Ein denkwürdiges Dorffest

Mi, 14. Jun. 2017
Das Festzelt reichte nicht: Das Dorffest Menziken zog besonders am Freitag- und Samstagabend sehr viel Publikum an. Glücklicherweise spielte das Wetter mit und man konnte das Fest auch draussen bis in die späten Abendstunden geniessen. (Bilder: rc./hg.)

Das Dorffest Menziken ist Geschichte und die Radrennfahrer längst über alle Berge entschwunden. Zurück bleiben Erinnerungen an ein gelungenes Dorffest, mit prächtigem Wetter uns sehr vielen Besuchern. Das Festzelt verwandelte sich am Samstagabend sogar zur veritablen Partybude, als «ChueLee» dem Publikum so richtig einheizten.

 

Die Organisatoren rund um Felix Matthias zeigten sich in ersten Reaktionen sehr zufrieden und glücklich über den problemlosen Ablauf und die stets gute Stimmung, die während der vier Tage im Dorf geherrscht habe. Bei den vielen Attraktionen die das Fest geboten hat, fällt es nicht leicht die Höhepunkte auszusortieren. Für alle war etwas dabei, ob jung oder alt. Wer weiss, vielleicht haben sich die Menziker vom Festfieber anstecken lassen und organisieren bald wieder ein Dorffest – auch ohne Tour de Suisse. Das WB lässt an dieser Stelle Bilder sprechen – die erzählen bekanntlich mehr als 1000 Worte.

«Es war ein schönes Fest.» Auf diesen Nenner dürften sich wohl die meisten Besucherinnen und Besucher des Menziker Dorffestes einigen können. Für den OKPräsidenten war es sogar «extrem positiv», weil friedlich und ohne grobe Zwischenfälle. Auch finanziell dürfte die Sache aufgehen.

Während des dreitägigen Dorffests besuchten einige Tausend Menschen die kleine Ortschaft im Oberwynental. «Viele waren natürlich Einheimische und aus der Region, ich habe aber auch einige ehemalige Menziker gesehen», sagte Felix Matthias, Gesamtverantwortlicher OK Dorffest und OK Tour de Suisse. Er muss es wissen, denn Matthias war dieser Tage fast ununterbrochen auf dem Festgelände anzutreffen. Einer dieser Ehemaligen reiste sogar eigens aus Amerika an, wusste Matthias zu berichten, und dieser habe in seinem «Huus 74» übernachtet.

Dass es unkompliziert geht, bewies auch Andrea von Allmen. Sie war vor und während der Feiertage verantwortlich für die Promotion – und wenn in Menziken nichts los ist, treibende Kraft im Möischterer Standortmarketing.Das Duo «ChueLee», das am Samstagabend für Action im Festzelt sorgte, fand beim OK-Mitglied eine Bleibe für die Nacht. «Ich könnte Euch eine Homestory anbieten », scherzte sie vor dem fulminanten Auftritt der beiden im Festzelt – die Stimmungskanonen präsentierten sich aber schon auf der Bühne zur Genüge, das reicht uns völlig.

Alles in allem liefen die vier Tage reibungslos ab. Der Lichtausfall auf dem Pausenplatz,der die Gäste vor dem Zelt am Samstagabend kurzzeitig im Dunkeln sitzen liess, war schnell behoben, indem eine Notbeleuchtung installiert wurde.«Es hätte noch ein paar Festbänke mehr vertragen», gibt der OK-Chef zu. Aber mit so vielen Festbesuchern haben wir gar nicht zu rechnen gewagt.» Dass es am Samstag um 21 Uhr keine Paella mehr gab, dürfte ein weiteres Indiz für viel Besuch gewesen sein. Auch der «Zusammenbruch» eines aufblasbaren Werbebogens über der Velostrecke am Montag sorgte nur während kurzer Zeit fürAufregung,auch wenn es für «Blick» und «Tele M1»die «Breaking News» des Tages gewesen waren. «Ein Tour-de-Suisse-Mitarbeiter nahm an, die Fahrer seien schon das zweite Mal durchgefahren und zog einfach den Stecker aus», erklärt Felix Matthias das Malheur.

Nach einem sprudelnden Fest denkt man vielleicht schon an die nächsteAusgabe, doch der OK-Chef relativiert: «Ein Dorffest muss einen Aufhänger haben, diesmal war es die Tour de Suisse. Ich denke, den Rhythmus von 6 bis 8 Jahren Abstand sollte man nicht unterschreiten, sonst wird’s zu viel. Und die Jugendfeste finden zwischendrin ja auch noch statt.» Diese «Begegnungsflächen », so Matthias weiter, seien aber für ein Dorf schon wichtig.

Nach dem Fest ging es schon am Montagabend ans Aufräumen. Die Asylsuchenden, die im «Sternen» wohnen, beteiligten sich bei den Aufräumarbeiten genau so wie viele weitere Helfer, die zuvor Holzbauten, technische Einrichtungen und Zelte aufstellten.«Weitgehend ehrenamtlich» unterstreicht Matthias. Von einem allfälligen Gewinn aus dem Catering werde man kleinste Beträge in Form von Gutscheinen abgeben können. Ein vierstelliger Betrag wird aber zuerst noch zurückgestellt,um unerwartete Rechnungen bezahlen zu können.Auf eine Zahl,wie viel ein Dorffest dieser Grösse kostet, wollte sich im OK niemand festlegen. Eine gute Schätzung dürfte sich im Bereich von 150’000 Franken drehen – einschliesslich Tourde- Suisse-Brimborium.

Bezüglich Finanzen kritisierten einige Menziker den Betrag von 20’000 Franken,den die Gemeinde an dieTour- Organisatoren überweisen musste. Gemeindeammann Annette Heuberger: «Man kann auch gar nichts machen in Sachen Standortmarketing. Mit diesem Grossanlass haben wir eine positive Ausstrahlung nach aussen bewirkt. » Auch dem Gemeindeoberhaupt wird das Dorffest in bester Erinnerung bleiben, denn «die Stimmung war stets friedlich und positiv. Es gab nicht einen einzigen Polizeieinsatz», sagte sie.

Nun ist es also vorbei,das rauschende Fest. «Am Dienstag war vom Fest und vom ganzen Rummel nichts mehr zu sehen und um 15.30 Uhr wurde auf dem Pausenplatz der letzte Zigarettenstummel aufgelesen», stellt Matthias fest. Noch hängen Stoffstreifen über der Bahnhofstrasse, doch auch diese werden bald verschwinden. Am Samstag, 24. Juni kommen am Tag der offenen Tür auf dem Areal der Firma Fischer Reinach noch die bunten Fahrräder unter den Hammer – das war’s dann.Menziken kann von «Vollgas» wieder in den «Normalbetrieb» schalten.

Remo Conoci

 

Dieser Artkel ist in der gedruckten Ausgabe des Wynentaler Blattes erschienen. Die Zeitung gibt es am Kiosk, im Abo oder auch als App für das Smartphone und das Tablet. Abonnieren Sie die Zeitung aus der Region noch heute und verpassen Sie nie wieder die wirklich interessanten Geschichten!

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