Badi-Kredit: Regionales Zeichen gesetzt
26.11.2020 GränichenDie Gränicher stimmten Ja zum Kostenanteil für eine Traglufthalle in der Suhrer Badi. Zudem befürworteten die Stimmberechtigten an der «Gmeind» Kredite für die Schulinformatik und eine neue Beleuchtung. Kritische Worte gab es wegen einer geplanten ...
Die Gränicher stimmten Ja zum Kostenanteil für eine Traglufthalle in der Suhrer Badi. Zudem befürworteten die Stimmberechtigten an der «Gmeind» Kredite für die Schulinformatik und eine neue Beleuchtung. Kritische Worte gab es wegen einer geplanten Mobilfunkantenne.
A.W. Temperaturmessen beim Eingang, Maskentragen, Einteilung in Sektoren: Ja, es war eine aussergewöhnliche Einwohnergemeindeversammlung in Gränichen. Nach einem Jahr ohne «Gmeind» wollte die Behörde aber statt einer Urnenabstimmung wie in gewissen anderen Ortschaften im Kanton Aargau eine richtige, physische Versammlung durchführen. «Nur so kann der demokratische Weg weitergegangen werden», erklärte Gemeindeammann Peter Stirnemann. 84 von 5217 Stimmberechtigten folgten der Einladung trotz der herrschenden Coronapandemie.
Gemeinderat Peter Hofmann legte sich für das Projekt einer Traglufthalle im Freibad Suhr-Buchs-Gränichen ins Zeug. «Es ist sinnvoll und hat eine grosse regionale Bedeutung», argumentierte er. Konkret soll in den Wintermonaten in der Badi Suhr über das 50 Meter-Becken eine Traglufthalle errichtet werden, zudem sollen die Garderoben winterkonform umgebaut werden. In der Grossregion Aarau, zu der auch beispielsweise die Solothurner Gemeinde Schönenwerd gerechnet wird, bestünden in den Wintermonaten nicht genügend Schwimmflächen. Die Hallenbäder Aarau und Entfelden würden so entlastet, zumal in der Telli Renovationsbedarf besteht und man sich in Entfelden mehr den Familien als Zielpublikum widmen könnte. Das Becken in Suhr hingegen mit 50 Metern würde sich insbesondere auch für Leistungsschwimmer wettbewerbskonform präsentieren. Ein kritischer Einwand eines Einwohners, dass das Projekt angesichts der finanziellen Lage der Gemeinde bei 5,6 Millionen Franken Schulden einem «Wunsch» entspreche, hatte kaum Auswirkungen auf das Stimmverhalten. Der Verpflichtungskredit in Höhe von 409’729 Franken passierte mit grossem Mehr bei 5 Gegenstimmen. Es ist der Beitrag der Gemeinde Gränichen an die Investitionskosten von total rund 3,0 Millionen Franken. Läuft alles nach Plan, wäre Baubeginn Anfang September 2021 und die Fertigerstellung Ende April 2022.
Ja zu Investition in Schulinformatik
Investiert wird nicht nur in die Badi Suhr, sondern auch in die Informatikinfrastruktur der Schule Gränichen. Für die Anschaffung neuer Geräte und den Ausbau des Netzwerkes stimmten die Anwesenden dem Verpflichtungskredit von 1,251 Millionen Franken deutlich zu. Von heute etwa 320 Nutzern kann man so auf 900 ausbauen. Ein Leasing wäre für eine Gemeinde nicht interessant, liess Gemeinderat Hofmann verstehen. Folgekosten werden aber auch so entstehen: Ab 2025 wird offenbar schon mit Ersatzbeschaffungen von Endgeräten gerechnet.
775’000 Franken wird der Ersatz beziehungsweise Wechsel der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Technologie kosten. Noch müssen 900 der 1000 Leuchten umgerüstet werden. Die Abrechnung für die Sanierung des Dorfschulhauses lag erfreulicherweise rund 42’509 Franken unter dem bewilligten Kredit von 1,1 Mio. Franken.
Weniger Steuereinnahmen im 2021 erwartet
Gemeinderat André Muhmenthaler oblag die Präsentation von Rechnung 2019 und Budget 2021. Statt einem Minus von budgetierten 509’300 Franken schloss die letztjährige Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 626’326 Franken. Das sei erfreulich, werfe aber auch Fragen auf, so Muhmenthaler. Eine gewichtige Erklärung ist dabei der höher ausgefallene Steuerfluss von mehr als einer Million Franken über Voranschlag. Auch auf der Ausgabenseite wurde offenbar genauer hingesehen. Finanzkommissionsmitglied Stefan Säuberli lobte denn auch ausdrücklich den vom Gemeinderat verfügten Ausgabenstopp. Doch die Nettoschuld der Gemeinde Gränichen stieg dennoch von 1,87 Mio. Anfang 2019 auf 5,6 Mio. Franken Ende Jahr. Die Investitionsrechnung schloss nämlich mit Nettoinvestitionen in der Höhe von 6,5 Millionen Franken, wobei Strassenunterhalt, Werkhof und Schulhaussanierung «einschenkten». Im Budget 2021 geht man von einem Aufwandüberschuss in Höhe von 224’300 Franken aus. Die Coronapandemie und deren wirtschaftlichen Auswirkungen dürften auf der Einnahmenseite Auswirkungen haben. So budgetiert man tiefere Steuereinnahmen.
Unter Verschiedenes äusserten sich mehrere Einwohner kritisch zum Plan eines Telekomanbieters, auf dem Hochhaus im Gebiet Bienstel eine Mobilfunkanlage zu erstellen. So auch, weil die nächste Anlage auf dem Industrieareal von Zehnder nur etwa 500 Meter entfernt steht.

