Clo Bisaz konnte sich zur Saisoneröffnung im Theater am Bahnhof über ein ausverkauftes Haus freuen. Auf dem Programm stand eine heitere Visualisierung des Radioalltags bei «RadioMoos»: Live-Musik, Literatur und fristlose Kündigung inklusive.
Ruedi Häusermann, Jan Ratschko und Herwig Ursin bewegten sich während zwei Stunden auf der Bühne, als wäre das Radiomachen ihr alltägliches Brot. Jeder Dialog, jeder Handgriff und jeder Einspieler über die Lautsprecher passten perfekt. Gespickt mit einer Prise Humor, steckte derWitz in der Dramaturgie, die das als gewöhnlich geplante Radioprogramm mit Wunschkonzert, Literatursendung und Live-Musik im Studio, in eine chaotische Gratwanderung verwandelte. Omnipräsent der Chef des Senders, der eine Etage höher über jedes Wort und über den Zuhörer-Barometer wachte und nicht abliess, via Sprechleitung seinen Senf zum Programm zu geben. Die drei Radiomacher lieferten als Sprecher, Techniker, Redakteure und Live- Band einen «Tag der Hörspielkunst» ab, der über literarische Zitate Aristoteles’ und selber vorgetragener Volksmusik schliesslich zur fristlosen Kündigung führte, weil dabei der Quotenbarometer abstürzte.
Die TaB-Saison ist so richtig lanciert
So viel zumTheaterstück – oder sind die drei Schauspieler im wirklichen Leben auch so wie auf der Bühne? Bald verwischten die Grenzen zwischen Geschichte und Schauspiel, man fragte sich: Sind das Radiomacher, die Theater spielen, oder Theaterleute, die Radio machen? Die Zuschauer im restlos ausverkauften TaB kamen in den Genuss einer visualisierten Radiosendung die auch einfach als Hörspiel funktioniert hätte. Dank der ausgeklügelten und hervorragenden Inszenierung kam das Theater am Bahnhof gleich zu Beginn der Saison zu einem ersten Höhepunkt.
Diesen Bericht finden Sie in der WB-Ausgabe Nr. 81, vom Freitag, 18. Oktober 2016. Abonnieren Sie das Wynentaler-Blatt noch heute - Sie verpassen nie wieder das wirklich Wissenswerte aus IHRER Region.
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