Die Besoldungen wurden angehoben
20.11.2025 Suhren-/Rueder-/Uerkental, SchlossruedNicht hitzig, aber sehr lebendig ging es anlässlich der Gemeindeversammlung Schlossrued zu und her. Bei der Besoldung für die Ratsmitglieder wurden gar die beantragten Beträge durch den Souverän erhöht, ein Novum in der Geschichte, das einige Verwirrung mit sich ...
Nicht hitzig, aber sehr lebendig ging es anlässlich der Gemeindeversammlung Schlossrued zu und her. Bei der Besoldung für die Ratsmitglieder wurden gar die beantragten Beträge durch den Souverän erhöht, ein Novum in der Geschichte, das einige Verwirrung mit sich brachte. Respektable Jubiläen durften beklatscht werden.
Im Vorfeld zur Einwohnergemeindeversammlung tagten die Ortsbürger. Immerhin waren von den insgesamt 106 Ortsbürger deren 15 anwesend, eine erfreuliche Zahl, wie der Gemeindeammann, Martin Goldenberger, bemerkte. Zu den Traktanden gab es nichts zu bemerken, alle Anträge wurden einstimmig gutgeheissen. «Markus, hast du etwas vom Wald?», so der Gemeindeammann an den Ressortvorsteher Markus Bolliger. Seine Antwort: «Es läuft.» Mit Leon Gsell (Betriebsleiter) und Michael Jakob (Stv. Betriebsleiter) sind zwei junge Kräfte an die Spitze nachgerutscht, wobei Michael Jakob eigentlich für Schlossrued zuständig ist. Aber anrufen kann man beide. «Also kann man den anrufen, den man lieber hat», eine Frage aus dem Publikum.
Nach diesem kurzen Ausflug in die Politik gesellten sich auch die Ortsbürger wieder zur Gruppe, die vor dem Schulhaus von der Feuerwehr Rued mit Glühwein und Punsch bewirtet wurden.
Diese Tatsache wurde bei der Begrüssung durch dem Gemeindeamman in der Aula des Schulhauses mit den Worten untermalt: «Ihr konntet euch ja schon ein bisschen betrinken – äh ein bisschen trinken» und wies auf die bereitgestellten Wasserflaschen hin.
Neun Traktanden
Die Traktandenliste wies bereits darauf hin dass es länger dauern könnte. Von den 639 Stimmberechtigten erschienen deren 64. Sie genehmigten das Protokoll der Einwohnergemeindeversammlung vom 27. Juni, das Reglement über den Ausgleich von Planungsvorteilen (Mehrwertabgabereglement), das einige Erklärungen durch Martin Goldenberger erforderte, schliesslich aber angenommen wurde.
Mehr zu reden gab der Kreditantrag in der Höhe von rund 60’000 Franken für die Phase «Vorprojekt und Vorbereitung Verbandsgründung» Regionalisierung der Abwasserreinigung im Wynen-, Suhren- und Uerkental, erläutert durch Monika Hugentobler. Da die ARAs der Region Kölliken, Schöftland, Mittleres Wynental, Reitnau-Moosleerau und Aarau und Umgebung in hohem Masse sanierungsbedürftig sind, blieb fast nichts anderes übrig als Ja zu sagen zu einem Projekt, das quasi noch in den Sternen steht. Über die Gründung des Verbandes kann vermutlich erst im Jahr 2029 abgestimmt werden. Nach längeren Diskussionen erfolgte nur eine zögerliche Zustimmung, weil viele Fragen offen bleiben mussten.
Feuerwehr hat Rückhalt
Markus Bolliger brauchte den Kreditantrag von 298’000 Franken für die Beschaffung eines Schlauchverlegefahrzeuges und einer Motorspritze für die Feuerwehr Rued nicht lange schmackhaft zu machen. Von den 64 Stimmberechtigten sagten 63 Ja dazu.
Erfreuliches gab es über die Kreditabrechnung für die Photovoltaikanlage auf dem Schul- und Gemeindehaus zu berichten. Der Kredit wurde um 35’276.75 Franken unterschritten. Die Firma Elektro Goldenberger AG erklärte diese Vergünstigung damit, dass die Beschaffung der Photovoltaikpanels wesentlich günstiger ausfiel als geplant.
Arbeit wird anerkannt
Dass die Gemeinde mit dem Gemeinderat zufrieden ist und dessen Arbeit würdigt, bestätigt die Tatsache, dass der Souverän die Jahresansätze von sich aus erhöhte, was für den Präsident der Finanzkommission, Michael Seibert, und den Gemeindeschreiber, Peter Lüthy, zur Herausforderung wurde, denn das war noch nie da gewesen. In Abwesenheit des Gemeinderates und dessen Angehörige sagten, nach einigem Hin und Her, bei der Schlussabstimmung 43 Stimmberechtigte ja zum höheren Satz. Der Gemeindeammann dankte darauf Michael Seibert dafür, dass er den «Dompteur» gespielt hat. Das Budget wurde in der Folge mit grossem Mehr gutgeheissen.
Ehrungen und mehr
Unter «Mitteilungen und Verschiedenes» gratulierte Martin Goldenberger vorab dem erfolgreichen Kunstturner Florian Langenegger. Er orientierte über die Wasserleitung Burgstrasse und über den Fahrdienst MiA (mobil im Alter), welcher ab 1. Januar 2026 auch in Schlossrued angeboten wird. Beatrice Neeser orientierte über das Vorgehen und die Finanzierung. Es braucht noch Fahrer oder Fahrerinnen sowie Leute für die Koordination. Zudem sind Neumitglieder sehr erwünscht.
«Wieviel Geld wird dadurch gespart, indem die Strassenlaternen ab 0.30 Uhr ausgeschaltet werden», eine Frage aus dem Publikum, die an den Finanzverwalter weitergeleitet wurde. Ein Workshop hat zudem ergeben, dass es in Schlossrued ein funktionierendes Restaurant, ein Lebensmittelgeschäft und ein sinnvolles öV-Angebot braucht. Entsprechend erfolgte der Appell an die Bevölkerung: Wir haben das alles im Dorf, also nutzt es auch tüchtig!» Mit dem Hinweis auf den Weihnachtsbaumverkauf vom 20. Dezember und den traditionellen Neujahrsapéro schloss der Gemeindeammann die Versammlung und lud ein zum gemütlichen Beisammensein bei Speis’ und Trank.
Frieda Steffen

