fiel weder Alt noch Jung leicht, nach den letzten Klängen der «Csárdásfürstin» wieder ins heimische Seetal zurückzufinden. Regierungsrat und Landammann Dieter Egli war nicht das erste Mal Gast bei der Theatergesellschaft. «Die Energie der Inszenierung von Raschid Kayrooz hat mich unglaublich beeindruckt.» Auch Gemeindeammann Martin Grütter war begeistert: «Was die Theatergesellschaft auf die Bühne gestellt hat, ist unglaublich. Ich freue mich, dass wir hier in Beinwil am See ein solches Ereignis haben. Und ich bin stolz, wie viele Menschen aus unserer Gemeinde sich dafür engagieren.»
Informationen zu weiteren Vorstellungen auf www.operette-beinwil.ch



