Träumer
In der Ukraine herrscht nach wie vor ein grausamer Krieg. Im Nahen Osten wüten die gewohnten Akteure gegeneinander und beheizen gegenseitig eine humanitäre Katastrophe. In vielen weiteren Regionen der Welt regieren die Waffen und bringen Leid, Hunger und Tod.
Der Oberzöllner lässt in gewissen Städten die Nationalgarde auffahren, mit der Begründung mangelnder Sicherheit, obwohl die Statistiken sinkende Kriminalität ausweisen.
Aber wir müssen gar nicht so sehr in die Ferne blicken: Auch in Brugg fühlen sich Teile der Bevölkerung aufgrund jüngster Gewaltvorfälle nicht mehr sicher. Und vor unserer Haustür, in Menziken, so liest und hört man in den Medien, gibts Gewaltexzesse unter Schülern und wüste Prügeleien auf dem Fussballplatz.
Die Schuldigen in jedem dieser Fälle sind rasch gefunden: Es sind immer die Fremden, die Ausländer oder einfach: Die Anderen!
Genau heute vor 62 Jahren hielt Martin Luther King in Washington D.C. seine bekannte Rede «Ich habe einen Traum» (I Have a Dream). Sie ist bis heute eine Inspiration für den Kampf gegen Ungerechtigkeit. Luther King gab unter anderem seiner Hoffnung Ausdruck auf eine Zukunft, in der Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe, sondern aufgrund ihres Charakters beurteilt werden.
Er mag ein Träumer gewesen sein. Ein friedliches Mit- statt Gegeneinander ist − gerade in Gemeinden mit hohem Ausländeranteil − einfach nicht möglich. Oder doch? In einer Gemeinde in der Region Aarau wurde am vergangenen Samstag schon zum wiederholten Mal das «Fest der Kulturen» gefeiert. Menschen aus 15 verschiedenen Ländern kochten in kleinen Gruppen typische Gerichte aus ihren Herkunftsländern und verköstigten so mehrere Hundert Festbesucher mit Cervelat vom Grill, Currywurst, Pasta, Paella, Gyros, Tzatziki, Wan-Tan, Frühlingsrollen, Spanferkel, iranischem Nazkhatoon, Kochbananen, burundischen Samoussas, türkischen Manti, slowakischem Grenadier Pochod oder ungarischer Hähnchenbrust. Dazu lief Musik aus den teilnehmenden Ländern. Es war eine kulinarische Weltund Entdeckungsreise. Und das Schönste daran: Es war ein fröhliches, buntes, chaotisches aber sehr friedliches Miteinander. Übrigens, der Ausländeranteil in besagtem Ort ist nahezu gleich wie in Menziken.
Ich habe einen Traum, dass eines Tages … Roland Marti
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Helene Marti-Herzig (nicht überprüft)
Do, 28. Aug. 2025
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