Was vom Landi-Flugblatt übrig blieb

Fr, 25. Jan. 2019
«frisch & fründlich» – der Slogan der Volg-Gruppe ist Programm. Peter Stalder, Geschäftsführer der Landi Aarau West, setzt auf ein lokal funktionierendes Geben und Nehmen. (Bild: Remo Conoci)

Die Landi Aarau-West verteilte in Teufenthal ein Flugblatt mit der Aufforderung, in der lokalen Volg-Filiale einzukaufen. Über die Art der Formulierungen wurde diskutiert, doch eine Frage blieb unbeantwortet: Braucht es den Dorfladen überhaupt noch? Peter Stalder, Geschäftsführer der Landi Aarau-West sagt: «Ja natürlich!»

rc. Selten löst ein Flugblatt so viel Aufmerksamkeit aus, wie jenes der Landi Aarau-West. Darin wurde die Bevölkerung aufgefordert, wöchentlich 50 Franken im Volg-Laden Teufenthal auszugeben, sonst drohe diesem die Schliessung. Medien und Konsumenten sprangen schnell auf das Thema an, doch das Grundproblem blieb aussen vor: Internet, Einkaufstempel und grenzenlose Mobilität stehen im krassen Interessenkonflikt mit dem lokalen Denken.

Peter Stalder ist ein sehr besonnener Mann. Mit Hektik lässt er sich nicht treiben. Beim Interviewtermin stehen die Fragen geordnet auf einem Zettel, doch es entwickelt sich ein dynamisches, sehr spannendes Gespräch. «Ja, nach dem Flugblatt kamen mehr Leute in die Teufenthaler Filiale», resümiert er. Ob die Wirkung längerfristig sei, wisse er noch nicht. Einen Dorfladen zu betreiben sei jedoch viel mehr als eine einmalige Aktion, die morgen schon wieder vergessen ist. «Es wurde darüber gesprochen und geschrieben, das ist gut. Viel besser wäre es, wenn in der Bevölkerung ein nachhaltiger Eindruck bleiben könnte». Er spricht damit ein grundsätzliches Problem an, das dem lokalen Gewerbe immer mehr zu schaffen macht: Lädeli, Post, Zeitungen und Kirche wollen zwar alle im Dorf behalten, man ist aber immer weniger bereit, diese auch zu nutzen. «Es geht nicht darum, alles andere zu verteufeln, sondern darum, die Bevölkerung darauf zu sensibilisieren, dass es keinen Sinn macht, für eine Zahnbürste sogar über die Kantonsgrenze zu fahren.»

Ein Geben und Nehmen

«Das lokale Gewerbe ist angewiesen auf die lokale Bevölkerung. Wir unterstützen Vereine und Anlässe, schaffen Arbeitsplätze, passen Öffnungszeiten den Kundenwünschen an und geben in der Summe damit auch etwas zurück.» Nicht zuletzt erfülle der Dorfladen eine soziale Funktion, indem er für viele Menschen Treffpunkt ist.

Das Wirken der Grossverteiler interessiere ihn deshalb nicht: «Die müssen alles in mehrfacher Ausführung anbieten und haben eine ganz andere Aufgabe. Wir bieten eine Grundversorgung in der Nähe an, sorgen für kurze Wege und arbeiten mit der Post und vor allem mit vielen regionalen Lieferanten zusammen, die ihre Arbeitsplätze ebenfalls erhalten können». Tatsächlich lohnt es sich, die Etiketten an diesen Produkten genauer anzuschauen. Alleine die eingesparten Wege und die nachhaltig produzierten Produkte sind ein Mehrwert.

«Lokal» als Zukunftsmodell

Ein Laden wie der Volg definiere sich deshalb nicht über die Masse an Auswahl, sondern über eine Funktionalität, die in einem gewissen Rahmen auch die Dorfgemeinschaft am Leben erhält. «Wenn irgendwo Wohnungen vermietet werden, wird schnell mit dem Dorfladen in der Nähe argumentiert. Dieser muss aber auch berücksichtigt werden, sonst ist die Gleichung ganz einfach: wird er nicht genutzt, geht er zu.»

Stalder will das nicht als Drohung verstanden haben. Er glaubt an die Zukunft von Dorfläden, Metzgereien, Bäckereien, Bankfilialen, aber auch an die Zukunft von lokalen Zeitungen. Im Zeitalter der Globalisierung sogar umso mehr: «Wir haben etwas, was Internet, NZZ und Einkaufstempel nicht können: Wir sind in den Regionen präsent». Oder anders ausgedrückt: Die Post im Dorf muss nicht Hypotheken verkaufen, sondern Briefmarken.

Peter Stalder unterstreicht diese Aussage noch: Am Freitag, 1. Februar wird in Oberentfelden nämlich eine neue Volg-Filiale eröffnet.

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