Die Herren von Reinach

So, 23. Apr. 2017

Jedes Frühjahr erscheint die «Heimatkunde aus dem Seetal». Herausgeberin ist die Historische Vereinigung Seetal und Umgebung. Die Jahreschrift 2017 ist vor allem zwei Themen gewidmet: Der Burg Oberrinach (Gemeinde Römerswil) und neu endeckten frühmittelalterlichen Gräbern in Seengen.

 

Was auf den ersten Blick sehr mittelalterlich anmutet, enthält bei genauerem Hinsehen den neusten Stand der Archäologie und Geschichtsforschung. Akribisch haben die beiden Autoren, Marco Hostettler und Luisa Galioto, alle Funde zusammengetragen, genau analysiert und mit sämtlichen Ergebnissen anderer Ausgrabungen verglichen.

Die aktive Zeit der Burg Oberrinach liess sich damit genau datieren und der Lebensstandard der Bewohner ermitteln. Die Herren von Reinach besassen auch Burgen in Rickenbach (LU), Auenstein, Wildenstein, Bernau, Burg sowie die Trostburg. Im Sempacherkrieg wurden mehrere Festungen zerstört, darunter auch diejenige in Oberrinach. Die Familie setzte ihre Karriere in habsburgischen Diensten fort, musste aber mit der Trostburg und der Feste Wildenstein nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen den Bernern huldigen.

Bald erwarben die Herren von Reinach Besitzungen im Elsass und veräusserten ihre Rechte in der Schweiz. Im 19. Jahrhundert kehrten sie zu ihren Wurzeln zurück und kauften die Ruine Oberrinach, die heute noch im Besitz der Familie ist.Die Bachelorarbeit von Marco Hostettler schildert die verschiedenen Ausgrabungen und wertet erstmals die Funde genau aus.

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