Ein Einsatz entlang der Autobahn A1

Fr, 08. Feb. 2019

Im Januar war die Equipe des Forstbetriebes Gränichen-Unterkulm im Gebiet Rynetel an der Autobahn A1 im Einsatz. Der Eingriff stand als Auftrag «Sicherheitsholzerei für die Autobahn». Gleichzeitig dienten die Arbeiten einem jungen Forstwart als Grundlage für eine Dokumentation zur Holzschlagorganisation und Arbeitsverfahren. Damit schloss er sein letztes von acht obligatorischen Weiterbildungsmodulen für die Aufnahme an die Försterschule in Lyss ab.

moha. Eigentümer des betreffenden Waldstückes ist die Ortsbürgergemeinde Gränichen. Für den angehenden Förster, Roman Häusermann, bot sich mit dem internen Holzschlag seines aktuellen Arbeitgebers das passende Projekt an für die im Modul verlangte Praxisarbeit. «Das Gelände weist eine leichte Hanglage auf. Eine Rückegasse ist bereits vorhanden. Der Bestand darf aber nur bei Trockenheit oder Frost befahren werden. Direkt neben dem Holzschlag befindet sich die Autobahn», erklärt er zum Standort des Baumbestandes mit einer Mischung von Laub- und Nadelholz. Einige Eschen sind bereits dürr, beziehungsweise von der Eschenwelke befallen, und müssen mit Vorsicht behandelt werden.

Sicherheit als oberstes Gebot

«Es wird immer von der Autobahn weg gefällt. In kritischen Fällen werden zwei Seilwinden am selben Baum verwendet. – Es wird immer die sicherste Variante gewählt, auch wenn diese mehr Aufwand bedeutet. – Schäden und Unfälle lassen sich durch Einhalten von Fäll- und Gefahrenbereich sowie durch Ordnung im Holzschlag vermeiden. Für das ausführende Personal bestehen die typischen Gefahren bei der Holzernte. Eine gute Kommunikation zwischen allen Arbeitern ist sehr wichtig. Durch den Holzschlag verläuft eine Waldstrasse. Diese wird mit Blachen abgesperrt und immer beim Fällen steht ein Mitarbeiter auf der Strasse. Der Fällbereich muss konsequent überwacht werden», so seine weiteren Analysen und Erläuterungen zum Einsatz entlang der Autobahn A1.

Teilmechanisiertes Arbeitsverfahren

Bezüglich Arbeitsverfahren entschied man sich für die Variante «Teilmechanisiertes Stammverfahren». – Teilmechanisiert bedeutet, es wird windenunterstützt mit der Motorsäge gefällt. Stammverfahren bedeutet, die Bäume werden im Bestand, also im Wald, entastet und kommen als Stämme zur Waldstrasse. Dort werden sie entsprechend den vorgegebenen Sortimenten zugeschnitten und anschliessend zum Lagerplatz gebracht. – Es handelt sich hierbei um ein geschlossenes Arbeitsverfahren, da Fällen, Entasten und Rücken zeitgleich erfolgen.

Die Arbeiten begannen an einem regnerischen Montag und dauerten gesamthaft sechs Tage, mit wetterbedingten Unterbrüchen. Erst wurden die Wege abgesperrt und alles für die Holzerei vorbereitet. Man entschloss sich, zuerst nur Bäume, welche keine Gefahr für die Autobahn darstellten zu fällen und die Stämme an dieWaldstrasse zu ziehen, damit man diese später mit dem Kran greifen konnte. Das Wetter verschlechterte sich stark und die Arbeiten mussten vorübergehend eingestellt werden. Am nächsten Tag wurde mit dem Zangenschlepper und dem Forwarder weitergearbeitet. Es war noch alles nass und schlammig, die Rückegasse zu befahren war nicht möglich. Die gefällten Bäume wurden entastet und zersägt. Entlang der Waldstrasse wurde das Holz gelagert und bereits konnten die ersten Stämme eingemessen werden. Es befand sich noch viel Holz in der Rückegasse, doch der Boden war zu nass, um es mit dem Forwarder aufzuladen.

Ein gesperrter Pannenstreifen

Die verbleibenden Bäume konnten erst Anfang der folgenden Woche gefällt werden, als der Pannenstreifen der Autobahn durch die NSNW AG (Nationalstrassen Nordwestschweiz) gesperrt wurde. Die Forstangestellten überzogen die kritischen Bäume an der Autobahn mit dem Zangenschlepper. Inzwischen war der Boden gefroren und endlich konnte man das herumliegende Holz aus der Rückegasse hinausführen. Tags darauf wurde der Holzschlag Rynetel beendet. Nach den Holzereiarbeiten mussten die Forstwarte die Waldstrasse säubern und alle Schächte wieder instand setzen. Dann wurde die Signalisation entfernt und die Truppe verschob sich zu einem neuen Arbeitsgebiet.

«Die Arbeiten wurden fristgerecht erledigt, es gab keine Unfälle oder grobe Schäden am bleibenden Baumbestand, die Sicherheit auf der Autobahn war jederzeit gewährleistet und die Zusammenarbeit mit der NSNW AG klappte gut», so das positive Fazit des jungen Forstwartes. Verbesserungspotential sieht der angehende Förster in der Signalisation von Umleitungen; denn eine immer wieder unangenehme Erfahrung bleibt: «Trotz Absperrung sind Spaziergänger durch den Holzschlag gelaufen!»

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