Böhler-Knoten: 4 Varianten

Di, 03. Jul. 2018

Am Dienstagmorgen informierten Kanton, Gemeinde und «Aargau Verkehr» über den Stand der Dinge rund um die Böhler-Kreuzung, die zum Böhler-Kreisel werden soll - oder eben nicht. Man hält sich alle Optionen offen.

Anwesend waren Emil Huber, Gemeindeammann Unterkulm, Mathias Grünenfelder, Aargau Verkehr AG (besser bekannt als WSB) und Rolf H. Meier, Abteilung Tiefbau, Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Gemeinderat Huber fasste die Bedenken zusammen, die im Anschluss an die Projektvorstellung aufgekommen waren. Ebenso Ingenieur Rolf Meier der Hoffnungen auf «Breaking News» aber entkräftete: Er werde heute keine fertigen Lösungen präsentieren, aber Richtungen in die es ehen könnte. Unbestritten seien dabei die Eigentrassierung der WSB, die Sanierungen der Hauptstrasse K242 und der Böhlerstrasse K237, «die Hand in Hand gehen», wie Meier festhielt.

Kreisel oder T-Kreuzung

Die Schnittstelle dabei ist der Böhlerknoten, der heute eine stark befahrene Kreuzung ist, an der auch Fussgänger und die WSB verkehren. Was diesen angeht, gebe es nach Ansicht des Kantons, keine Alternative zu einer Lösung mit Bahnschranken, unterstrich Meier. Dies sei eine Vorgabe des Bundesamtes für Verkehr (BAV). "Wir haben geprüft, den Bahnverkehr als Tramstrecke zu betreiben - sprich Bremsbereitschaft auf Sicht - das lässt sich aber mit der Verkehrssicherheit nicht vereinbaren, erklärte Meier weiter. Später sagte Mathias Grünenfelder dazu, dass ein Projekt ohne Schranken heutzutage nicht mehr bewilligungsfähig sei.

81 Einwendungen und 32 Eingaben zur Anhörung sind seit der ersten Projektvorstellung eingegangen und müssen geprüft werden. Um in der Sache vorwärts zu kommen, schlägt das BVU nun vier verschiedene Varianten vor die paralell geprüft werden.

Variante 1 sieht vor allem Massnahmen zur Bahnsicherung vor. Die Bahnachse wird verschoben, die Strasse wird aber belassen wie sie ist. Zudem werden auf dem weiterhin als T-Kreuzung betriebenen Knoten Bahnschranken installiert. Die Sicherheit wäre dadurch gewährleistet - Eine langfristige Lösung sei das aber nicht, weil die Verkehrsflächen nicht optimal genutzt würden, sagte Meier dazu. Die Massnahmen könnten immerhin bald angegangen werden - die Dauer bis alle Arbeiten abgeschlossen sind, schätzt Meier auf 5 Jahre. Kosten: 5-10 Millionen Franken.

Variante 2 sieht die Kreisel-Lösung vor. Dieses sei in Sachen Sicherheit genehmigungsfähig, sagte Meier, zudem werde das Ortsbild geschont. Die Opposition aus der Bevölkerung sei aber gross, besonders gegen das Aufhalten des Verkehrs auf der Nord-Süd-Achse. Zusammen mit den Bahnschranken würde der gesamte Verkehr aufgehalten. Baubeginn könne frühstens in 3-4 Jahren erfolgen, die Bauzeit nimmt weitere 2-3 Jahre in Anspruch.

Variante 3 sieht die T-Kreuzung vor, die jedoch in alle Richtungen mit Lichtsignalen ausgestattet werden muss, also auch, wenn der Zug nicht über die Kreuzung führt. Dazu kommen ebenfals Bahnschranken im Verkehr mit der Böhlerstrasse. Ein weiterer Nachteil ist laut Meier, die zu kurze Einspurstrecke für den Verkehr aus dem Süden, der auf die Böhlerstrasse abbiegen möchte. Unklar ist, wie die Tankstelle erschlossen würde. Auch bestehende Gebäude (Kirchenmauer, Gemeindehaus) kämen in den Weg. Dieses Projekt ist noch nicht ausgearbeitet, was 1-2 Jahre in Anspruch nimmt - der Baubeginn wäre ab heute frühstens in 3-4 Jahren zu erwarten, die Bauzeit nimm ebenfalls noch 2-3 Jahre in Anspruch.

Variante 4 ist die teuerste von allen Ideen. Der Tunnel für die WSB ist aber noch nicht mehr als eine Idee. In groben Schätzungen spricht Meier von Kosten in der Höhe von 250 bis 300 Millionen Franken. Bis zur Umsetzung würden bis gegen 20 Jahre vergehen, was vor allem den verschiedenen Planungsverfahren geschuldet sei. Die Tunnellänge einschliesslich Auffahrrampen würden eine Strecke von rund einem Kilometer in Anspruch nehmen. Das Ortsbild werde wegen der Rampen zerschnitten. Meier sagte dazu, dass die Belassung des Schienenverkehrs und stattdessen eine Umfahrung Unterkums für den Strassenverkehr möglicherweise die günstigere Variante sei.

Von einer Hochbahn, wie sie im Wynentaler Blatt auch schon vorgeschlagen wurde, ist Rolf Meier fasziniert; eine Umsetzung sei aber so gut wie unmöglich, ganz zu schweigen vom Ortsbild, das völlig zerstört würde. Dieses Projekt werde sicher nicht weiterverfolgt.

Die verschiedenne Projekte werden nun eingehend geprüft. In der «Glaubensfrage» nach Kreisel oder T-Kreuzung will sich Rolf Meier nicht festlegen. "Beide sind funktionsfähig, müssen aber genau geprüft werden.» Als nächster Schritt werden Einwendungen bearbeitet die nicht den Knoten betreffen. Sprich: die Eigentrassierung der WSB und die Strassenprojekte, wobei die Sanierung der Böhlerstrasse bereits vorzeitig realisiert werden könnte. In Sachen Böhler-Knoten wollen Kanton, Gemeinde und WSB bis im Herbst 2018 die «Best-Lösung» evaluieren und bis Ende 2019 die Einwendungen behandeln. Danach erfolgt eine Auflage der Projektänderung und die Vorlage im Grossen Rat.

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