Ein verstecktes Kulturgut
12.02.2026 Michelsamt, BeromünsterDas Chorherrenstift in Beromünster ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Seit Jahrhunderten ist es ein religiöses Zentrum und im vergangenen Jahr war die Stiftskirche die Pilgerkirche des Kantons Luzern. Warum es sich lohnt, die Anlage zu besuchen.
Von aussen wirkt das ...
Das Chorherrenstift in Beromünster ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Seit Jahrhunderten ist es ein religiöses Zentrum und im vergangenen Jahr war die Stiftskirche die Pilgerkirche des Kantons Luzern. Warum es sich lohnt, die Anlage zu besuchen.
Von aussen wirkt das Chorherrenstift St. Michael in Beromünster wie manch eine andere kirchliche Anlage. Klar, es ist speziell, dass sie von Häusern umgeben ist, die alle der Kirche zugewandt sind, aber ansonsten kommt die Stiftskirche schlicht und doch imposant daher. Bereits vor dem Haupteingang wird ersichtlich, dass es sich hier um einen geschichtsträchtigen Ort handelt. An den Wänden sind die Wappen von Grafen und Chorherren zu sehen und wer sich den Boden genauer ansieht, bemerkt dass es sich dabei um Grabplatten handelt.
Die Gebäude, die der Stiftskirche zugewandt sind, gehören allesamt zur Anlage. In einigen von ihnen wohnen die Chorherren, in anderen befindet sich die Verwaltung und einige der Gebäude sind vermietet. Die Chorherren sind heutzutage verdiente Geistliche, die hier ihren Lebensabend verbringen.
Rokoko-Stil mit vielen Verzierungen
Im Innern der Kirche wird erst recht klar, weshalb das Chorherrenstift etwas Besonderes ist. Harmonisch gestaltet erstreckt sich die beeindruckende Kirche vor einem. Mehrmals pro Jahr bieten die «Freunde des Stifts» eine öffentliche Führung durch die Stiftskirche an. Dabei werden die Geschichte des Chorherrenstifts fachkundig erläutert und Fragen beantwortet.
Die zehn Altare in der Kirche sind beispielsweise alle mit einem Gemälde versehen, das entweder eine biblische Szene zeigt oder eine heilige Figur abbildet. Auch drei Orgeln befinden sich in der Kirche. Sie alle wurden zu verschiedenen Zeitpunkten erstellt, doch die beiden Orgeln über dem Chor sind visuell aneinander angepasst, so dass man den Altersunterschied nicht erkennt. Während der Führung erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in den Chor, der von Nahem betrachtet werden kann. So lassen sich auch die Orgeln genauer vergleichen.
Der Rokoko-Baustil zieht sich durch die gesamte Basilika und vereint die einzelnen Teile miteinander. Die detailreiche Gestaltung zeugt von der grossen Sorgfalt, die beim Bau aber auch heute noch in der Kirche zu Tage kommt. Von Schnitzereien über Plastiken ergibt sich ein Gesamtkunstwerk, das für jedermann beeindruckend ist.
Ein Blick hinter die Kulissen
Als besonderes Highlight der Führung gestaltet sich der Einblick in die Sakristei. Hier bereiten sich die Chorherren vor und in einem weiteren Raum werden die Gewänder und liturgischen Gegenstände gelagert. Auch diese Räume zeugen von der Geschichte des Chorherrenstifts. Seit der Mitte des 10. Jahrhunderts besteht das Stift und seither wurde hier ununterbrochen gebetet und dem katholischen Glauben nachgegangen.
Der Bau der heutigen Kirche begann um das Jahr 1000. Damit diese Anlage, welche über 40 Gebäude zählt, erhalten bleibt, erhält die Stiftung Zuwendungen von der Denkmalpflege. Aber auch Spenden und das freiwillige Engagement verschiedener Personen wie der «Freunde des Stifts» tragen dazu bei, dass diese eindrucksvollen Gebäude auch für zukünftige Generationen bestehen bleiben. Das Chorherrenstift ist einen Besuch wert, egal ob man religiös ist oder nicht, denn beeindruckend ist es auf jeden Fall.
Melanie Köchli






