Diese drei wollen am Karren ziehen

Fr, 28. Dez. 2018

Leutwil kommt nicht zur Ruhe, auch zwischen den Feiertagen nicht. Heute um 12 Uhr läuft die Anmeldefrist für Kandidaten ab, die sich am 10. Februar 2019 in den Gemeinderat wählen lassen wollen. Das Wynentaler Blatt hat Kenntnis von bisher drei Kandidaturen Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber auch eine Gemeinsamkeit haben. Der aktuelle Vizeammann Rudolf Hirt ist derweil per sofort zurückgetreten.

rc. Hirt wollte ursprünglich erst per 31. März zurücktreten, wie das auch die beiden Gemeinderäte Simone Eggler und Thomas Fehlmann vorhaben. Ihre Rücktrittsgesuche auf dieses Datum hin und neu auch das Gesuch Hirts zum vorzeitigen Abtreten, wurden vom Kanton genehmigt. Zuvor schaltete sich die Gemeindeabteilung des Kantons ein um verhandelnd einzuwirken, ebenso wurde eine Mediation durchgeführt, die aber wenig gefruchtet hat. Ein Miteinander in der derzeitigen Konstellation scheint aussichtslos. Das Zerwürfnis zwischen den Fronten ist so gross, dass drei Mitglieder der Verwaltung ebenfalls ihre mündliche Kündigung deponiert haben sollen. Laut Gemeindeverordnung müssen Kündigungen jedoch schriftlich erfolgen, was bis kurz vor Weihnachten nur im Fall der Leiterin Finanzen, Susanne Richner der Fall war.

Drei Kandidierende sind bekannt

Das Kandidaten-Karussell um die drei frei werdenden Sitze im Gemeinderat Leutwil dreht sich. Das Wynentaler Blatt hatte bis Redaktionsschluss Kenntnis von mindestens drei Personen, die darauf aufgesprungen sind:

Brigitta Baumann, gehörte um die Jahrtausendwende schon einmal dem Gemeinderat Leutwil an. Die Ortsbürgerin ging im Sommer als Lehrerin in Pension und ist ein Mitglied im Schützenverein.

Lukas Spirgi ist Mitglied der jungen FDP. Der heute 24-Jährige kandidierte 2016 für den Grossen Rat und kam als «Listenfüller» auf beachtliche 639 Stimmen im Bezirk Kulm.

Ruedi Sturzenegger ist der dritte Kandidat der ins Rennen steigt. Der 75-Jährige bringt als ehemaliges SBB-Kadermitglied und heutiger Inhaber einer Consulting-Firma Führungsqualitäten mit.

Spirgi: «Es ist Zeit, Ruhe in die Gemeindepolitik zu bringen»

Nach Gesprächen wird ihre Gemeinsamkeit klar: Alle wollen konstruktiv mit Gemeindeammann Monika Müller zusammenarbeiten und den Blick in die Zukunft richten. Man möchte als Beobachter fast sagen: «Sie wollen den Wagen aus dem Dreck ziehen», denn die Meinungsverschiedenheiten unter den bisherigen Räten endeten in jüngster Vergangenheit ausschliesslich mit Rückzügen im Streit. Der in Leutwil aufgewachsene Lukas Spirgi sagt denn auch auf Anfrage: «Es ist Zeit, Ruhe in die Gemeindepolitik zu bringen, sachlich und lösungsorientiert zu arbeiten». Er sei sich durchaus bewusst, dass eine gewisse Brisanz im Spiel ist, sagt er weiter, er sehe das aber als Herausforderung, etwas Positives bewegen zu können.

Sturzenegger: «Ich fühle mich jung»

Ruedi Sturzenegger, der seit 2001 in Leutwil wohnt und als ausgebildeter Unternehmensführer in Deutschland, Österreich und in Italien tätig war, sagt zu seinen Beweggründen: «Ich habe das mit meiner Frau besprochen und wir sind zum Schluss gekommen, dass ich Zeit und Erfahrung habe, mich im Gemeinderat zu engagieren». Was sein Alter angehe, schmunzelt der 75-Jährige Sturzenegger: «Ich fühle mich jung und ich hoffe, dass der Gemeinderat als Team funktioniert.» Die bekannteste Lüpuerin in diesem Kreis der bisher bekannten Kandidierenden, ist mit Gewissheit Brigitta Baumann.Während fast einem Vierteljahrhundert ist sozusagen das halbe Dorf bei ihr zur Schule gegangen. Leider war Sie für ein Statement über die Feiertage nicht erreichbar.

Anmeldefrist läuft am 28. Dezember ab

Gut möglich dass bis zum Ablauf der Anmeldefrist am 28. Dezember 2018, um 12 Uhr noch weitere Kandidaturen auf der Gemeindekanzlei eingehen – auch diese wird das Wynentaler Blatt gegebenenfalls vorstellen. Wer auch immer zuletzt gewählt wird, es warten einige Herausforderungen: Etwa verfügt die Gemeinde noch nicht über ein genehmigtes Budget – Streitpunkt ist der Steuerfuss. Ausserdem muss sich Leutwil auf die Suche nach einem neuen Finanzchef machen. Einem Antrag aus der Gemeindeversammlung folgend, soll zudem der Zusammenschluss mit Dürrenäsch geprüft werden. Und ob sich der Streit zwischen Gegangenen und Gebliebenen mit den Ersatzwahlen legt, steht noch in den Sternen.

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