Das grosse Geschenk des Miteinanders

Do, 08. Jan. 2026
Aufs neue Jahr anstossen, sich über Wünsche austauschen und das Zusammensein geniessen. (Bild: Graziella Jämsä)

Höhepunkt eines jeden Jahres ist in Böju der erste Januar. Ganze Familien hatten sich im Foyer des Löwensaals eingefunden, um mit Nachbarn aus dem ganzen Dorf auf 2026 anzustossen.

«An einem Anlass wie diesem pflegt man einen Rück- und einen Ausblick zu machen», begann Gemeindeamman Martin Grütter seine Ansprache. «Beim Ausblick sollte man sich auf das Positive konzentrieren. Aber ich gebe zu, das fällt nicht immer ganz einfach.» Doch die Weltpolitik, der Krieg in der Ukraine, die Situation im Nahen Osten oder die Klimaveränderungen seien nicht zu ignorieren. «Wir können nicht alles schaffen, auch in unserer schönen Gemeinde nicht. Aber wir probieren es auf jeden Fall.» Immobilienstrategie und Steuersenkung seien keine Garantie, dass alles besser oder einfacher werde. «Versichern kann ich allerdings: Es wird nie langweilig.»

Beinwil am See biete viele Möglichkeiten. «Es ist an uns, etwas daraus zu machen. Ein offenes Ohr, eine freundliche Geste – es gibt viele Möglichkeiten, den Alltag lebenswert zu gestalten.» Wenn er mit seinem Grossvater über die schönen und herausfordernden Seiten im Ort spreche, zitiere dieser gerne ein Gedicht von Friedrich Walti.

Aber i, i säge nüüt!
Händ ihr s ghört, das wäg em Suter? Öppis isch do nümme luuter. D Banke chratze i de Hoor. Isch es ächt au würkli wohr? Das git z rede bi de Lüüt, aber i, i säge nüüt!

S'Meiers heige au nüt z'lache. S'goot halt do um gwüssni Sache, s klappet nümm bi dene beide, hoffetli tüends nid no scheide. Das git z rede bi de Lüüt, aber i, i säge nüüt!

S Huebers Max im Schmitterank gfallt mer nümm, da isch doch chrank, het zviel gröikt, und nid zvergässe: er het wie'n Dröscher g'ässe. Das git z rede bi de Lüüt, aber i, i säge nüüt!

Was i no ha welle froge: Stimmt s ächt, s'Pfarrers Bueb nähm Droge? Und em Lehrer Vogelsanger sini Tochter seig schynts schwanger. Das git z rede bi de Lüüt, aber i, i säge nüüt!

Nei, was d Lüüt nid alles brichte! Weisch, und grad wäge settig Gschichte chöntes eim no nochenäh, grichtlich mein i, säb chönts gäh. Das gäb zrede bi de Lüüt, ebe, dorum säg i nüüt!

Das Publikum schmunzelte. Hatte der Ammann doch genau die Themen angesprochen, welche die Menschen beschäftigten. Denn neben Gesundheit tauchte ein aktives Miteinander immer wieder als Wunsch fürs neue Jahr auf. Rolf Hintermann, Co-Präsident beim Verkehrs- und Kulturverein, hatte bereits einen konkreten Vorschlag: «Mit dem Pétanque-Platz beim Schulhaus Steineggli haben wir einen Treffpunkt im Ort, den wir mit Leben füllen können. Lasst uns die Chance auf gute Begegnungen nutzen.»

Graziella Jämsä

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