Die Zukunft gemeinsam gestalten?

Do, 27. Mär. 2025
Prüfen die Möglichkeit einer Fusion: (v.l.) Brigitte Hodel, Leiterin Einwohnerdienste Leimbach, Benno Woodtli, Vizeammann und Hannelore Zingg, Gemeindeammann Leimbach, Julius Giger, Gemeindeammann Reinach und Luca Zanatta, Gemeindeschreiber Reinach.

Die Gemeinderäte von Leimbach und Reinach haben beschlossen, eine Fusion ihrer Gemeinden näher zu prüfen. In den kommenden Monaten sollen die Chancen und Herausforderungen eines Zusammenschlusses sorgfältig analysiert werden.

(Mitg./rms) Die Gemeinden Leimbach und Reinach arbeiten bereits seit Jahren in vielen Bereichen erfolgreich zusammen. Nebst der gemeinsamen Kreisschule Reinach-Leimbach (Kindergarten und Primarschule) pflegen die Nachbargemeinden unter anderem auch in den Bereichen Bauverwaltung, Feuerwehr oder Musikschule eine erfreuliche Zusammenarbeit. Diese positive Erfahrung hat die beiden Gemeinderäte dazu bewogen, nun den nächsten Schritt in Betracht zu ziehen und eine Gemeindefusion vertieft zu prüfen.

Anfrage kam aus Leimbach

Der steigende Druck auf kleine Gemeinden geht auch an der flächenmässig kleinsten Gemeinde des Kantons nicht spurlos vorbei. Der Gemeinderat Leimbach hat sich in den letzten Monaten daher intensiv Gedanken über eine mögliche Gemeindefusion gemacht und schliesslich den Gemeinderat Reinach angefragt, ob er bereit ist, einen Zusammenschluss der beiden Gemeinden zu prüfen. Parallel dazu hat die 530-Seelen-Gemeinde Leimbach den Fusionsexperten Peter Weber beauftragt, einen Grundlagenbericht zu erstellen. Der erarbeitete Grundlagenbericht gibt einen Gesamtüberblick über den aktuellen Stand der Gemeinde Leimbach und ihre Entwicklungsperspektiven. Er wird der Leimbacher Bevölkerung am Montag, 12. Mai 2025, im Gemeindesaal Leimbach anlässlich einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt.

Leimbachs Vizeammann Benno Woodtli sprach anlässlich der Medienorientierung nicht von einem grossen Tag für Leimbach, sondern eher von einem mutigen Tag für den Gemeinderat. «Hinter vorgehaltener Hand geisterte der Gedanke einer Fusion im Gemeinderat ja schon länger herum. Es war nur die Frage, wer das Thema als erstes laut anspricht.»

Potenzial für beide Gemeinden

Angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen der beiden möglichen Fusionsgemeinden könnte man Leimbach schnell in der Rolle der Bittstellerin sehen. Das sieht Reinachs Gemeindeammann Julius Giger aber differenzierter. «Als die Anfrage aus Leimbach bei uns eintraf, haben wir uns zuerst einmal die Frage gestellt: Warum sollten wir diese Möglichkeit nicht prüfen? Wir vergeben uns nichts damit und können uns durchaus vorstellen, dass sich auch für Reinach Vorteile daraus ergeben.» Das soll jetzt in den kommenden Wochen und Monaten genau erörtert werden.

Projektierungskredit

In den kommenden Wochen werden sich die Gemeinderäte von Leimbach und Reinach mit der Projektplanung und der Bildung einer Projektorganisation, in der beide Gemeinden gleichwertig berücksichtigt sind, befassen. Darauf basierend wird in beiden Gemeinden an den Budget-Gemeindeversammlungen im November 2025 ein Projektierungskredit beantragt. Nur wenn beide Gemeinden dem Projektierungskredit und damit einer vertieften Prüfung zustimmen, können die Prüfungsarbeiten an die Hand genommen werden. Eine Ablehnung auch nur aus einer Gemeinde würde den Abbruch des Projektes bedeuten. Über Alternativen in diesem Fall mag sich Leimbachs Gemeindeammann Hannelore Zingg zum jetzigen Zeitpunkt keine Gedanken machen. «Das wäre Kaffeesatzlesen, wenn wir uns jetzt schon darüber unterhielten.»

Partizipativer Prüfungsprozess

Nebst einer Projektleitung sehen die beiden Gemeinden vor, für die einzelnen zu bearbeitenden Themenbereiche Facharbeitsgruppen einzusetzen. Die Facharbeitsgruppen sollen gleichwertig durch Vertretungen beider Gemeinden gebildet werden. Obwohl Leimbach wie so viele kleinere Gemeinden Mühe hat, Amtsstellen zu besetzen, ist Hannelore Zingg zuversichtlich, diese Facharbeitsgruppen valabel besetzen zu können. «Die Menschen sind eher bereit, sich für kurzfristige Projekte zu engagieren. Da werden wir wohl Leute in unseren Reihen finden.» «Und wenn nicht, wäre das ein weiteres Zeichen für den Handlungsbedarf in Richtung einer Fusion», ergänzt Vizeammann Benno Woodtli. Die Mitglieder der Facharbeitsgruppen werden die Aufgabe haben, die bestehende Situation in ihrem Bereich zu analysieren und die Vor- und Nachteile eines Zusammenschlusses aufzuzeigen. Die Bevölkerung wird dabei regelmässig über die erzielten Fortschritte informiert. Die beiden Gemeinderäte betonen, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung für eine Fusion gefallen ist. Erst nach gründlicher Analyse und breiter Diskussion wird die Stimmbevölkerung über einen möglichen Zusammenschluss entscheiden können.

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