Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss. Die Erkenntnis des griechischen Philosophen Heraklit machte sich auch der Poesiesommer-Lyriker Daniel Henseler zu eigen: Er las nicht zweimal am selben See.
us. Nach der traditionellen Ruderboot-Lesung auf dem Hallwilersee ...
Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss. Die Erkenntnis des griechischen Philosophen Heraklit machte sich auch der Poesiesommer-Lyriker Daniel Henseler zu eigen: Er las nicht zweimal am selben See.
us. Nach der traditionellen Ruderboot-Lesung auf dem Hallwilersee – zu der das Abendlicht und die Windstille einmal mehr eine fast südländische Magie ausspielten – trat er letzte Woche am Silsersee vor die Zuhörer und Passanten. Die landschaftliche Kulisse mit Blick gegen das Bergell war majestätisch, die Texte aus seinem Band «ich mache mich aus dem staub (graffito)» wurden vom Malojawind buchstäblich aufgegriffen und talabwärts bis nach Guarda getragen, wo der Autor die Lesung vor dem wuchtigen Engadinerhaus der Künstlerin Regula Verdet fortsetzte. Diese archiviert und dokumentiert Staubpartikel seit Jahren als ihr eigenes Kunstprojekt.
Über den Hindukusch nach Kabul in Afghanistan zogen Ella Maillart und Annemarie Schwarzenbach 1939 mit einem Ford, worüber die in Genf geborene Annabella Schälchli-Cuniberti in Celerina berichtete und so einen aktuellen Bezug zum Weltgeschehen aufgriff. Als Ur-Enkelin des Brückenbauers Robert Maillart präsentierte sie eindrückliches Fotomaterial der Weltreisenden Ella Maillart. Der Seetaler Poesiesommer bleibt auch in den kommenden Wochen auf Wanderschaft. Die nächste Station am Freitag ist Semione im Tessin.