Ambulant und stationär – auch in Zukunft
04.05.2018 OberkulmDie Zahlen aus dem Jahresbericht sprechen eine deutliche Sprache; immer mehr betagte Menschen und deren Angehörige nehmen die Dienstleistungen der Spitex in Anspruch. Dabei beschränken sich die Ansprüche nicht allein auf pflegerische Bereiche, viel mehr haben auch die ...
Die Zahlen aus dem Jahresbericht sprechen eine deutliche Sprache; immer mehr betagte Menschen und deren Angehörige nehmen die Dienstleistungen der Spitex in Anspruch. Dabei beschränken sich die Ansprüche nicht allein auf pflegerische Bereiche, viel mehr haben auch die vielfältigen Hauswirtschaftsleistungen, welche durch das Spitex-Personal erbracht werden, laufend zugenommen. «Ambulant und stationär» hat in Oberkulm eine gemeinsame Zukunft.
moha. Am 1. Mai vor genau zehn Jahren hat der Zentrumsleiter Jakob Faes im AZ, Alters- und Pflegeheim Mittleres Wynental in Oberkulm, seinen Dienst aufgenommen. Und er staunt, wie schnell die Zeit verging. Sein Wirken und Denken hat sich stets nach dem Leitspruch «ambulant und stationär gemeinsam» ausgerichtet, und diese Strategie wird vom AZ-Stiftungsrat und dem Vorstand der Spitex entsprechend mitgetragen. «Wir sind ein Ansprechpartner für die Pflege und Betreuung im Alter. Bereits im 2009 begann die Zusammenarbeit zwischen der Spitex und dem Alterszentrum. Mit dieser Konstellation werden viele Synergien genutzt und so auch Kosten gespart», fasst Jakob Faes die Erfolgsgeschichte im Jahresbericht 2017 zusammen.
Ambulant und stationär
Doch was bedeutet «ambulant und stationär gemeinsam»? Jakob Faes erklärt: «Dies erlaubt uns, unsere betagten Personen – je nach Wunsch – zu Hause, wenn nötig in das Spital oder in eine Reha, wieder zurück nach Hause oder eben dann ins Pflegeheim bis hin zum Tod zu begleiten.»
Wohlwissend, dass dieses Rundumprogramm von den Angestellten im Pflegebereich und der Hauswirtschaft eine grosse Flexibilität erfordert, wird laufend versucht, den Klienten ein massgeschneidertes Angebot zu bieten. «Neue Mitarbeitende erklären sich vertraglich damit einverstanden, sowohl im Alterszentrum als auch für die Spitex eingesetzt zu werden», gibt die Geschäftsleitung diesbezüglich zu verstehen. Lernende werden bereits während der Ausbildung in beiden Bereichen eingeteilt und lernen somit alle Sparten der stationären und ambulanten Arbeitsweise kennen.
Fast alles ist möglich
Unabhängig von stationär oder ambulant gelte es stets die Bedürfnisse der betreuten Personen und/oder deren Angehörigen abzuholen, erklärt dazu Tamara Hunziker, Verantwortliche der hausinternen Hauswirtschaft und der Hauswirtschaftsleistungen durch die Spitex Mittleres Wynental. Ihr Motto lautet: «Alles ist möglich – Nichts ist unmöglich»; was schon bei der Einsatz-Planung eine grosse Motivation und Flexibilität voraussetzt. Für die Organisation der zu erbringenden Dienstleistungen stehen ihr aktuell sechs Teilzeitangestellte der Hauswirtschaft Spitex und fünf Mitarbeitende des AZ-Facility Managements zur Verfügung. Dem gegenüber stehen gut 50 Klienten, die zuhause Hauswirtschaftsleitungen beziehen. Je nach Aufgabe werden in den Privathaushalten entsprechend ausgebildete und erfahrene Leute eingesetzt. Alle Spitex-Angestellten durchlaufen zuerst eine interne Schulung im AZ und werden so auf ihre Arbeit im «Aussendienst» vorbereitet.
Vier anspruchsvolle Bereiche
Die Dienstleistungen der Spitex Mittleres Wynental umfassen vier Grundbereiche: Reinigung, Wäscherei, Betreuung und Kochen. Noch wenig bekannt sein dürfte der Zweig «Kochen beim Kunden zuhause». Je nach Wunsch ist dabei das gemeinsame Kochen mit den Klienten gemeint oder die Zubereitung von frischen Mahlzeiten vor Ort. Dazu kann eine individuelle Betreuung von bis zu zwei Stunden angeboten werden.
Schmutzige Wäsche wird in der Grosswäscherei des AZ gewaschen und sauber aufbereitet zurückgebracht. Reinigungs- und Entrümpelungsarbeiten sind von der Spitex Hauswirtschaft in verschiedensten Pensen bis hin zur Gross- oder Umzugsreinigung zu haben. Bei Bedarf springt hier auch der Technische Dienst des Alterszentrums mit ein. – «Nichts ist unmöglich!»
Neue Räumlichkeiten für die Spitex
Aktuell wird angrenzend an das Alters- und Pflegeheim ein Annexbau realisiert. Der Spatenstich fand im November 2017 statt, seither wächst das Gebäude täglich ein Stück weiter in die Höhe. Drei Stockwerke und ein Kellergeschoss sind in den Plänen enthalten. Darin untergebracht werden als Herzstück eine neue Küche sowie weitere Büros für das AZ und die neuen Spitex-Räume. Im Juni soll der Rohbau fertiggestellt sein. Ende Dezember 2018 will die Spitex Mittleres Wynental am neuen Domizil Einzug halten. Alle weiteren Räumlichkeiten sollten Mitte 2019 definitiv ihrer Bestimmung übergeben werden können. Die derzeitige Küche wird dann in einem Umbau für einen geräumigeren Speisesaal mit einbezogen.



