Präsidenten-Gipfel mit vielen Inputs

Fr, 10. Nov. 2017

Zehn Gemeinden engagieren sich seit 2016 im Projekt «Impuls Zusammenleben AargauSüd». In der Gontenschwiler Mehrzweckhalte fand ein weiteres Gipfeltreffen für Vereinsverantwortliche aus der Region statt. Als Ehren- und Überraschungsgast war TV-Mann Röbi Koller anwesend.

 

Von Martin Sommerhalder

Locker, flockig und doch tiefgründig war das Gipfeltreffen für Vereinsverantwortliche in der Gontenschwiler Mehrzweckhalle. Passend wurden am vergangenen Samstagmorgen alle mit einem Gipfel empfangen. Die Gespräche an den Stehtischen gingen nahtlos über ins dicht gedrängte aber kurzweilige Programm. Interviewt von Projektleiter und Moderator Martin Heiz berichtete Röbi Koller von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Botschafter der Hilfsorganisation «Comundo», einer Schweizer Organisation der Personellen Entwicklungszusammenarbeit, die nach ihrem Motto «begegnen und bewirken» vor allem in Südamerika und Afrika tätig ist. Er berichtete von eindrücklichen Erlebnissen, in Sambia. Ausserdem ist er Präsident vom Zürcher Bach Chor. Natürlich hatte er auch sein Buch «Umwege» mitgebracht, wo er seine persönliche Geschichte erzählt.

News von «Impuls Zusammenleben AargauSüd»

In einem weiteren Programmblock informierten Natalie Ammann und Meinrad Dörig über Neuigkeiten aus dem Projekt Impuls Zusammenleben AargauSüd selber. So ist die Region inzwischen Mitglied von «Benevol», der nationalen Dachorganisation für freiwilliges Engagement. Vereine aus der Region geniessen deshalb Vorteile bei Angeboten von Benevol, beispielsweise Vergünstigungen bei Besuchen von Kursen und Wokshops. Nach einem Impuls des ersten Gipfeltreffens ist man dabei, eine «Regionale Vereinsdatenbank » aufzubauen, die demnächst zur Verfügung steht. Auch das Projekt «Infrastruktur-Pool» wo Vereine sich gegenseitig Geräte und Ähnliches zur Verfügung stellen können ist auf demWeg. Meinrad Dörig sucht nun noch ein paar Berater, um sich über Details des Pools auszutauschen, damit er bereitgestellt werden kann. Infos gab es auch zum «Tag der Nachbarn», zu dem auch 2018 wieder aufgerufen wird, über neue Angebote in der Integrationsarbeit sowie den Stand der Bauarbeiten im Freizeithaus «Onderwerch». Lilo Henkel orientierte darüber, dass es im Rahmen von «Jobwärts» möglich ist, Asylsuchende oder Sozialhilfebezüger zur Unterstützung von Anlässen und Projekten in der Freiwilligenarbeit einzusetzen. Der OK-Chef vom Menziker Dorffest mit Tour-de- Suisse-Etappenstart, Felix Matthias, hat diesbezüglich im Bereich Abfall sammeln und entsorgen Erfahrungen gemacht. Es habe super geklappt, er könne diesesAngebot bestens empfehlen, sagte er.

«Neue Mitglieder finden»

Christa Camponovo von der Fachstelle «Vitamin B» (Migros Kulturprozent) beleuchtete in ihrem Referat viele interessante Aspekte rund um das Thema «Neue Mitglieder finden ». Voraussetzung sei eine «Willkommenskultur». Eben so wichtig auch, dass man in der Öffentlichkeit wahrgenommen werde, wie auch geeignete Organisationsstrukturen mit einer gerechten Arbeitsaufteilung und über vieles mehr. Letztlich, sei es aber auch von der «Grosswetterlage» abhängig, ob man Mitglieder finde. «Manchmal ist auch eine schöne Beerdigung eines Vereins angesagt.Man hat eine schöne Zeit gehabt, sie ist aber jetzt vorbei», so Camponovo, die ihre Referat mit einem langen sinnigen Vers beendete und dafür grossem Applaus erntete.

Ideen finanzieren

Jörg Kyburz, vom Gemeindeverband Lebensraum Lenzburg Seetal, stellte den «Ideen Kicker» vor. Eine Crowdfunding-Plattform, mit der es möglich ist, Geldgeber für (Vereins-) Projekte zu finden. Er fasst dabei seine Beobachtungen zusammen, welche Projekte erfolgreich waren und welche nicht. Fazit: Ein Selbstläufer ist keines.Wenn ein Projekt nicht gleichzeitig in der Öffentlichkeit und den sozialen Medien bekannt gemacht wird und man es nicht entschieden vorantreibt, wird man auch mittels Crowdfunding kaum ausreichend Geld finden. Dies bekräftigte Ernst Auf den Spuren ehrenamtlichen Engagements: Moderator Martin Heiz befragt Ehrengast und TV-Mann Röbi Koller. Meier vom Jugendchor Seetal. Dieser hat bereits Crowdfunding-Erfahrung gesammelt. Meier warnte davor, den Aufwand zu unterschätzen.

Mammuteinsatz für rote Löwen

Albert Fässler schliesslich berichtete von den Red Lions Reinach. Konkret, wie in Reinach in kürzester Zeit ein 1.-Liga-Verein aus der Taufe gehoben und vor allem finanziert wurde. Innerhalb von zwei Monaten steuerten Geld- und Sachsponsoren 200’000 Franken bei. Allerdings stand das verrückte Vorhaben auch im Gegenwind. Etwa seitens der Konkurrenten in der eigenen Liga, die an der Nachhaltigkeit des Unternehmens zweifeln. Weil der Verband erst spät grünes Licht gab, besteht die Mannschaft aus einem schmalen Kader. Ein Umstand, der zumindest in der laufenden Saison bestehen bleiben dürfte. Das Projekt ist allerdings vorerst auf drei Jahre ausgelegt, laut Modus gibt es in dieser Zeit auch keine Absteiger. Deshalb ist man zuversichtlich, dass es gelingt, dem regionalen Eishockey-Breitensport und insbesondere dessen Nachwuchs den Anschluss an den Leistungssport anzubieten. Ambitionierte Talente sollen vor der Haustüre gefördert werden und nicht nach Zug oder Zürich reisen müssen.

Nächstes verrücktes Vorhaben

Zum Schluss des Gipfeltreffens wurde die Kulmer Landsgemeinde lanciert. Die drei Initianten Ruedi Weber, Felix Matthias und Martin Sommerhalder gaben erste Infos zu diesem «verrückten Vorhaben», das am 31. August und 1. September 2019 in Unterkulm stattfinden wird. Laut Ruedi Weber soll unter anderem als Ergebnis der Regionalpolitik von Angesicht zu Angesicht eine Petition den Weg nach «Aarau» finden. Regionale Themen gibt es genug, aktuell beispielsweise der Kreisel in Unterkulm, der nicht auf grosse Euphorie stösst. Auch in zwei Jahre dürfte es kaum an politischem Gesprächsstoff mangeln.

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