Exakt 2120 Unterschriften wurden in Beinwil am See den Vertretern der Schweizerischen Post überreicht. Das Anliegen der Petitionäre: sie wollen die Post im Dorf behalten. Bei der Übergabe zeigten sich die Postvertreter erfreut über das Engagement der Gemeinde. Mehr nicht.
Von Remo Conoci
Die Übergabe der Unterschriften fand im Gemeindehaus statt, draussen war es zu frostig. «Frostig» könnte man auch das Klima zwischen der Post und der Gemeinde Beinwil am See bezeichnen: Gemeindeammann Peter Lenzin wollte die Unterschriften nämlich der Konzernleiterin Susanne Ruoff persönlich übergeben, doch diese lehnte ab. Stattdessen schickte sie zwei Unterhändler, nämlich André Aregger, Spezialist Netzwerkentwicklung und Vincenzo Pierdomenico, Leiter Verkaufsgebiet Region Aargau.
Post soll im Zentrum bleiben
Der Gemeindeammann unterstrich noch einmal den Willen der Petitionäre, die Schliessung der Poststelle beim Bahnhof zu verhindern und bat die Postvertreter, anderweitige Modelle, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit staatsnahen Betrieben, oder einem Kioskbetrieb im Dorfkern zu realisieren. Verhindert werden müsse, dass die Poststelle peripher angesiedelt werde. Einer Postagentur im «Volg», wie sie vielerorts üblich geworden ist, steht der Magistrat skeptisch gegenüber: «Die Verkehrssituation ist dort alles andere als ideal», sagte Lenzin und hielt fest, es sei sein ausdrücklicher Wunsch, die Post im Zentrum angesiedelt zu sehen.
Weitere Gespräche im Frühling
n einem Punkt liess sich André Aregger in die Postkarten blicken: «Hier in Böju steht eine bediente Version im Vordergrund.» Dafür werde ein Partner gesucht. Im Weiteren hielten sich beide Vertreter an den Kommunikationsleitfaden und blieben entsprechend schwammig: Man kenne die Wünsche, aber auch die Statistiken; die Welt habe sich verändert – und so weiter. Die Gespräche werden «im ersten Quartal 2018» fortgesetzt, wie André Aregger festhielt. Man werde an die Gemeinde mit konkreten Ideen herantreten. Das muss sie übrigens auch: Artikel 34 der Postverordnung will das so. Entscheiden wird aber letztlich dennoch die Post. Bleibt zu hoffen, dass Wetter und Stimmung bis im Frühling nicht mehr so frostig sind.

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