Wie lehrreich ein Fernsehprojekt sein kann

Mi, 31. Dez. 2025
Aufregend und lehrreich: Die 5./6. Klasse aus Birrwil hat an «SRF Kids News spezial» mitgearbeitet. Mit Begeisterung sprechen sie über ihre erste journalistische Erfahrung. (Bild: Graziella Jämsä)

«Armut in der Schweiz» ist kein beliebtes Thema. Betroffene schämen sich. Dass durchschnittlich jedes fünfte Kind betroffen ist, wird oft verschwiegen. Aber die Buben und Mädchen in Florian Suters Klasse haben gemeinsam recherchiert.

«Zuerst haben wir uns ein paar Videos von Nadja Chahdi angeschaut, weil wir ja sie interviewen sollten», erzählt Lea. Die junge Mutter spricht in ihren Filmen auf Social Media über das Leben am Existenzminimum – von Einkaufslisten bis Resteverwertung in der Küche. «Dann haben wir uns Fragen überlegt», fügt Michelle hinzu.

Sie waren also gut vorbereitet, als die SRF-Fernsehleute für die Aufnahmen anreisten. Aber wie war es, tatsächlich vor der Kamera zu stehen? Marion formuliert es pragmatisch: «Wir haben ein Mikro bekommen, dann wurden ein paar Tests durchgeführt, bis alles funktioniert hat.» Damjan fand es aufregend. «Aber mit der Zeit ist die Nervosität weggegangen.»

In der Zwischenzeit ist der Film nicht nur auf Play SRF und auf srf.ch/ school erschienen. In der Schule gab es eigens für Eltern und Kinder eine Videovorführung. Florian Suter lächelt bei der kurzen Erinnerung. «Ich glaube, die Kinder fanden es ziemlich cool. Zum einen sich selbst zu sehen. Zum anderen der Familie zu zeigen, was bei den Fernsehaufnahmen entstanden ist.» Er selbst habe viele schöne Rückmeldungen erhalten. «Ich denke auch, weil das Thema Armut in der Vorweihnachtszeit eine eigene Präsenz hat.»

Miteinander reden

Was machen die Kinder jetzt mit ihren Erfahrungen? Was haben sie für die Zukunft gelernt? Es gibt Antworten, die fallen mehrfach. «Arm sein, heisst nicht unbedingt auf der Strasse zu leben.» «Es ist wichtig, Unterstützungsangebote wie das im Film genannte «Essen für alle» zu kennen.» Und wenn man das Gefühl habe, es gehe einem anderen Kind schlecht, ansprechen, miteinander reden.

Aber auch was ihre eigene Zukunft betrifft, sind die Buben und Mädchen reflektiert. Auf die Frage, wie sie mit Problemen bei der Lehrstellensuche umgehen würden, antwortet Cyrano: «Ich würde schauen, welche anderen Berufe mit meinem verbunden sind und mich dort bewerben.» Lea schlägt vor, sich gut mit Familie und Freunden zu vernetzen. «Man kann einen Job dazwischen machen, so Hausdienst oder im Restaurant. Dann kann man weitersuchen», erklärt Lennard. Beeindruckende Antworten, die Florian Suters Haltung Recht geben. «Ich würde die Chance für ein solches Projekt jederzeit wieder nutzen.» Graziella Jämsä

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich «SRF Kids News spezial – Was bedeutet es, in der Schweiz arm zu sein?» anzuschauen, kann am Samstag, 3. Januar um 10.35 Uhr SRF 1 einschalten. Wiederholungen gibt es ausserdem auf SRF 2.

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