Die Natur ist aus dem Winterschlaf erwacht. Die frischen Farben machen gute Laune. Aber fürs Sonne Tanken braucht es ausnahmsweise mehr als eine informative Zeitung. Lassen Sie sich von den Tipps unserer Redakteurinnen zum Lesen inspirieren.
Den Anfang macht «Ronja Räubertochter», ein Klassiker von Astrid Lindgren. Als der Roman 1981 erschienen ist, war die Autorin 71 Jahre alt. Was sie nicht davon abhielt, der Presse das Buch mit besonderen Worten vorzustellen: «Ich schreibe Märchen und die Menschen brauchen Märchen. So war das schon immer. Und so ist es immer noch.» So kommt es, dass die Räubertochter, geboren auf einer Burg, von den Eltern auf Entdeckungsreise in den Wald geschickt wird. Sie lernt Graugnome, Druden, die Gefahren des Flusses und den Sohn der verfeindeten Borka-Familie kennen. Das Buch eignet sich nicht nur zum Vorlesen, es ist die Aufforderung, die Natur um sich wieder einmal genauer zu betrachten.
Zu finden sind in diesen Momenten zahlreiche Pflanzen, die dem Wohlergehen des Körpers dienen. Der Drogist und Kräuterkundler Claude Roggen hat sein Wissen in «Die Geheimnisse des Druiden» festgehalten. Darin erfährt man, welche heilsamen Kräfte im Rosmarin aus dem Garten, dem Löwenzahn auf der Wiese oder in der Birke des Waldes stecken. Auch über die Verarbeitung und die Anwendungsgebiete erfährt man einiges. Das Buch ist der perfekte Begleiter für den nächsten Spaziergang.
Ein anderer Aspekt der Pflanzenbetrachtung sind die Farben. Kräftiges Gelb der Königskerze oder Stiefmütterchen in sanftem Pink – jede Nuance hat ihre eigene Bedeutung. Welche, verrät der französische Farbdesigner Jean-Gabriel Causse in seinem Werk «Die unglaubliche Kraft der Farben». Sein Wissen lässt sich übrigens auch auf die Gegebenheiten zuhause anwenden.
Ganz andere Gedanken haben Hape Kerkeling auf den Jakobsweg «getrieben». Doch die gesundheitlichen Erklärungen sind für die beschriebene Reise in seinem ersten Buch «Ich bin dann mal weg» von eher geringer Bedeutung. Viel wichtiger ist die Wirkung des «Unterwegsseins», die er in leicht verständlicher, nahbarer und doch gewählter Sprache niedergeschrieben hat. Für all jene, die Lust haben, dieses Gefühl, welches einen im Frühling überkommt, etwas ausgiebiger zu geniessen.
Wer literarische Zeitreisen schätzt, ist bei «Stolz und Vorurteil» von Jane Austen genau richtig. Das Buch entführt einen in das England des 19. Jahrhunderts und verbindet gekonnt eine Liebesgeschichte mit der Realität des Lebens in der damaligen Zeit. Der Buchtitel lehnt sich dabei an die beiden Hauptfiguren Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy an, die einander mit zu viel Stolz und vielen Vorurteilen begegnen. Über das Buch hinweg lernen beide, dass sich hinter der Fassade der anderen Person mehr versteckt als ursprünglich angenommen.
So schön der Blick vom Homberg ins Tal oder vom Lindenberg auf den Hallwilersee sein mag – manchmal wachsen die Reiseträume darüber hinaus. Doch was passiert, wenn eines der grössten «aber», jenes ums Geld, wegfällt. Meike Winnemuth gewann bei «Wer wird Millionär» 500’000 Euro und beschloss, sich auf den Weg zu machen. Zwölf Monate, zwölf Städte auf allen Kontinenten – die Journalistin schreibt sich die Ereignisse nicht schön. Sie verrät, dass gewisse Orte auch Ängste auslösen, dass man nicht immer Lust auf Begegnungen hat. Und doch ist das Buch Inspiration pur – für Zuhause wie für künf-
Graziella Jämsä tige Reisen.
(Bilder: Janine Flückiger/ Graziella Jämsä/Melanie Köchli/ Roland Marti/Iris Schaffner)














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