Zeitsprung in die Vergangenheit

Mo, 10. Apr. 2017

Im Jahr 1974 trat Bauchredner Urs Kliebenschädel zum ersten Mal mit seiner Esel-Puppe Caroline vor Publikum auf. Vier Jahrzehnte lang blieb Caroline elf Jahre alt und führt seit je her ihr vorwitziges Maul. So auch 43 Jahre später im Saalbau Reinach, der sich im Nu ins letzte Jahrtausend zurück versetzt sah.

 

Anlass für den Auftritt war das «Lachfestival», an dem drei Künstlerpaare ihre Auftritte miteinander verbunden haben – vergleichbar mit Sendungen im Fernsehen, bei denen ein Moderator, ebenfalls Comedian, seine Spass-Kollegen ankündigt – oder auch die Comedynacht im «das Zelt» funktioniert ähnlich. Die Mischung an diesem Abend darf als gelungen bezeichnet werden. Den Anfang machten Fredy Schär und seine Gitarre. Die beiden bildeten eine Symbiose zwischen rasanten Texten und ebensolchen Liederbeiträgen. Gelegentlich schien sich der selbst ernannte «witzigste Liedermacher der Schweiz» selber zu überholen, so schnell wechselte er zwischen bekannten Melodien, denen er eigene Texte verpasste.

Zurück in die Vergangenheit
Etwas ruhiger nahmen es Kliby & Caroline. Es dauerte nicht lange, bis das vorwitzige Esel-Mädchen ein erstes Mal ihr bekanntes «Jo waaaaa» krächzte. Manch einer im Saal dürfte sich um die vier Jahrzehnte in die 1970er und 1980er-Jahre versetzt gefühlt haben, als Kliby mit seiner Caroline seine grössten Erfolge feierte. Über eine Million Tonträger verkaufte das Duo und glänzt noch heute mit dem Erfolgsrezept von damals: Witze über der Gürtellinie, leicht und bekömmlich. Nach der Pause waren Sutter & Pfändler an der Reihe. Peter Pfändler wurde – ebenfalls vor der Jahrtausendwende – bekannt durch die TV-Sendung «Wääled Si!» und mit Auftritten beim «Samschtig Jass», ehe er 2002 zusammen mit Cony Sutter das Comedy- Duo gründete. Dieses brachte einige zusätzliche laute Lacher in den Saalbau. Die Nummer mit dem Billettautomaten war dabei nicht die einzige Anspielung auf Mängel, die man als Zürcher (Sutter) mit sich herum zu tragen hat.

Lustiger April im Saalbau
Alles in allem ein gelungenerAbend mit freundlichen Gastgebern, wie sich nach der Vorstellung herausstellen sollte. Besonders Urs Kliby verteilte viele Autogrammkarten und wurde für Selfies angesprochen. Die Künstler nahmen sich Zeit für ihr Publikum, auch das gehört zum Konzept der gemeinsamen Auftritte.Weiter geht es im Saalbau bereits übermorgen Donnerstag: Die Senkrechtstarter von «Starbucks » zeigen im Programm «Crash Boom Bang» eine Mischung aus Tanz, Akrobatik und non-verbaler Comedy. Ende April steht dann Stand-Up-Comedian Claudio Zuccolini auf der Bühne in Reinach – der April bleibt also lustig.

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