rf. Aus den neusten Daten des Bundesamts für Statistik geht hervor, dass ein Zehntel der Arbeitnehmenden mit einer 100-Prozent-Stelle 2020 brutto weniger als 4382 Franken im Monat verdiente. 58 Prozent der Vollzeitarbeitsstellen, deren Lohnniveau brutto unter 4500 Franken liegt, waren von ...
rf. Aus den neusten Daten des Bundesamts für Statistik geht hervor, dass ein Zehntel der Arbeitnehmenden mit einer 100-Prozent-Stelle 2020 brutto weniger als 4382 Franken im Monat verdiente. 58 Prozent der Vollzeitarbeitsstellen, deren Lohnniveau brutto unter 4500 Franken liegt, waren von Frauen besetzt. 491’000 Arbeitnehmende hatten in der Schweiz eine Tieflohnstelle mit einem monatlichen Bruttosalär unter 4443 Franken bei einer 100-Prozent-Pensum inne.
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Jahr 2020 betrug die Armutsgrenze durchschnittlich 2279 Franken pro Monat für eine Einzelperson und 3963 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. In der Schweiz waren im Jahr 2020 (Einkommen 2019) 8,5 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Einkommensarmut betroffen. Dies entspricht rund 722’000 Personen. Unter ihnen sind überdurchschnittlich viele Alleinerziehende und Menschen mit geringer Ausbildung, die nach einem Stellenverlust keine neue Arbeit finden. Dazu zählen aber auch 158’000 Männer und Frauen, die trotz Erwerbsarbeit arm sind – sogenannte working poor. 1,3 Millionen Menschen sind somit armutsgefährdet, haben also ein deutlich tieferes Einkommen als die Gesamtbevölkerung. Unter ihnen sind überdurchschnittlich viele Familien mit drei und mehr Kindern. Armut ist in der Schweiz kein Randphänomen.
Quellen: Bundesamt für Statistik BFS, Caritas