Mit dem Ferienspass Homberg auf Bibersuche
22.07.2021 Familie, RegionZwanzig motivierte und gutgelaunte Ferienspasskinder trafen sich bei strömendem Regen auf dem Areal der Eie in Reinach und waren schon ganz gespannt, was Jacqueline von Arx vom Naturama mit der leuchtend gelbgrünen Regenjacke zu erzählen wusste. Auch einige Eltern wagten ...
Zwanzig motivierte und gutgelaunte Ferienspasskinder trafen sich bei strömendem Regen auf dem Areal der Eie in Reinach und waren schon ganz gespannt, was Jacqueline von Arx vom Naturama mit der leuchtend gelbgrünen Regenjacke zu erzählen wusste. Auch einige Eltern wagten es, aus dem trockenen Auto zu steigen, um ihre Schützlinge am Treffpunkt zu verabschieden.
Als alle, in Regenkleidung gehüllten Kids, da waren, konnte die Tour beginnen. Was man eigentlich brauche für eine Exkursion, wollte Jacqueline von Arx zuerst einmal wissen. Sicher einen Feldstecher, vielleicht auch eine Lupe und viel Geduld und Ruhe.
Da es in einer grossen Gruppe kaum möglich ist, ganz ruhig zu sein, ist es auch sehr schwierig, einen Biber zu beobachten. Deswegen war das Ziel der Exkursion, Spuren des Bibers erkennen zu lernen, um später auf eigene Faust Biber entdecken zu können.
Beim Spaziergang am Seitenbach der Wyne entlang, waren schon bald zwei Asthaufen zu sehen. Ob die vom Biber stammten? Die Kinder forschten, ob Bissspuren zu entdecken sind oder ob das Gelände geeignet ist für den Biber. Die Mehrheit kam zum Schluss, dass hier keines dieser scheuen Nagetiere am Werk gewesen ist, da die Bissspuren fehlten. Ausserdem erklärte die Exkursionsleiterin, dass der Ort nicht geeignet ist für einen Biberbau, weil die Bachufer verbaut sind.
Biberbissspuren entdeckt!
Auf dem weiteren Weg untersuchten die Kids auch Höhleneingänge am Ufer und befassten sich mit tatsächlichen Biberbissspuren. An einem Rüebli durften sie versuchen zu nagen, gerade so wie das die Pflanzenfresser mit ihren starken Schneidezähnen machen. Später fanden die Kinder tatsächlich Fussspuren von Bibern im nahegelegenen Maisfeld – oder waren es doch die Abdrücke von Hundepfoten?
Jacqueline von Arx wusste zudem viele spannende Details zum Gebiss, zum Fell und zur Duftdrüse des Bibers zu erzählen. Ausserdem erfuhren die Kinder, was die Kelle mit dem Biber zu tun hat. Er kocht selbstverständlich nicht mit der Kelle – er kühlt sich ab damit, wenn er sie in den Bach hält. Oder er lässt seine Jungtiere darauf im Trockenen stehen. Der Biber kann seine Familie aber auch vor Gefahren warnen, indem er mit der Kelle auf die Wasseroberfläche schlägt. Genau – mit der Kelle ist der platte Schwanz des Bibers gemeint.
Ein Biberli zum Abschied
Diese Exkursion verging trotz des Regens wie im Flug. Jacqueline von Arx vertröstete die Kinder damit, dass sie selbst auf Biberbeobachtungstouren gehen könnten. Am besten macht man sich abends nach sieben Uhr auf den Weg und sucht an der Wyne nach Biberrutschen. In der Nähe einer Rutsche sollte man eine Weile ruhig verharren – und wer weiss, vielleicht zeigt sich tatsächlich eines der geschützten Nagetiere. Zum Abschluss bekam jedes Kind noch ein Biberli. Diese Lebkuchenspezialität verdankt den Namen nicht etwa dem Biber, viel mehr enthält die Spezialität Nelkenpfeffer, welcher auch Biment genannt wird. Im Spätmittelalter nannte man das Biberli noch «Bimenzelten» woraus später «Biberzelten» wurde. Ein Biberzelten ist also eigentlich ein flacher, mit Nelkenpfeffer gewürzter Kuchen. So ging ein lehrreicher, spannender und (ferien-)spassiger Abend auf den Spuren des Bibers zu Ende.
Text und Bilder: Barbara Sager



