Musikalischer Sandsteinhöhlenzauber

Di, 10. Jul. 2018

Die «argovia philharmonic» spielten bei den Sandsteinhöhlen beim Schloss Liebegg ein kleines und feines Konzert. Bei prächtigem Wetter liessen sich rund 200 Besucher von der Idee eines «Picknick-Konzerts» anlocken und erlebten einen unerwartet zauberhaften Moment.

Von Remo Conoci, Text und Bilder

Ein Konzert in den Sandsteinhöhlen, das gabs doch schon einmal. «Ja, vor einem Jahr zeigten wir eine etwas grössere Produktion und verlangten Eintritt», erklärt Isabel Kriszun, bei den argovia philharmonic zuständig für Besucherservice und Marketing. «Wir haben sogar einen Flügel in die Höhle transportiert. In diesem Jahr haben wir etwas weniger Aufwand betrieben, dafür ist das Konzert für alle Besucher gratis.»

Picknick-Konzert

Ein «Picknick-Konzert» eben. Oder wie es im Programm-Beschrieb steht: «Wir bringen die Musik, Sie den Rest». Das Konzept ist voll und ganz aufgegangen: Das Zusammenspiel von Licht und Musik an der lauschigen Waldlichtung, das schöne Wetter und die vielen Zuhörer, die sich auf ihren mitgebrachten Decken und Klappstühlen eingerichtet haben, trugen einer einmaligen Atmosphäre bei, von der sich jeder verzaubern liess. Allen voran Gastgeber Adrian Zinniker, der die spezielle Stimmung schon beim Aufbau bemerkte: «Hinter diesem Hügel hörte man eine Mezzosopranistin, die ihre Arie übt und hier unten die Musiker, die sich einspielen. Das war einfach nur herrlich.»

Lickl, Mozart, Rossini und eine umwerfende Wioletta Hebrowska

Passend zu einem Sonntagmorgen, spielten Josefiina Dunder (Flöte), Brigitte Leutenegger (Fagott), Lorenz Raths (Horn), sowie Francesco Negrini und Adrian Zinniker an der Klarinette leicht bekömmliche Klänge. Die lieblich vorgetragene «Cassazione» von Johann Georg Lickl (und nicht etwa von Mozart, wie Zinniker unterstrich) bildete den Einstieg. Es folgte Mozarts Don Giovanni und «Madamina, il catalogo è questo» – eigentlich eine Arie, vorgetragen jedoch nur mit Instrumenten. Eine Stimme bekamen die gut 200 Besucher dann doch noch zu hören. Und was für eine! Mezzosopranistin Wioletta Hebrowska bewies bei «Parto, ma tu ben mio» ihr grosses Können, das der geneigte Zuhörer bald wieder erleben kann: Hebrowska gehört nämlich dem Ensemble der «Oper Schloss Hallwyl» an, das vom 27. Juli bis 26.August Rossinis Oper «La Cenerentola» spielen wird.

Mehr Konzerte an besonderen Orten

Das Konzert neigte sich nach einigen weiteren Stücken nach gut einer Stunde dem Ende zu. Adrian Zinniker erklärte danach gegenüber dieser Zeitung: «Das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir in den Sandsteinhöhlen ein Konzert gespielt haben.Wir waren erst gestern in der Klausur und wir verfolgen weitere Ideen, Musik an besonderen Orten zu spielen». Konkreter wolle er noch nicht werden, «aber gerade ein Konzert im Wald oder am Wasser, oder auch in einem Altersheim bietet so viele Möglichkeiten.»

Mit dem Konzert in Gränichen verabschieden sich die argovia philharmonic in die Sommerpause. Nur wer bei der Oper im Schloss Hallwyl dabei ist, für den geht es quasi nahtlos weiter. Am Freitag, 27. Juli steht die Premiere von «La Cenerentola» bevor, das unter der künstlerischen Leitung der argovia philharmonic insgesamt 22 Mal aufgeführt wird. Infos und Tickets unter www.operschlosshallwyl.ch.

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